Motorradgottesdienst: „Nie weiß man, was hinter der nächsten Kurve wartet“

Von: kfr
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Die „Schrauberfreunde“ von links: Stefan Kersting, Geesche Herrmann, Jens Reimerdes, Diakon Achim Richter und Manfred Steidl. Foto: Katharina Isabel Franke

Roetgen. Zum ersten Mal fand am vergangenen Samstag ein Motorradgottesdienst in Roetgen statt, der von dem Diakon der evangelischen Kirche in Kornelimünster, Achim Richter, gehalten wurde.

Gegen 12 Uhr trafen sich rund 30 Motorradfreunde aus der Region auf einem Gelände an der Bundesstraße, um gemeinsam den Gottesdienst zu feiern, um zu grillen, ins Gespräch zu kommen und abschließend eine gemeinsame Tour zu fahren. Auch wenn das Wetter sich eher herbstlich zeigte, lauschten alle aufmerksam dem Gottesdienst, der im Freien abgehalten wurde.

„Gott mit euch unterwegs“

Diakon Achim Richter streute dabei zahlreiche Anekdoten ein, in denen sich die Motorradbesitzer unschwer wiedererkennen konnten. So berichtete er von den Packtaschen, die immer zu klein sind, von den Zündschlüsseln in der Hosentasche, wenn man sich die Bikerhandschuhe bereits angezogen hat oder dem Bedürfnis, eine Toilette ausfindig zu machen, wenn man doch schon komplett bekleidet ist. Wie das Leben sei auch eine Fahrt mit dem Motorrad: „Nie weiß man, was hinter der nächsten Kurve auf einen wartet. Gott ist mit euch unterwegs und will, dass ihr nach Hause kommt“, so Richter.

Die Band „Veto“, die aus der Region stammt, spielte zwischen Richters andächtigen Worten weltliche wie auch kirchliche Lieder, die der Diakon selbst als Sänger unterstützte. Nach einem Song der Band „Selig“, in dem es heißt: „Gäb es mehr als dieses Leben, ich würde ewig mit dir gehen“, sang der Geistliche auch die Rockballade „My hero“ von den Foo Fighters. Geesche Hermann unterstützte den Gottesdienst mit einem Psalm, der für diesen besonderen Anlass geändert wurde. So hieß es: „Du gibst mir Speed für den Weg, der vor mir liegt, und trittst auch mit mir auf die Bremse.“

Laut Richter sollten die Motorradfahrer vor allem dankbar sein: dankbar für das Geld, das sie haben, um die Maschinen zu tanken, für die Flucht aus dem Alltag und dafür, dass Gott seine Schutzengel sendet. Richter positionierte sich in seiner Predigt auch politisch: „Rechts vor Links gilt auf der Straße. Nicht in der Politik.“ Abschließend gedachte Richter auch den Opfern des Terroranschlags in Barcelona am 17. August. Eine Jugendgruppe, die Richter im Rahmen seiner Kinder- und Jugendarbeit bereits seit vielen Jahren betreut, war erst Anfang August am Ort des Anschlags gewesen: „Vor zwei Wochen ging es uns gut dort.“

Das zusammengesprochene „Vater unser“ und das gemeinsam gesungene Lied „Möge die Straße“ beendeten den Motorradgottesdienst.

Nach dem Grillen fand gegen 14 Uhr eine gemeinsame Ausfahrt der Biker durch die Nordeifel statt, die die Motorradfreunde nach Mützenich, Kalterherberg und Baraque Michel führte.

Die Idee, einen Motorradgottesdienst in Roetgen abzuhalten, hatte Achim Richter zusammen mit vier „Schrauberfreunden“: „Wir machen das nicht, um das Image der Biker aufzupolieren. Wir sind nicht böse und negativ und am Rursee machen wir auch keinen Krach“, so der Diakon. Einer von Richters „Schrauberfreunden“ ist Manfred Steidl, der für die Organisation der anschließenden Motorradtour zuständig war: „Wir machen das heute komplett konfessionsfrei. Wir wollen einfach Leute zusammenbringen und neue Leute kennenlernen. Wir haben das heute einfach aus dem Bauch herausgemacht.“

Für die kommenden Monate haben die „Schrauber“ um Achim Richter viele weitere Veranstaltungen geplant.

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