Musikverein Mützenich stimmt auf Weihnachten ein

Von: ges
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Dirigent Helmut David (re.) hatte das Orchester des Musikvereins „Eintracht“ Mützenich für das traditionelle Weihnachtskonzert wieder einmal bestens vorbereitet und „aus uns Hobbymusikern Höchstleistungen herausgekitzelt“, wie MV-Vorsitzender und Flügelhornspieler Rolf Müller bekannte.

Mützenich. „Plötzlich steht Weihnachten vor der Tür, man meint die Zeit bis zum Fest wird knapp. Ich danke Ihnen, dass Sie sich Zeit genommen haben und hoffe, dass Sie unser Konzert zur Weihnachtszeit genießen können!“ Worte am Abend des dritten Advents von Rolf Müller, dem 1. Vorsitzenden des Musikvereins „Eintracht“ Mützenich, die er bei seiner Begrüßung an die Besucher der voll besetzten Mützenicher Kirche richtete.

Das Konzert wurde ein absoluter Hochgenuss, schnell kam Behaglichkeit auf. Den Besuchern wurde warm ums Herz und die Botschaft der Vortragenden wurde ihnen schnell bewusst: Das (Zusammen-) Leben der Menschheit könnte so einfach sein, würde jeder den anderen akzeptieren, bereit sein zum Teilen und sich mehr aufeinander einlassen!

Diese Botschaft stellte besonders „Die Winterrose“ heraus. Ein exzellenter Vortrag des großen Orchesters, der mit Liedern und Texten symbolisch das Wunder der Heiligen Nacht beschreibt. Susanne Jentges und Martin Isaac fanden hier nicht nur wunderbare und einfühlsame Worte, sondern führten zwischen allen Vorträgen abermals durch den Abend.

Jugendorchester überzeugt

Der musikalische Auftakt des Abends gehörte vorher schon dem Jugendorchester unter der Leitung von Peter Sommer. Auch wenn sich die Reihen der Nachwuchsmusiker aufgrund schulischer und beruflicher Ausbildung in letzter Zeit etwas gelichtet haben, leidet die Qualität der Vorträge keinesfalls. Mit „Let it snow“, „Christmas classic“ und Roy Blacks „Weihnachten bin ich zu Haus‘ “ spielte sich der Eintracht-Nachwuchs (gut 20 Aktive) schnell in die Herzen der Zuhörer.

Das gelang auch dem großen Orchester, das imposant mit „Hymnus Festalis“ begann. Nach dem fanfarenartigen Eingangsmotiv kam hier schon die ausgewogene und breite Besetzung von Helmut Davids Orchester (gut 50 Aktive) zur Geltung. Imposante Klänge hallten bei den weiteren Konzertvorträgen „Crimond“ (geistliches, schottisches Lied), „We wish you a merry christmas Intrada“ und den Medleys „Adventsfantasie“ und „Friede den Menschen“ durch das Kirchenrund. Gerade die Medleys bereicherten das Konzert, waren hier doch meist bekannte Weihnachtslieder, teils einmal etwas anders arrangiert, doch sehr gelungen und abwechslungsreich, zu hören.

Drei junge Solisten sind besonders zu erwähnen: David Wendorff spielte auf seinem Tenorhorn unter Begleitung Helmut Davids (Klavier) sehr sauber den schwierigen 1. und 2. Satz der „Sonatina“ des Österreichers Anton Diabelli. Sascha Ungermann und David Wergen meisterten zweistimmig mit Trompeten den ebenfalls sehr anspruchsvollen 1. Satz der „Sonate“ des italienischen Komponisten Arcangelo Corelli und wurden von Helmut David auf der Kirchenorgel begleitet.

Bewegendes Friedenslied

Bereits zum sechsten Mal bereicherte der von Nathalie und Heiner Schepp gegründete und betreute, gemischte Chor (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) das Weihnachtskonzert. Die drei Vorträge (in Deutsch, Englisch und Plattdeutsch) spannten stimmungsmäßig einen weiten Bogen von besinnlich und nachdenklich stimmend bis sehr fröhlich.

Heiner Schepp zeigte gerade mit der Anmoderation des ersten Liedes das Dilemma dieser Welt auf und untermauerte die Botschaft des Abends: „So this is Christmas – War is over“ hat John Lennon bereits 1971 aus Anlass des damals andauernden Vietnamkrieges geschrieben. Übersetzt heißt es in diesem Lied: „Wieder ist Weihnachten, für Junge und Alte, für Arme und Reiche, für Kranke und Gesunde, für alle, die wir lieben. Der Krieg ist aus – wenn Du es willst!“

Der Vietnam-Krieg war aber damals nicht aus – so wie es auch heute, im Dezember 2015 auf der ganzen Welt die unglaubliche Zahl von 38 andauernden Kriegen oder Konflikten gibt, die Menschen mit Waffen und Gewalt zu lösen versuchen. Der Krieg ist vorbei – wenn Du es willst. Wie könnte man dies eindringlicher sagen als mit hellen, klaren Kinderstimmen, die singen: „War is over – if you want it“. Als die Kinder, übrigens alle in der Blockflöten- oder Instrumentalausbildung des Vereins, diese Zeilen sangen, erzeugten sie damit so manche Träne der Rührung und ganz viel Gänsehaut im Publikum.

„Merry Christmas allerseits“

Dann wurde es etwas leichter: Mit „Merry Christmas allerseits“ von Udo Jürgens wurde die Amerikanisierung unserer Weihnachtszeit im deutsch-englischen Sprachmix etwas sarkastisch aufgezeigt. Und spätestens mit „Bethlehem, du kleijne Stadt“ von den Bläck Fööss hatten gerade die Kinder Joleen und Maike Maquet, Nicolas und Laura Jentges, Emma und Julia Steffens, Annkristin Huppertz, Jana Brandenburg und Lea Jollet bei den Zuhörern einen Stein im Brett.

Weitere Sängerinnen und Sänger waren Silja Carl, Lara und Sascha Ungermann, Leonie und Georg Sommer, Helga Müller sowie Nathalie und Heiner Schepp, die musikalisch von Andrea Förster, David Wendorff, Wendelin, Peter und Gottfried Sommer begleitet wurden.

Wenn alle Vortragenden lang anhaltenden Beifall vom sich erhebenden Publikum entgegennehmen können, darf eine Zugabe nicht ausbleiben. Dieser kam das große Orchester mit „Winter wonderland“ gerne nach, ehe dann ganz zum Schluss schon traditionell gemeinsam noch einige bekannte Weihnachtslieder gespielt und gesungen wurden.

Letztlich boten Jugendorchester, das große Orchester und der Chor beim Weihnachtskonzert abermals ein wunderbares Repertoire. Ihr Können schenkte den Zuhörern wunderschöne Stunden und eine tolle Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Wahrlich eine Wohltat für Geist und Seele in einer so aus den Fugen geratenen Welt und Zeit.

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