Münstermann überzeugt den Stadtrat

Von: Franz Windelen
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Möchte Monschau in Richtung Kreis Heinsberg verlassen und sich beruflich verbessern: Dr. Hans Münstermann, derzeit stellvertretender Schulleiter am St. Michael-Gymnasium, strebt die Schulleiter-Stelle am Carolus Magnus-Gymnasium in Übach-Palenberg an.

Übach-Palenberg/Nordeifel. Die Situation ist schon bizarr: Die Schulkonferenz lehnte Dr. Hans Münstermann als Leiter des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG) ab. Auch beim Lehrerrat stieß der Bewerber, im Übrigen der einzige, auf wenig Gegenliebe.

Am Dienstag nun, in nichtöffentlicher Sitzung, stellte sich der Übach-Palenberger Stadtrat gegen den Willen der Schulgemeinde und stimmte für den Besetzungsvorschlag der Kölner Bezirksregierung, für Münstermann: Damit ist dessen berufliche Zukunft am CMG besiegelt.

Erster Beigeordneter Engelbert Piotrowski bestätigte auf Anfrage das Ergebnis. „Dr. Münstermann hat sich dem Rat vorgestellt und eine deutliche Mehrheit erhalten”, erklärte er. Die Präsentation des 50-jährigen Kandidaten, derzeit stellvertretender Leiter am Monschauer Gymnasium, muss offenbar überzeugender gewesen sein als noch bei der Schulkonferenz.

Denn nach Information unserer Zeitung votierten 20 Ratsmitglieder für Münstermann und nur acht gegen ihn. Die Stadt als Schulträgerin des CMG hat mithin grünes Licht für einen Schulleiter Münstermann gegeben, der nach den Sommerferien Erwin Berkemeier im Amt beerben wird.

Die Schulaufsicht wollte sich am Mittwoch zum weiteren Vorgehen nicht äußern. Oliver Königsfeld, Sprecher der Bezirksregierung, erklärte lediglich: „Wir haben noch nicht die offizielle Mitteilung der Stadt Übach-Palenberg auf dem Tisch.” Doch während die Bezirksregierung sich in Schweigen hüllte, wurden an gleicher Stelle im Sauseschritt Fakten geschaffen: Nach Informationen unserer Zeitung wurde Münstermann nur einige Stunden nach dem Übach-Palenberger Ratsvotum die entsprechende Urkunde ausgehändigt.

Während man es in Köln offensichtlich sehr eilig hatte, ging der bald scheidende Schulleiter Erwin Berkemeier, zugleich Vorsitzender der Schulkonferenz, am Mittwochmorgen offenbar nicht von einer derart rasanten Entwicklung aus. Er äußerte deshalb die Hoffnung, dass in Köln eine „Schulfrieden bewahrende Personalentscheidung” getroffen werde; berücksichtigt werden müsse der „Geist des Paragrafen 61 Schulgesetz”, der - bei allen rechtlichen Schwierigkeiten - die Selbstverwaltung und Selbstbestimmung der Schule zum Ziel habe. „Die Schulaufsicht soll eine weise und kluge Entscheidung treffen, die auch der Meinung der Schulkonferenz gerecht wird.”

Sicher ist: Für Dr. Hans Münstermann, dem Lehrer aus der Eifel und wohnhaft in Aachen, geht mit dem jüngsten Votum im Übach-Palenberger Stadtrat und der Urkunde in der Hand eine Bewerbungs-Odyssee zu Ende. Der 50-Jährige hatte sich an mehreren Gymnasien im Kreis Düren auf eine Schulleiter-Stelle beworben - war aber in allen Fällen abgeblitzt, obschon er als Notenbester ins Rennen gegangen war.

Münstermann klagte daraufhin vor dem Verwaltungsgericht Aachen, das ihm in einem vorläufigen Beschluss - der vom Oberverwaltungsgericht NRW bestätigt wurde - Recht gab: Es gilt das Prinzip der Besten-Auslese. In Übach-Palenberg stellte sich diese Rechtsfrage nicht, da Münstermann eh einziger Aspirant war.

Ob es angesichts der aktuellen Lage am 27. März vor dem Verwaltungsgericht Aachen noch zur Hauptverhandlung kommt, bleibt abzuwarten.
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