Monschau - Monschaus Ganztagsschule soll bezahlbar bleiben

Monschaus Ganztagsschule soll bezahlbar bleiben

Von: P. St.
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Freies Spielen und Hausaufgabenbetreuung bilden neben dem Mittagstisch die Stützen der Offenen Ganztagsschule. Das ist auch im Grundschulgebäude Konzen (Foto) nicht anders. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Die Betreuung in der Offenen Ganztagsschule (OGS) an den Monschauer Grundschulen gibt es nicht zum Nulltarif. Wie aber schafft man es, dass die OGS für alle bezahlbar bleibt und alle Eltern, die es wünschen, ihre Kinder bis 16 Uhr in eine gesicherte Nachmittagsbetreuung schicken können?

Bislang haben die drei OGS-Trägervereine im Stadtgebiet Monschau (der Verein zur Betreuung Monschauer Grundschulkinder für die KGS Höfen, der Förderverein der Grundschule Imgenbroich-Konzen und der Verein der Freunde und Förderer der Grundschule Mützenich) die Elternbeiträge nach bestem Wissen und Gewissen festgesetzt und auch soziale Aspekte berücksichtigt.

72.000 Euro Elternbeiträge im Jahr

Da die Stadt Monschau ab dem kommenden Schuljahr als Schulträger aber die Beiträge einheitlich festlegt und auch erhebt, lag dem Bildungsausschuss jetzt ein Satzungsentwurf zur Beratung vor, der eine Beitragsstrukturierung vorsah, die sich an sieben Einkommensgruppen orientiert.

Im laufenden Schuljahr sind 131 Kinder an der OGS angemeldet. Insgesamt 72.000 Euro im Jahr müssen zur Finanzierung der OGS im Jahr erwirtschaftet werden. Bislang haben die jeweiligen OGS-Träger die Beiträge festgesetzt und erhoben. Dieses Verfahren aber wird inzwischen vom Land bemängelt, so dass die Stadt Monschau reagieren musste.

Als „sozial nicht ausgewogen“ bezeichnete Uli Kühn (CDU) den von der Verwaltung vorgelegten Satzungsentwurf trotz seiner sozialen Staffelung. Bedenklich erschien ihm vor allem der vorgeschlagene monatliche Elternbeitrag in Höhe von 30 Euro für die untere Einkommensgruppe mit einem Jahresbruttoeinkommen bis zu 24.000 Euro.

Kühn hatte auch einmal einen Blick auf andere Kommunen in der Städteregion geworfen und festgestellt, dass hier die untere Einkommensgruppe vom Beitrag befreit ist. Auch dass beim dritten und vierten Geschwisterkind noch anteilig Beiträge erhoben werden sollten, halte er für nicht angemessen. Ihm erscheine der Satzungsentwurf „mit heißer Nadel gestrickt“ und dieser sollte daher noch einmal überarbeitet werden, meinte Kühn.

Der CDU-Vertreter im Bildungsausschuss, selbst Lehrer, hob ausdrücklich das Engagement der drei Fördervereine hervor, dank deren ehrenamtlichem Einsatz in den zurückliegenden zehn Jahren die Elternbeiträge bislang in einem verträglichem Rahmen hätten gehalten werden können. Die Fördervereine sollte man auch weiterhin ins Boot nehmen.

Arbeitskreis gebildet

Dass bei den Elternbeiträgen eine soziale Staffelung vorgesehen sei, bewertete Brigitte Olschewski grundsätzlich positiv, aber der Entwurf bedürfe dennoch einer Überarbeitung unter Berücksichtigung der nicht so gut Verdienenden. Außerdem müsse man bedenken, dass auch noch die Kosten für das Mittagessen hinzugerechnet würden. Susanne Evans (SPD) meinte, dass man auch bei der Ferienbetreuung überlegen solle, ob eine Beitragsreduzierung für untere Einkommensgruppen möglich sei.

Nachdem sich zeigte, dass durchweg noch Beratungsbedarf bestand, schlug Hermanns Mertens von der Stadtverwaltung vor, wegen des Zeitdrucks (am 1. März starten bereits die OGS-Anmeldungen) einen runden Tisch, bestehend aus Trägervereinen, Schulen, Fraktionen und Verwaltung einzuberufen, damit der Stadtrat in seiner Sitzung am 24. Februar die überarbeitete Beitragssatzung beschließen kann.

Indes hat die NRW-Landesregierung zum 1. Februar die Fördersätze für die Offene Ganztagsschule im Primarbereich angehoben. Die Anhebung erfolgt in zwei Schritten: Zum 1. Februar und zum 1. August steigt die Landesförderung um je 1,5 Prozent. Ab 2016 werden die Fördersätze jährlich um 1,5 Prozent erhöht.

Dadurch steigen die Fördersätze des Landes in diesem Jahr in zwei Schritten um insgesamt 30 Euro pro Kind bzw. 56 Euro pro Kind mit besonderem Förderbedarf. Landesweit gibt es in NRW in diesem Schuljahr 282.600 OGS-Plätze.

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