Mountainbike-Rennen: Über Berge und durch Täler dem Ziel entgegen

Von: Max Stollenwerk
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Hier ist Körperbeherrschung gefragt: Auf den verschiedenen Distanzen zwischen 24 und 95 Kilometern hatten die Sportler nach einer Regenschauer am Morgen Mühe, die Kontrolle über ihr Mountainbike zu behalten. Foto: M. Stollenwerk
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Beim Mountainbike-Rennen mit dem Start in Einruhr trafen sich die Massen. Knapp 700 Sportler in insgesamt 13 Altersklassen gingen am Sonntag an den Start. Foto: M. Stollenwerk
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So sehen Sieger aus: Die Gewinner der Teamwertung sind nur einige der zahlreichen Geehrten in den verschiedenen Altersklassen beim 8. Mountainbike-Rennen in Einruhr. Foto: M. Stollenwerk

Einruhr. Parkplatznot, Menschenmassen und reges Treiben bestimmten am Sonntag das Ortsbild von Einruhr. Dies allein ist für das Dorf am Obersee nichts Ungewöhnliches. Denn wenn das Wetter an den Wochenenden mitspielt, sind Touristenströme, die die Cafés im Ort und Schiffe der Rursee-Schifffahrt entern, garantiert.

Doch am Sonntag war es kein Touristenansturm, der für einen Ausnahmezustand im beschaulichen Einruhr sorgte. Der kleine Ort war bereits zum achten Mal Ausrichter des Mountainbike-Rennens am Rursee.

Das mittlerweile weit über die Region hinaus bekannte Rennen lockte Radsportbegeisterte aus der ganzen Republik an. Dies wird eindrucksvoll durch die Zahlen belegt: Knapp 700 Teilnehmer in insgesamt 13 Altersklassen (fünf bei den Damen sowie acht bei den Herren) bedeuteten einen neuen Teilnehmerrekord. Gestartet wurde in vier verschieden langen Distanzen. Vom Jedermann-Rennen mit einer Länge von 24 Kilometern über die Kurzdistanz mit 39 Kilometern bis hin zum Halbmarathon über 67 Kilometer und schließlich dem Marathon über 95 Kilometer waren alle Distanzen vertreten. Alleine beim Marathon mussten die Athleten insgesamt 2320 Höhenmeter überwinden.

Der enorme Organisationsaufwand im Vorfeld für die vom SV Einruhr/Erkensruhr ausgerichtete Veranstaltung hatte sich so auf jeden Fall bezahlt gemacht. „Die Veranstaltung ist sehr professionell organisiert und auch für Amateure ansprechend gestaltet“, sagte Patrick Spohr, der extra aus dem rheinland-pfälzischen Birgel nach Einruhr gekommen war und zum ersten Mal teilnahm. „Hauptsache es macht Spaß und ich komme gesund wieder an“, so Spohr kurz vor dem Startschuss. Moderiert wurde die gesamte Veranstaltung fachmännisch von Felix Arens. Der belgische Kenner des Sports versorgte Zuschauer und Athleten im Startbereich den ganzen Tag über mit interessanten Informationen zum Rennen und einigen Anekdoten.

Landschaftlich sehr reizvoll

„Das Schöne an dem Rennen ist, dass die Strecke für Jedermann gut zu befahren ist und zudem landschaftlich sehr reizvoll ist“, sagte René Ritzerfeld vom Organisationsteam und zuständig für die Streckenplanung. Die Strecke des Marathons führte dabei stets entlang der Rur. Von Einruhr ging es über Dedenborn, Eicherscheid und das Grünental hinauf nach Rohren. Dort stand mit dem Skihang sozusagen der „Königshügel“ auf dem Programm, bevor es entlang der Rur langsam wieder zurück nach Einruhr ging. „Auf der Strecke gibt es nur sehr wenige Asphaltstücke, was bei den Fahrern immer sehr gut ankommt“, hatte Ritzerfeld auch an die Vorlieben der Sportler gedacht. Und auch Verpflegungsstationen in Einruhr, Rohren und Dedenborn wurden eingerichtet.

Wie es der Wettergott dann so wollte, gab es vor dem Start der ersten Konkurrenz einen längeren Schauer. „Im letzten Jahr hatten wir sehr schönes Wetter. Bei solchen Bedingungen gibt es natürlich zwangsläufig mehr Stürze und die Strecke wird automatisch gefährlicher“, wusste Ritzerfeld. Doch man sei durch zahlreiche Helfer entlang der Strecke gut abgesichert. Kurz nach Beginn des Rennens erhielt er dann über Funk auch schon die Meldung des ersten Sturzes. Glücklicherweise gab es im weiteren Verlauf des Rennens nur noch wenige Stürze. „Jeder der einzelnen Abschnitte hat seine speziellen Ansprüche und Herausforderungen, so dass man sich die Strecke gut einteilen muss“, urteilte Bernd Goffart, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, über den Charakter des Rennens. Zudem bedankte er sich ausdrücklich bei den insgesamt 170 ehrenamtlichen Helfern, „ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre“. „Irgendwann fahre ich auch einmal hier mit“, sagte Goffart, der in seiner Freizeit selbst ein begeisterter Rennradfahrer ist, etwas scherzhaft.

Neben dem Mountainbike-Rennen fand am Sonntag parallel die NRW-Meisterschaft für Mountainbiker der Feuerwehren statt, die zusammen mit den Startern über die Distanz von 39 Kilometern auf die Strecke gingen.

Meisterschaft der Feuerwehr

Hier waren Starter aus der Freiwilligen Feuerwehr, der Werksfeuerwehr und der Berufsfeuerwehr mit von der Partie. „Nächstes Jahr richten wir hier in Einruhr dann sogar die Deutsche Meisterschaft der Feuerwehr aus“, gab Ritzerfeld bereits einen Ausblick. „Es ist für mich das erste Mountainbike-Rennen überhaupt und in erster Linie geht es mir um den Spaß“, sagte Alexander Hollmann, der für das Team der Feuerwehr aus Neuss an den Start ging. Ihm gefiel besonders die „familiäre Atmosphäre rund um das Rennen“.

Bei mittlerweile angenehmen und trockenen Bedingungen erreichten die ersten Sportler wieder das Ziel in Einruhr, bevor sie bei der späteren Siegerehrung Sach-, Geldpreise und Urkunden entgegennahmen. „Wir werden wieder kommen“, war ein Satz, der rund um das Mountainbike-Rennen in Einruhr oft zu hören war. Während die Athleten unterwegs waren, setzte sich der ehemalige Profi im Radrennfahren Holger Sievers abseits der Strecke für den erkrankten Ben ein. Er sammelte für den Jungen, der eine 24-Stunden-Betreuung benötigt, Spenden, um eine reibungslose Betreuung auch in Zukunft zu gewährleisten.

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