Musik und Malerei auf Camp Vogelsang

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Die Deutschsprache Gemeinschaf
Die Deutschsprache Gemeinschaft Belgiens präsentiert ein Benefizkonzert des Cercle Musical Kelmis und eine konstrastreiche Hodiamont-Ausstellung im Kulturkino Vogelsang ip.

Vogelsang. Unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens Karl-Heinz Lambertz präsentiert das Harmonieorchester Cercle Musical Kelmis mit seinen rund 50 Holz- und Blechbläsern sowie Schlagzeugern am Sonntag, 23. September, im Kulturkino Vogelsang ip berühmte Filmmelodien.

Zuvor wird im Kinoatrium die Gemäldeausstellung „Krieg und Versöhnung” des euregionalen Künstlers Peter Hodiamont (gest. 2004) eröffnet. Der Eintritt für beide Veranstaltungen ist frei.

Der leitende Dirigent des Orchesters, Rainer Hilger, erklärt das musikalische Programm im 50er Jahre Kinosaal des einstigen Truppenkinos auf dem ehemaligen Camp Vogelsang: „Wir werden unter anderem Ergreifendes aus dem Film ?Der Soldat James Ryan und Spannendes aus „Robin Hood” spielen - und viele berühmte und gefällige Musiksequenzen aus den letzten Jahrzehnten.”

Ort beeinflusst Liedauswahl

Der historische Veranstaltungsort beeinflusste auch die Liedauswahl, erzählt Hilger, die Filmmelodie ?Hymn to the fallen von John Williams rege gerade vor dem Hintergrund des ehemaligen belgischen Truppenübungsplatzes zum Nachdenken an. „Wir wollen einerseits erinnern, andererseits jedoch auch aufheitern und ermuntern mit vielen abwechslungsreichen und beliebten Soundtracks.” Die junge Sängerin Anke Filbrich übernimmt Solopartien.

Das Benefizkonzert, dessen Erlöse den Veranstaltern, der Fondation Hodiamont und der Vogelsang ip gemeinnützige GmbH, zugutekommt, beginnt um 16 Uhr mit einem einleitenden Grußwort des belgischen Ministerpräsidenten der deutschsprachigen Gemeinschaft. Um 15 Uhr eröffnet Lambertz die kontrastreiche Werkauswahl „Peter Hodiamont” (1925-2004).

Krieg und Versöhnung” im Atrium des Kulturkinos, zu der alle Besucher ebenfalls geladen sind: „Ich freue mich, die Schirmherrschaft über diese Veranstaltung zu übernehmen. Durch den Auftritt des Cercle Musical Kelmis erhält die Veranstaltung einen grenzüberschreitenden Charakter. Das gilt ebenfalls für die Ausstellung von Peter Hodiament, der einen großen Teil seines Lebens in Belgien gelebt hat und dessen Kunst in seinem ?Haus der Sonne in Baelen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenbringt.

Die Skulpturen von Hodiamont prägen außerdem heute noch die Stadt Eupen. Der Friedensbrunnen an der Klötzerbahn steht dabei exemplarisch für den Menschen Hodiamont, der bekannt war für sein Engagement für den Frieden. Auch Vogelsang ist ein verbindendes Element, schließlich waren hier nach dem Krieg belgische Soldaten stationiert.”

Kontrastreich sei die Gemäldeausstellung deshalb, weil sie zum einen das blutige Gesicht des Krieges zeige, zum anderen jedoch auch positive Perspektiven, Bilder mit Hoffnungsmotiven wie dem Sonnenaufgang. „Die Ausstellung lässt nachempfinden, wie der Künstler und Otto Pankok-Schüler Peter Hodiamont seine Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg und die Kriegsgeschehnisse neuerer Zeit verarbeitete”, erklärt Karl-Heinz Oedekoven, Sekretär der Hodiamont-Fondation, die präsentierten Werke.

Maria Delhey Hodiamont fügt zu den gezeigten Bildern ihres Mannes ergänzend hinzu: „immer wieder wies mein Mann auf das Zerstörerische eines Krieges hin, das Menschen bis zu ihrem Lebensende nicht loslässt und an dem viele zerbrechen. Er wusste jedoch auch, ohne Hoffnung geht es nicht, und daher malte er ebenso Bilder wie den ,Sonnengesang des heiligen Franziskus.”

Die in der Ausstellung gezeigten Werke aus der Serie „Die Dritte Stunde” malte Hodiamont, nachdem er die Wehrmachtsausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944” in Aachen besuchte. Diese Bilder setzten sich mit den damals aktuellen Kriegsgeschehnissen auf dem Balkan auseinander. „Hodiamont hatte die niederländische Nationalität.

Nachdem der Künstler in seiner Jugend den Zweiten Weltkrieg, zwangsrekrutiert als Ausländer, als Helfer der Organisation Todt miterlebte, brannten sich die schrecklichen Kriegsbilder in seiner Seele ein”, trägt Maria Delhey Hodiamont ihre Gedanken zur Ausstellung bei, „Versöhnung ist jedoch auch ein wichtiges Empfinden, das er malte. So lässt er auf seinem Selbstbildnis aus dem Pfeifenkopf seiner Pfeife einen grünen Zweig wachsen.”

Der Eintritt für die Benefizveranstaltung ist frei, Parken kostet 3 Euro. Der Omnibusbetrieb Rüssel bietet am Veranstaltungstag einen kostengünstigen Transfer aus Belgien über Aachen bzw. von Düren aus direkt zum Kulturkino Vogelsang ip hin und zurück an. Das Ticket kostet 13 Euro p. P. und bedarf einer telefonischen Anmeldung bei Rüssel-Reisen: info@ruessel-reisen.de und Tel. 0049-2429/901151. Mehr Infos zu den Abfahrtsorten und -zeiten können dort angefragt werden.
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