Motorradlärm in der Eifel: „Heizer” sind nicht erwünscht

Von: P. St.
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Reizvoll ist die Eifel für den Motorradfahrer; leider produziert der Zweiradfahrer aber auch Lärm und fährt gerne Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Motorradfahrer gehörten schon immer zur kurvenreichen Eifel, doch ihre Zahl ist den zurückliegenden Jahren sprunghaft angestiegen. „Das sind die Geister, die wir riefen”, deutete Otto Jungbluth die andere Seite der Tourismuswerbung an.

Der SPD-Ratsvertreter aus Eicherscheid sprach sich in der Sitzung des Simmerather Verkehrsausschusses dafür aus, mit „durchgreifenden Maßnahmen”, wie verstärkten Kontrollen und dem Einsatz des Polizeikrades dem Problem zu Herr zu werden. Am Ende wurde schließlich eine Resolution an das Landesverkehrsministerium verabschiedet, mit dem Inhalt, „gesetzliche Grundlagen zu schaffen, um wirksamer technische Veränderungen an Zweirädern zu verfolgen” und die Möglichkeiten zu verbessern, Geschwindigkeitsüberschreitungen besser ahnden zu können, zum Beispiel durch die Einführung von Frontkennzeichen.

In diesem Sommer ging eine Vielzahl von Beschwerden bei der Verwaltung ein, worin unverantwortliche Geschwindigkeitsüberschreitungen und enorme Lärmbelästigungen beklagt wurden. Als besonders störend werden die so genannten „Heizer” empfunden, die immer wieder an Wochenenden insbesondere zwischen sieben und 10 Uhr ihr Unwesen treiben, weil das dann noch vorherrschende geringe Verkehrsaufkommen hohe Geschwindigkeiten zulässt und auf Rundkursen die Jagd nach Bestzeiten einsetzt.

Gesetze haben Grenzen

Erst am vergangenen Sonntag konnte sich Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auf Einladung eines Bürgers in Hammer selbst davon überzeugen, dass der Motorradlärm ein nicht von der Hand zu weisendes Problem darstellt.

Vor dem Hintergrund der Beschwerden fand Anfang Juli ein Erörterungsgespräch mit Bezirksregierung, Polizei Aachen, Städteregion, Landesbetrieb Straßenbau und der Gemeinde statt. Die gesetzlichen Möglichkeiten, so die ernüchternde Erkenntnis, reichten nicht aus, um dem Lärmproblem beizukommen. Repressive Maßnahmen seien kaum noch möglich. Lärmmessungen, so der Einwand von Benjamin Steinborn (FDP) seien mit relativ einfachen Mess-Methoden aber immer noch möglich.

Weitere Straßensperrung erschienen der Runde auch nicht als praktikabel, da man damit das Problem nur verlagere. Die Sperrung der L128 zwischen Woffelsbach und Steckenborn an Wochenenden sei damals allein aufgrund der erhöhten Unfallzahlen erfolgt.

Unter dem Strich wurde festgehalten, dass Biker in der Gemeinde Simmerath grundsätzlich gern gesehene Gäste seien. Lediglich der geringe Anteil Rasern und Lärmproduzenten sei nicht erwünscht.
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