Mulartshütter Ortskern soll verschönert werden

Von: Ernst Schneiders
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Der Ortskern von Mulartshütte soll neu gestaltet und verschönert werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Verkehrsberuhigung gelegt.

Mulartshütte. Die Sache sollte eigentlich ganz anders laufen. Im vergangenen Jahr wollte Mulartshütte beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” punkten. Das Ergebnis war nicht wie erhofft. Mit Platz 11 mussten sich die Mulartshütter zufrieden geben.

Was übrig blieb, war eine „Zukunftswerkstatt”, die viele schöne Ideen zur Neugestaltung des Ortskerns hatte.

Als man sich nämlich vor der Teilnahme am Kreiswettbewerb auf sich Suche nach all dem machte, was Mulartshütte zu bieten hat, war das Ergebnis nicht sonderlich berauschend.

„Es war wenig”, wie sich Dirk Meyer vom Bauamt der Gemeinde Roetgen und im Rathaus der verantwortliche Mann für das Projekt Mulartshütte, heute erinnert, „weil im Laufe der Zeit Strukturen weggebrochen waren.”

Großer Verkehrsknoten

Mit Fachleuten der RWTH und der FH Aachen gaben sich Mulartshütter Bürger an eine Analyse der Stärken und Schwächen des Ortes, entwickelten Ideen und Maßnahmen, auf denen später aufgebaut werden konnte, wie Dirk Meyer berichtet.

Auch wenn der Wettbewerbsrang 11 nicht den Hoffnungen entsprach, so war das Engagement dennoch ein Erfolg. „Wir wollten dieses Feuer nicht verlöschen lassen”, so Meyer, was dazu führte, dass auf Initiative von Bürgermeister Manfred Eis im Haushalt 5000 Euro Planungsmittel bereitgestellt wurden.

Das war quasi der Startschuss für das Projekt Dorfkern.

Zentrales Thema ist dabei die Verkehrsplanung rund um den beherrschenden Knotenpunkt L 238/ L 12, der das Dorfzentrum dreiteilt, in die Bereiche um den Findling, um das Gedenkkreuz und um den Rommerichsief.

Problem: Weil die L 238 fast schnurgerade durch den Ortskern verläuft, wird dort ziemlich zügig gefahren, Verkehrsberuhigung tut not.

Sie mit zwei abknickenden Vorfahrten Richtung Venwegen und Richtung Lammersdorf zu erreichen, hätte laut Dirk Meyer zwar den Erfordernissen der Gemeinde genügt, nicht aber denen des Landesbetriebs Straßenbau.

Dessen Vorgabe: Es muss gewährleistet sein, dass dort zwei Sattelzüge im Begegnungsverkehrs genug Platz haben. Nach Auffassung der Roetgener Bauverwaltung ist das ein eher theoretischer Fall, für den man die Verkehrsfläche um bis zu 14 Meter hätte aufweiten müssen. Das hätte geheißen: Dorfkerngestaltung ade!

Die Verkehrsberuhigung soll nunmehr auf andere Weise erreicht werden: mit einer farblich einheitlichen Gestaltung des Bereichs, einer leichten Verschwenkung der L 238 an der Einmündung Hahner Straße und einer Aufpflasterung mit Rampen von zirka drei Prozent bis auf Borsteinniveau.

Dabei ist man im Rathaus überzeugt: Wer eine solche Rampe mit mehr als 50 km/h passiert, der sollte das zuvor mit den Stoßdämpfern seines Autos ausdiskutieren.

Ein Gehweg rund um diesen so genannten steinernen Bereich soll ein weiteres optisches Signal setzen. Diese Entwürfe eines Planungsbüros sind inzwischen mit den Fachbehörden abgestimmt und dort, so Meyer, „ganz gut angenommen worden”.

„Sensibler Bereich”

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Gewässerplanung, die man, entgegen ursprünglicher Annahme, nicht in einem Aufwasch mit erledigen konnte.

Meyer: „Da mussten wir uns vom Wasserverband Eifel-Rur und von der Unteren Wasserbehörde des Kreises eines Besseren belehren lassen. Gewässerplanung ist ein sehr sensibler Bereich.”

Der Rommerichsief soll geöffnet, renaturiert und „erlebbar” werden, wie es heute heißt, mit den notwendigen Hangbefestigungen, Böschungen und einem begehbaren Uferbereich, an den sich ein Aufenthaltsbereich anschließen soll.

Angeregt aus der Bevölkerung ist darüber hinaus die Renaturierung einer alten Quelle, dort, wo derzeit der Brunnen steht. Mir Bohrungen und alten Karten muss aber zunächst die Quelle ausfindig gemacht werden.

Am 25. April trifft sich die Zukunftswerkstatt erneut in Mulartshütte, um dann die Pläne und Skizzen der Planungsbüros für die Bereiche Verkehr und Gewässer zusammenzuführen, mit dem Ziel, die Entwicklungsplanung vorzubereiten.

Obwohl es sich, wie das „L” vor der „238” besagt, um eine Landesstraße handelt, geht Dirk Meyer nicht davon aus, dass sich der Landesbetrieb Straßenbau an den Kosten der Umgestaltung beteiligt, „denn der sieht in Mulartshütte keinen Handlungsbedarf”.

Fest steht außerdem, dass die Gemeinde Roetgen dieses Großprojekt finanziell nicht alleine wird stemmen können. Die seinerzeit geschätzten Gesamtkosten von 600.000 sind inzwischen nicht mehr aktuell.

Aber, davon ist Dirk Meyer überzeugt, wird es einige Töpfe geben, aus denen Fördermittel zu erwarten sind. Die Anträge sollen noch in diesem Jahr gestellt werden, sobald der abgestimmte Planungsentwurf steht.

Umgesetzt werden die Pläne wohl erst in den Jahren 2012/2013, so die Erfahrungswerte im Rathaus, was letztlich davon abhängt, wann die Fördermittel bewilligt werden, und das kann dauern. Die Mulartshütter werden sich also noch etwas gedulden müssen.
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