„Montjoie Musicale“: Melodisch durch die Spätromantik

Von: js
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Ein klangvolles Zusammenspiel: Sopranistin Christine Albert und Pianistin Xin Wang begeisterten das Publikum im Bürgersaal des Auklosters mit bekannten und fremden Melodien. Foto: Josef Schreier

Monschau. Eine der aktuellen kulturellen Neuanfänge in Monschau ist die Reihe der Kammerkonzerte, die seit vergangenem Jahr in Zusammenarbeit von der Stadt Monschau mit dem Konzertorganisator Florian Koltun und etlichen Sponsoren das Musikleben der Region bereichert.

Dass der Liedernachmittag am Sonntag im Bürgersaal des Auklosters eine so gute Publikumsresonanz hatte, hatte sicherlich mit dem Mitwirken der im Monschauer Raum schon seit langem sehr bekannten Sopranistin Christine Albert zu tun. Aber auch ihre diesmalige Klavierpartnerin, die chinesische Pianistin Xin Wang, hatte durch Auftritte in der Monschauer Schlosskapelle im vergangenen Jahr sehr positiv auf sich aufmerksam gemacht. Das Zusammenwirken der beiden Künstlerinnen brachte denn auch ein sehr harmonisches Ergebnis hervor.

Das Programm enthielt eine Reihe der berühmtesten Liebeslieder des spätromantischen Repertoires. Durch die hilfreichen und sympathischen Hinweise des Moderators Florian Koltun fiel auf so manches Stück ein neues Licht. So sind die Stücke des „Italienischen Liederbuchs“ von Hugo Wolf im Ganzen sicher weniger bekannt als etwa die Volksliedbearbeitungen und volksliednahen Kunstlieder von Johannes Brahms, mit denen das Programm begann. Merkwürdigerweise war die ansonsten souveräne Stimme von Christine Albert am Beginn des Konzerts fast ein wenig befangen. Die Sängerin fand aber sehr bald ihre Sicherheit; und gerade bei den Liedern von Hugo Wolf brach dann das gewohnte Temperament und die Musikalität der jungen Künstlerin umso mehr durch. Bei der zweiten Zugabe, dem Brahms‘schen „pseudo-kölschen“ Volkslied, in dem ein junges Mädchen von seiner Mutter ein bestimmtes „Ding han“ will, war Christine Albert dann ganz besonders in ihrem Element.

Neben den Liedern von Brahms und Wolf weckten aber vor allem die vier Lieder des norwegischen Komponisten Edward Grieg Aufmerksamkeit. Diese Lieder, die in der Tradition der deutschen musikalischen Romantik stehen, werden sicherlich im Allgemeinen zu wenig beachtet, enthalten aber große melodische Kostbarkeiten, die vor allem in dem Stück „Die verschwiegene Nachtigall“ hörbar wurden. Vielleicht waren in dieser Hinsicht die Grieg-Lieder sogar so etwas wie der Höhepunkt des Liedernachmittags. Auch deswegen, weil hier die Singstimme und die Klavierbegleitung in besonderer Weise harmonierten und so einen umfassenden Kunstgenuss vermittelten.

Die Konzertreihe, zu der dieser Nachmittag gehörte und die seit diesem Jahr den aparten Titel „Montjoie Musicale“ trägt, verdient in jeder Weise Lob und Unterstützung. Was sich vielleicht auf den allerersten Blick nicht „rechnet“, trägt doch langfristig erheblich zur öffentlichen Wahrnehmung der Stadt bei, wie Florian Koltun in seiner Schlussmoderation sehr zurecht hervorhob.

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