Monschauer Zeitungen im Weltkrieg: Todesanzeigen mehren sich

Von: Günter Krings
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Nordeifel. Die beiden Monschauer Tageszeitungen berichten auch im Oktober des Jahres 1914 ausführlich über die Kriegsschauplätze in Europa, von denen hier nur zwei erwähnt werden sollen.

In der ersten Oktoberhälfte wird Antwerpen von der deutschen Armee erobert, und deutsche Truppen besetzen Brügge und Ostende. Danach stoßen sie weiter vor in Richtung Ypern, wodurch eine Verbindung der deutschen Front zwischen Flandern und Nordfrankreich hergestellt wird. Hier beginnt nun ein mehrjähriger Stellungskrieg zwischen den kriegführenden Nationen mit weit über einer Million Toten.

Tragödien verschwiegen

Im Osten werden auf Ostpreußen vorrückende russische Truppen zurückgeschlagen. Von toten und verwundeten Soldaten wird in der Presse nichts berichtet, da die Heeresleitung weiterhin dem deutschen Volk die Tragödien an der vordersten Front verschweigt. Allerdings wird die „Ehrentafel“, eine Liste mit verwundeten und gefallenen Soldaten aus dem alten Kreis Monschau, immer länger. Am 7. Oktober zum Beispiel werden 23 verwundete oder gefallene Soldaten mit Namen aufgeführt, darunter Josef Cremer aus Kesternich, Gustav Schröder aus Roetgen und Josef Steinröx aus Konzen als Gefallene.

Am 5. Oktober 1914 berichtet der Stadt- und Landbote über ein enorm großes Angebot an Schweinen auf dem Markt, weshalb die Preise für Schlachtschweine erheblich gesunken sind. Ursache für diese Schweineschwemme ist, dass keine russische Gerste für die Schweinsmast mehr eingeführt werden kann, so dass die Landwirte in den westlichen preußischen Bezirken es vorziehen, die Schweinsmast zu reduzieren oder ganz aufzugeben, so dass in Kürze eine außerordentliche Preissteigerung für Schweinefleisch zu erwarten ist.

Die Bauern im Kreis Monschau werden aufgefordert, die jetzt niedrigen Schweinspreise auszunutzen, um noch nicht schlachtreife Schweine zur Mästung anzukaufen, die dann geschlachtet werden sollen, wenn die Preise wieder steigen.

Am 8. Oktober setzt der Landrat des Kreises Monschau Höchstpreise für den Kleinverkauf von Schweinefleisch fest: Ein Pfund (Pfd) Schweinebraten darf höchsten 1 Mark kosten, 1 Pfd fettes Speck 0,70 Mark, 1 Pfd Blutwurst 0,40 Mark oder 1 Pfd geräucherte Bratwurst 1 Mark. Diese Preisliste muss innerhalb und außerhalb der Metzgereien angebracht werden. Es drohen Geldstrafen bis zu 3000 Mark oder sechs Monate Gefängnis.

Musikvereine und Gesangsvereine veranstalten Wohltätigkeitskonzerte, deren Einnahmen dem Roten Kreuz zur Betreuung von durch die Kriegsereignisse betroffenen Familien zur Verfügung gestellt werden.

Auch andere Vereine und Privatpersonen spenden für die Betreuung von Soldaten und deren Familienangehörigen. So wurden in der Bürgermeisterei Simmerath 699 Mark für das Rote Kreuz gesammelt, für die Sammlung Ostpreußen spendete der Schmied Josef Schnitzler aus Imgenbroich 5 Mark, und der Rentner Emil Scheibler aus Monschau spendete 50 Mark für die Sammlung Elsass-Lothringen.

Gesammelte Liebesgaben

Gesammelte Liebesgaben für das II. Bataillon erreichten am 6. Oktober ihr Ziel. „Unbeschreiblich war der Jubel und die Freude der Soldaten, aus der Heimat Nachricht zu erhalten.“ Möglich war dieser Transport an die Front nur deshalb, weil Michael Wilden aus Lammersdorf und Hülsdau aus Elsenborn ihre Lastwagen zu Verfügung stellten und diese selbst bis zum Zielort, der leider nicht genannt wird, lenkten.

Im Anzeigenteil mehren sich Todesanzeigen für gefallene Soldaten und Danksagungen für die bekundete Anteilnahme am Tod der gefallenen Söhne und Ehemänner.

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