Mützenich - Mützenicher Erntedankzug: Begeisterung bei Teilnehmern und Gästen

Mützenicher Erntedankzug: Begeisterung bei Teilnehmern und Gästen

Von: P. St.
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Große Begeisterung bei den Zuschauern des 64. Erntedankzugs in Mützenich löste auch dieses hübsche Gespann mit Ponys aus. Foto: P. Stollenwerk
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Platz machen auf der Eupener Straße: Ganz brav zog dieses Hundegespann seine Runde durch Mützenich. Foto: P. Stollenwerk
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Auch in Mützenich scheint die Kürbisernte in diesem Jahr reichhaltig gewesen zu sein. Farbenfroh wird der Ertrag präsentiert. Foto: P. Stollenwerk
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Geduldig ertrug auch diese stattliche Kuh das bunte Spektakel beim Erntedankzug in Mützenich. Foto: P. Stollenwerk
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Die Ernte eingefahren: Auch die Weinbauern haben inzwischen im Venndorf Mützenich ihr Auskommen gefunden und laden zur Weinprobe ein. Foto: P. Stollenwerk
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Voltigieren auf dem Kaltblut: Das gibt es nur beim Erntedankzug in Mützenich. Foto: P. Stollenwerk

Mützenich. Mit einem überwiegend goldenen Herbsttag führte sich der Oktober 2017 ein und bescherte damit auch dem Mützenicher Erntedankzug ein perfektes klimatisches Umfeld.

Tausende Zuschauer am Straßenrand, zum Teil in dichten Reihen hintereinander stehend, mehr als 700 Zugteilnehmer und rund 40 Gruppen, die sich einen farbenfrohen Wettbewerb um Fantasie und Einfallsreichtum lieferten, bestimmten das Bild auf der Eupener Straße und der Umgebung beim größten Herbstfest in der Region, das ja bereits zwei Tage vorher im Festzelt auf dem Dorfplatz begonnen hatte.

Im Herbstsonnenschein strömten die Zuschauer von nah und fern zur 64. Auflage des traditionsreichen Erntedankzuges ins Venndorf, und die Ortsbauernschaft als Ausrichter kann sich glücklich schätzen, dass auch diesmal wieder der Zug als weithin bekanntes Großereignis eine Welle der Solidarität und Begeisterung im Dorf auslöste. Einige Teilnehmer sind seit vier Jahrzehnten treue Mitwirkende, aber auch Gruppen von außerhalb bereichern das Bild.

Auch um den Nachwuchs, der die Tradition fortführt, muss man sich in Mützenich beim Anblick der vielen jungen Mitwirkenden keine Sorgen zu machen. „Das Wichtigste ist, dass die Jugend dahinter steht“, sind sich auch Karl Volpatti und Heiko Steffens von der Ortsbauernschaft einig. Und auch das schöne Wetter habe man sich verdient, lachen die beiden: „Dafür sind wir jeden Sonntag in die Kirche gegangen.“

Eine Gruppe Jugendlicher aus Mützenich, die seit drei Jahren im Zug mitgeht, bestätigt, dass es an Nachwuchs nicht mangelt: „Der Erntedankzug ist ein fester Bestandteil von Mützenich. Das ist für uns das größte Fest des Jahres“, erzählt der 21-jährige Julian Saar und erhält dafür lautstarke Zustimmung von seinen Mitstreitern.

Gigantische Traktoren

Stolze Kaltblutpferde, gigantische Traktoren, pralle Feldfrüchte, Selbstgemachtes aus Küche und Keller, knackiges Obst und frisches Gemüse bestimmten das Bild, und mit vielen originellen Sprüchen fuhren die Teilnehmer auch ihre Ernte bei den amüsierten Zuschauern ein.

Erstmals war im Zug eine Gruppe mit Kühen und Kälbern zu sehen, und sogar ein Hundegespann tippelte mit. Man konnte einen rollenden Weinkeller und eine perfekte Kürbisküche bestaunen, während andernorts im Zug die Kappesernte auf Hochtouren lief.

Stimmungsvoll brachten sich auch die fünf Musikkapellen ein. Den Höhepunkt erreichte das Geschehen an der „Eintracht-Schänke“, wo die Musikvereinigung Mützenich mit den Gästen aus Schöneseiffen aufspielte. Von weither zu hören war hier auch die Stimme von Rolf Müller, der mit seiner Spontan-Moderation, vermischt mit Gesangseinlagen, seit 15 Jahren die Gruppen vorstellt und aus seiner Anekdotensammlung erzählt. „Vor 50 Jahren ging der Erntedankzug noch an jedem Haus in Mützenich vorbei. Da waren wir nur mit Pferden unterwegs; die fanden wenigstens den Weg nach Hause“, erklärt Müller.

„Die vielseitigsten Tiere, die wir kennen, sind unsere Hennen“, lautete das Motto auf einem mobilen Hühnerhof, aber es ging auch eine Spur deftiger: „Unser Birnenschnaps, das ist kein Scherz, macht Eure Birne voller Schmerz“.

Aber auch kritische Töne fehlten nicht: „Unter 40 Cent der Liter, ja da wird die Milch doch bitter“, meinten die Milchviehbauern.

Anderthalb Stunden durften die restlos begeisterten Zuschauer das nicht enden wollende Herbstspektakel bestaunen, ehe am Ende der Müll eingesammelt und weiter gefeiert wurde.

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