„Montjoie Musicale“: Intime Erlebnisse beim Konzertbesuch

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Die Klassik-Reihe „Montjoie Musicale“ hat im Monschauer Kulturkalender inzwischen einen festen Platz. Initiator war vor Jahren der Musiker und Konzertveranstalter Florian Koltun. Foto: Archiv/P. Stollenwerk
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Die russische Pianistin Anna Carrere ist ebenfalls zu Gast beim Auftakt der fünften „Montjoie Musicale“-Reihe im Aukloster.
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Der russische Geiger Vadim Tchijik eröffnet am 20. November das erste Konzert der neuen Montjoie Musical-Reihe.

Monschau. Mit insgesamt neun Konzerten startet die Konzertreihe „Montjoie Musicale – Kammerkonzerte in Monschau“ in ihre neue Spielzeit 2016/2017. Auftakt ist am Sonntag, 20. November um 17 Uhr im Aukloster.

In Kooperation mit der Stadt Monschau, der Monschau Touristik GmbH und der Künstlervermittlung Koltun werden auch in diesem Jahr im Rahmen des Kulturprogramms wieder weitere internationale Musiker mit Rang und Namen die Kulturstadt Monschau besuchen. Die ebenso anspruchsvolle wie auch inzwischen beliebte Reihe geht jetzt in ihr fünftes Jahr.

Anlässlich des kleinen Jubiläums sprach unser Redakteur Peter Stollenwerk mit dem Initiator und Veranstalter der „Montjoie Musicale“, Florian Koltun.

Wie sind Sie vor fünf Jahren auf die Idee gekommen, ausgerechnet Monschau als Veranstaltungsort für eine Konzertreihe auszuwählen?

Florian Koltun: Der Ausgangspunkt war ein spontaner Spaziergang durch die Altstadt mit anschließender Burgbesichtigung (inklusive Schlosskapelle) zusammen mit meiner Frau Xin Wang. Die Paarung aus Geschichte und Natur macht Monschau zu etwas Besonderem und lässt viele Parallelen zur Klassischen Musik wiederfinden. Auch fand sich im großen Umkreis von Monschau keine wirkliche professionelle Konzertreihe für Kammermusik.

Natürlich war der Entschluss eine Konzertreihe zu gründen auch mit viel Risiko verbunden, da heutzutage ja die Einsparungen der kommunalen Kulturförderung wegen knapper Kassen gravierend sind und wir somit auch ins Veranstalterrisiko gehen müssen. Auch gab es von Seiten der Stadt Monschau, stellvertretend Frau Bürgermeisterin Ritter, und den anderen Sponsoren und Kooperationspartnern von vornherein ein großes Engagement die Reihe zu verwirklichen, was uns natürlich bekräftigt hat, die Idee umzusetzen.

Die Reihe besteht jetzt seit fünf Jahren. Gibt es inzwischen ein Stammpublikum oder finden sich auch immer wieder neue Musikfreunde ein?

Koltun: Im Regelfall kann man erst nach fünf Jahren sehen ob die Reihe sich etablieren konnte oder nicht. Wir hatten schon beim ersten Jahr einen großen Zuspruch, was sich in der rund 75-prozentigen Auslastung der Konzerte widerspiegelte. Ein fester Kern von Klassikliebhabern, die regelmäßig die Konzerte besuchen, kommt aus der Umgebung um Monschau, Roetgen und Simmerath. Jedoch finden sich zu jedem Konzert neue Gesichter, die am Ende sehr dankbar sind, dass klassische Musik auch außerhalb der Großstädte angeboten werden kann.

Heute können wir sagen, dass unser Publikum auch Menschen aus weiterer Entfernung anzieht (Köln, Aachen, Bonn), die den Konzertbesuch mit einem Ausflug in die Eifel verbinden. Es ist das besondere intime Erlebnis was wir in Monschau bieten können, welches in den großen Konzerthäusern nicht möglich ist. Der Klassikliebhaber kann mit den Künstler ins Gespräch kommen und ihn persönlich kennenlernen.

Was war rückblickend für Sie das bisher bedeutendste Konzert in Monschau?

Koltun: Es ist natürlich schwer einzelne Konzerte herauszunehmen, da jedes Konzert seinen individuellen Charakter zeigt. Das Orchesterkonzert zu Ehren von Paul Siebertz ist vielleicht ein Konzert was lange noch in Erinnerung bleibt. Der akkurate Klang des Orchestern aus Musikern der Klassischen Philharmonie Bonn mit gleichzeitiger Nähe des Publikums durch die Raumgestattung der Aukirche war wirklich ein unglaubliches Gefühl.

Auch das Gastspiel von Echo-Klassik Gewinner Yury Revich im Au-kloster war ein unbeschreibliches Gefühl. Vom ersten Stück war eine intensive Verbindung zwischen Künstler und Publikum da. Das ist auch der Grund warum Yury Revich in dieser Spielzeit wieder nach Monschau kommen wird.

Welche Schwerpunkte haben Sie für die neue Spielzeit gesetzt?

Koltun: Zusammen mit meiner Frau Xin Wang versuchen wir eine Spielzeit zu gestalten die neben Gastspielen der etablierten Künstlern auch die junge Musikergeneration einbezieht. Für uns war es aber von vornherein klar, dass wir nur durch musikalische Qualität langfristig die Reihe aufrecht erhalten können.

Für diese Spielzeit planen wir neun Konzerte, die von November bis Juli stattfinden werden. Mit Kazem Abdullah wird auch der jetzige Generalmusikdirektor als Kammermusiker in Monschau am 7. Mai auftreten. Es wird also ein vielseitiges Programm geboten.

Ist es eigentlich mühsam, Menschen für klassische Musik zu begeistern?

Koltun: Klassische Musik ist seit Jahrhunderten immer ein fester Bestandteil der Gesellschaft gewesen. Alle Sparten wie Pop oder Jazzmusik leiten sich von der Klassischen Musik ab. Ich glaube die von vielen gedachte Komplexität der klassischen Musik ist sehr oft ein Grund, warum viele Menschen dennoch meinen, klassische Musik nicht zu verstehen.

Es ist daher Aufgabe von Veranstaltern, Schulen und Musikern, diese Ängste zu nehmen und zu zeigen, dass jeder klassische Musik auf seiner Art verstehen kann. Seit Beginn der Reihe haben wir uns dieser Aufgabe gestellt und moderieren die Konzerte. Somit bekommt auch derjenige der z.B. zum ersten Mail ein Konzert besucht, einen einfacheren Zugang. Darüber hinaus ist es auch wichtig Kinder und Jugendliche an Klassik heranzuführen. Wer als Kind mit der Musik in Verbindung kommt, wird immer ein Interesse daran haben.

Gibt es einen Künstler, den sie besonders gerne einmal nach Monschau locken würden?

Koltun: Im Gegensatz zu den großen Häuser in Aachen, Köln oder Bonn sind unsere finanziellen Möglichkeiten natürlich begrenzt. Trotzdem wäre es natürlich ein Traum einmal Musikpersönlichkeiten wie Daniil Trifonov, Yuja Wang, Joshua Bell oder das Fauré-Quartett im Aukloster hören zu können. Gerade die intime und persönliche Atmosphäre könnte bei solchen Künstlern wirklich außergewöhnlich sein. Vielleicht bekommen wir ja einmal die Möglichkeit hierzu.

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