Musikalischer Leckerbissen für das Publikum

Von: Günther Sander
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Eine starke Leistung waren die beiden Konzerte zum Jubiläum des Kirchenchors aus Lammersdorf: Der Chor, die Solisten, das Instrumentalensemble und Chorleiterin Gabriele Scheidweiler-Pleines erhielten dafür verdienten Beifall. Foto: G. Sander

Lammersdorf. Zum 140-jährigen Bestehen durfte es ruhig etwas mehr sein, um den Geburtsgästen Freude zu bereiten. Diesen Überlegungen war der Kirchenchor St. Johannes der Täufer aus Lammersdorf gefolgt. Er wollte am Samstag und am Sonntag mit kirchenmusikalischen Konzerten der besonderen Art den Besuchern gleich zweimal einen Hörgenuss bieten.

Für die Aufführungen in der Pfarrkirche hatte Chorleiterin Gabriele Scheidweiler-Pleines den Komponist Antonio Vivaldi auserkoren. Mit ihm verbindet man „Die vier Jahreszeiten“ – sein wohl bekanntestes Werk. Aber geistliche Musik? Die verbindet kaum jemand mit Vivaldi. Es gibt aber eine umfangreiche Sammlung von Messesätzen, Kantaten und Motetten.

Das war auch der Chorleiterin bekannt. „Ich bin immer auf der Suche. So kam es, dass wir nach dem Konzert 2013 mit zeitgenössischer Musik nun wieder etwas Barockes anpacken wollten“, sagt sie. Vivaldis Musik sei voller Energie und Abwechslung. „Es ist eine gute Wahl, die getroffen wurde“, glaubt sie. Und weil beim letzten Konzert das Gotteshaus die Besucher nicht alle fassen konnte, habe man sich für zwei Aufführungen entschieden, erklärt die Chorleiterin.

Für die Gestaltung der Festkonzerte konnte der gastgebende Chor zur Verstärkung ein Instrumentalensemble sowie Gesangssolisten (Milena Knauß, Sopran; Maria-Eunju Park, Sopran; Alice Lackner, Alt) der Musikhochschule Köln (Standort Aachen) gewinnen. Über das Kulturagentenprogramm der Städteregion sei man auf die willkommene Verstärkung aufmerksam geworden, erklärt Scheidweiler-Pleines. Seit Ende 2014 probten der Chor, die Solisten und das Instrumentalensemble gemeinsam.

Die Anstrengungen trugen Früchte, wie sich im Verlaufe der beiden Konzerte herausstellte, zu denen der Vorsitzende, Hans Roßkamp, die Besucher herzlich willkommen hieß. Hedwig Dercks sprach einführende Worte zu den Werken Vivaldis.

Ein erhabener Auftakt war das „Credo“. Besonders das „Et in Carnatus est“ und das „Crucifixus“ wurden durch eigene Vertonungen hervorgehoben – ein vielversprechender Beginn.

Nach der kompakten, kraftvollen Chorkomposition ertönte das Flötenkonzert „La Notte“ (Die Nacht) in vier Sätzen, das harmonisch vom gesamten Ensemble hervorragend intoniert wurde. Solist Ingo Pleines (Flöte) überzeugte mit meisterlichem Spiel. Hier zeigte sich das Talent Vivaldis, lebendige Bilder und Szenen musikalisch zu schildern.

Beim „Magnificat“ (elf Sätze) wurden die Chorsätze durch eine fesselnde Thematik betont, besonders im „Et misericordia eius“. Die drei Gesangssolistinnen brillierten mit herrlichen, klaren Stimmen.

Das „Gloria“, wohl das bekannteste und bedeutendste kirchenmusikalische Werk des venezianischen Meisters, war keine leichte Aufgabe für das gesamte Ensemble, das aber auch hier zu glänzen wusste. Die Handschrift der engagierten Chorleiterin wurde hier besonders spürbar.

Am Ende gab es als Dank für die großartige Leistung von Chor, Instrumentalensemble, Gesangssolisten und der Chorleiterin den verdienten Beifall des Publikums. Dem Jubiläumschor war ein großer Wurf gelungen. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein war das „musikalische Ereignis“ lange noch Gesprächsstoff, von allen Seiten gab es Lob und Anerkennung.

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