„Montjoie Musicale“: Abschlusskonzert mit markanter Note

Von: js
Letzte Aktualisierung:
12409813.jpg
Mario Coppola erwarb sich mit „kantigem“ Repertoire die Gunst des Publikums. Foto: Josef Schreier

Monschau. Bei voll besetztem Haus im Aukloster ging jetzt die diesjährige Reihe „Montjoie Musicale“ mit dem italienischen Meisterpianisten Mario Coppola unter großem Zuspruch des Publikums zu Ende.

Innerhalb der Reihe der interessanten Klaviervirtuosen, die in Monschau bereits zu erleben waren, setzte am Sonntag Mario Coppola eine markante eigene Note.

Die Zusammenstellung des Programms war sehr eigenwillig und anspruchsvoll. Schon der Einstieg mit sechs ausgewählten Beispielen aus Claude Debussys „Préludes pour le piano“ verlangte dem Publikum einiges ab. Um die beliebten und eingängigen Stücke, die es bei diesen späten Werken des impressionistischen Meisters durchaus gibt, machte Coppola einen großen Bogen.

Zu hören waren dagegen die eher spröden und kantigen Stücke. Moderator und Veranstalter Florian Koltun wies darauf hin, dass Debussy sich oft von ganz unscheinbaren und zufälligen Eindrücken und Erlebnissen inspirieren ließ, denen der Komponist dann musikalisch auf eigene Weise nachzuspüren suchte.

Impression ertastet

Man hatte als Zuhörer durchaus das Gefühl, dass es genau dies war, was dem Interpreten Coppola am Herzen lag und was ihm sehr gut gelang: nämlich die Bewegung dieses Nachspürens mitzugehen, sich gleichsam in die „Impression“ des Musikstücks hineinzutasten. Dazu verhalfen ihm ein höchst differenzierter Anschlag und eine ausgefeilte musikalische Dramaturgie. Die Darbietung Coppolas der H-moll-Ballade von Franz Liszt, bei der in der Tat der – wie Koltun sagte –„philosophische“ Ernst die bloße Virtuosität überwog, konnte für das Werk sehr einnehmen.

Später Beethoven

Nach der Pause ging es dann mit einem ähnlich „philosophischen“ Schwergewicht weiter, nämlich Beethovens Sonate op. 110. Sie gehört zu den Spätwerken des Meisters und greift musikalisch weit über seine Zeit hinaus. Beethoven hat diese Sonate zusammen mit zwei anderen geschrieben, die daher meist im Ganzen als Dokument der angefochtenen mentalen und musikalischen Situation eines damals avantgardistischen Künstlers verstanden werden. Coppolas Darbietung strich auch durchaus eher die widerborstigen Seiten dieses Stückes heraus und machte es dadurch dem Zuhörer nicht leicht. Aber insgesamt ergab sich ein überaus stimmiger Eindruck.

Auch das Schlussstück von Fréderic Chopin, die „Polonaise-Fantasie“ op. 61, war nicht eines, das auf unmittelbare Zugänglichkeit aus ist. Auch hier handelt es sich um ein Spätwerk, das auf etwas hinzuweisen versucht, was dem Komponisten selbst noch nicht restlos klar ist. Florian Koltun hob darauf in seiner Moderation zurecht ab. Diese Zwiespältigkeit konnte auch in der Darbietung Coppolas genau nach- und mitgehört werden.

Immerhin waren die Zugaben, die Coppola dem dankbar applaudierenden Publikum schenkte, dann doch etwas lieblicher und zugänglicher, besonders das Schlussstück, eine mitreißende Sonate von Domenico Scarlatti.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert