Mützenicher geht Familiengeschichte auf den Grund

Von: P. St.
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Eine Vielzahl von Fundstücken, die in Zusammenhang mit dem Monschauer Land stehen, hat Dirk Küpper zusammengetragen. Die Federzeichnung seines Urgroßvaters „Küppesch Kobes“, die sich auf dem Buchtitel findet, stammt vom Mützenicher Vennmaler Josef Thoma. Foto: P. Stollenwerk
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„Küppesch Kobes“ war von Beruf Jagdaufseher. Das Foto stammt aus dem Jahr 1926. Foto: stammt aus dem Jahr 1926.

Mützenich. Für die Familien- und Mützenicher Dorfgeschichte hat sich Dirk Küpper schon immer brennend interessiert. Der 54-Jährige Ur-Mützenicher, im Hauptberuf bei der Warenannahme des Imgenbroicher Real-Marktes beschäftigt, begeistert sich schon seit 20 Jahren für Regionalgeschichte So ist es auch kein Wunder, dass er sich als „Hüter der alten Familienunterlagen“ sieht.

Aber Dirk Küpper wollte mehr als diese Unterlagen nur stapeln und verwalten. Er hat ihnen neues Leben eingehaucht, und das Ergebnis ist ein 121 Seiten starkes Büchlein geworden, das er jetzt unter dem Titel „Küppesch Köbes - Ein Leben im Monschauer Land“, herausgegeben hat. Im Mittelpunkt dieser Familiengeschichte steht Dirk Küppers‘ Urgroßvater Jakob (Kobes) Küpper (1865 - 1947), der sich in Erzählform an sein bewegtes Leben zurückerinnert. Auf diese Weise dürfte diese in eine Handlung eingebundene Familiengeschichte auch über den großen Kreis der Küpper-Familie hinaus durchaus auf Interesse stoßen.

Das erste literarische Ergebnis seiner Heimatforschung liegt bereits 15 Jahre zurück. Im Jahr 2000 gab Dirk Küpper gemeinsam mit Karl Schütt den Bildband „Mützenicher Häuser“ heraus. Schon bei Arbeiten zu diesem Buch seien ihm die Küppers „ständig über den Weg gelaufen.“ Diese Fakten habe er über Jahre gesammelt, um sie später einmal verwerten zu können.

Vor rund 15 Jahren erhielt der Autor aus der Hand seiner Tante einen großen, alten Koffer, der Jahrzehnte unbeachtet auf dem Heuboden gelegen hatte. Der Koffer enthielt unzählige Dokumente, Notar-Akten und Fotos. Damit hielt Dirk Küpper einen wesentlichen Teil der Familiengeschichte in der Hand.

Bei seinen ersten Recherchen und Gesprächen mit Menschen, die Küppesch Kobes gekannt hatten, fiel ihm auf, „dass ich damit immer ein Schmunzeln auf die Gesichter der Beteiligten zauberte.“

Um dieses Schmunzeln näher zu ergründen, sortierte Küpper die Unterlagen aus dem Koffer. Es sollte aber schließlich rund drei Jahre dauern bis sich so langsam ein verwertbares Bild der Familie Küpper entwickelte, das zunächst aber noch „viele weiße Flecken aufwies“.

Der Autor suchte nach weiteren Quellen, um der Familiengeschichte tiefer auf den Grund zu kommen. Anschließend stürzte er sich in das „Abenteuer“ aus dem vorhandenen Material eine Erzählung zu verfassen. Die Erzählung, sagt der Autor, sei zu über 90 Prozent an „Fakten und belegbaren Quellen“ orientiert, aber in der Chronologie der langen Familiengeschichten sei es ihm nicht gelungen, alle Lücken zu schließen, also musste Dirk Küpper sich die „künstlerische Freiheit“ nehmen, einige nicht mehr vorhandene Puzzlestücke durch die Form der Erzählung zu überbrücken. Vollkommen erfunden, versichert der Autor, sei aber keine Zeile. „Es ist in etwa so, dass ich den Farbton leicht verändert habe, aber die Grundfarbe ist geblieben“.

Die Erzählung wird aus der Sicht von Küppesch Kobes geschildert. Somit ist das Buch zugleich auch ein Abbild des Lebenswirklichkeit im Monschauer Land in früherer Zeit. Kobes beginnt mit seiner Erzählung im Jahr 1945. Zwei Jahre vor seinem Tod erzählt er seiner zweiten Ehefrau die Geschichte seines Lebens. Er begibt sich auf Spurensuche; es sind jene Spuren, die der Autor in seinen umfangreichen Recherchen ausfindig gemacht hat, während er seinem Urgroßvater in den Buch die Rolle des Erzähler zuschreibt.

Der Ursitz der Familie Küpper ist in Monschau, auf jenem Grundstück am Laufenbach, wo sich später auch die bekannte Gaststätte Küpper befand. In diesem Haus ist Küppesch Kobes geboren.

Die Erzählung, sagt Dirk Küpper, sei beileibe keine „Romanze“ geworden, denn er habe größten Wert darauf gelegt, der Wahrheit möglichst nahe zu kommen. So werde dem Leser auch nicht verschwiegen, dass es in der ersten Ehe von Küppesch Kobes „mächtig gekracht hat.“

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb Jakob (Kobes) Küpper am 22. August 1947 im Alter von 82 Jahren. Viele Jahre später, im Jahr 1969, folgte ihm seine zweite Ehefrau Melanie Sofia, geb. Schäfer. Im Simmerather Krankenhaus starb sie im Alter von 87 Jahren.

Mit ihrem Tode, berichtet Dirk Küpper am Ende des Buches, sei auch der Name Küpper aus der Wilbernheide in Mützenich (heute Worbelsheide) verschwunden. Zurück blieb ein bescheidenes Häuschen. In den 1970-er Jahren wurde die Parzelle verkauft und ein neues Haus gebaut.

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