Monschauer Tafel: „Hier geht keiner mit leeren Händen heraus“

Von: Günther Sander
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Der Vorsitzender der Monschauer Tafel, Georg Kaulen (rechts) präsentierte stolz den „neuen Laden“ im Himo, für den auch Bürgermeisterin Margareta Ritter (2. von links) anerkennende Worte fand. Foto: Günther Sander

Monschau. Ein Jahr zuvor schon hatte die „Monschauer Tafel“ im Himo in Imgenbroich neue Räumlichkeiten bezogen, aber jetzt erst wurde offiziell und später mit einem Tag der offenen Tür der „tolle, neue Laden“ vorgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Tafel- Vorsitzender Georg Kaulen strahlte, er hieß zahlreiche Gäste, darunter Bürgermeisterin Margareta Ritter (Monschau), Bürgermeister Jorma Klauss (Roetgen) und für Simmeraths verhinderten Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns den Beigeordneten Roger Nießen herzlich willkommen. Nicht zu vergessen die anwesenden Spender, die wie immer dafür sorgen, so Kaulen dankend, dass der „Laden hier auch richtig läuft.“

Apropos Laden: In der Tat, was sich im Himo den Gästen darbot, erinnert an einen großzügigen Lebensmittelmarkt, in dem ein gut durchsortiertes Angebot für die Kunden bereitsteht.

„Das ist quasi heute gleichzeitig auch eine Geburtstagsfeier, wir sind bisher noch nicht dazu gekommen, das einjährige Bestehen hier gebührend zu feiern“, meinte Georg Kaulen. „Ich freue mich, dass die Vertreter aus Monschau, Simmerath und Roetgen zugegen sind, aber auch Sponsoren und Gönner haben heute die Gelegenheit sich umzuschauen, wie es bei der Tafel so läuft“, meinte Kaulen stolz.

Damit die Tafel und auch der „Laden“ in Zukunft gut laufen, wünscht Georg Kaulen sich weitere ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, um dann eine „zweite Schicht“ aufstellen zu können.

Bisher stehen 65 „Ehrenamtliche“ immer dann ihren Mann oder ihre Frau, wenn sie gebraucht werden. „Jedes Jahr leisten diese Getreuen ehrenamtlich rund 10 000 Arbeitsstunden“, bilanzierte Kaulen. Besonders wichtig sei, dass „kein Kunde hier mit leeren Taschen rausgeht“. Ergo: Die Monschauer Tafel ist ein Selbstläufer und eine Erfolgsgeschichte dank einer engagierten Führung und des treuen Mitarbeiterstabs.

Kaulen erwähnte, dass man auch Kindergärten und Schulen sowie Jugend-Cafés beliefere. „Was wir auf keinen Fall wollen, dass man Lebensmittel vernichtet oder gar wegwirft. Alles soll sinnvoll genutzt werden“, wünscht Georg Kaulen, seit 2009 Vorsitzender der Tafel.

Gegenüber unserer Zeitung sagte er, den Schritt zur Tafel hin habe er „nie bereut.“ Daran hänge er, dafür packe er gerne an. Im bereite es große Freude mitzuerleben, wie dankbar die Leute ihre Einkäufe tätigen würden.

Umsonst gibt es in der Tafel nichts, für eine Einzelperson oder Zweipersonenhaushalt müssen zwei Euro auf den Kassentisch gelegt werden, bei einem Warenwert zwischen 25 und 30 Euro dann gerade mal vier Euro.

Vor dem offiziellen Teil führte Kaulen durch die neuen, schönen Räume. Dazu gehören neben dem Verkaufsraum ein ansprechender Aufenthaltsraum mit Tischen und Stühlen (vor dem Laden stehen weiße, vom Hausherrn gestiftete Bänke). Es gibt einen „Schokobunker für Leckerchen“, ein Trockenlager für Hygieneartikel, Konserven, Marmelade, jeweils eine Gefrier- und eine Kühlzelle, beide gut gefüllt, wie ein Blick ins Innere verrät. Für das Personal steht ein Sozialraum zur Verfügung, wofür Kaulen sich noch eine Küchenzelle wünscht.

Wie in einem gut sortierten Laden selbstverständlich, finden sich zahlreiche Regale für Obst, Gemüse, Brot- und Backwaren, Süßigkeiten, Kaffee, Tee.

Aus Geschäften, Firmen und Bäckereien komme stets willkommener Nachschub, sagt Kaulen. Immerhin finden sich je Woche an den drei Angebotstagen bis zu 700 Kunden im Himo bei der Tafel ein. Da gehe es stets lebhaft zu. Jeder der 65 Ehrenamtlichen wisse, was er zu tun habe.

Von montags bis samstags sei ein Dreier-Team mit dem „Sprinter“ unterwegs, um in rund 20 Geschäften und sieben Bäckereien im Raum Monschau, Roetgen und Simmerath Waren abzuholen.

Die Kunden besitzen einen Einkaufsausweis, aus dem sichtbar wird, ob Einzelperson, Zweier- oder Mehrfamilienhaushalt zum Einkauf erschienen sind. Mittels eines Loses, vor Verkaufsbeginn zu ziehen, wird die Reihenfolge der Käufer und Käuferinnen bestimmt.

Die Kostenseite beziffert Georg Kaulen als „nicht gerade gering“, immerhin verschlinge allein der „Sprinter“ jährlich an Sprit, Versicherung und Unterhalt stolze 10 000 Euro. Außerdem steht ein weiteres Fahrzeug zur Verfügung. „Ohne Spenden von Firmen, Banken und Privatleuten (monatlich zehn bis 150 Euro) wäre das alles nicht zu stemmen“.

Die Ladentüre sei weit geöffnet, ein vielseitiges Angebot erfülle die Wünsche der „Tafel“-Kunden durchaus, getreu dem Motto „Jeder gibt, was er kann“ und „Keiner geht mit leeren Taschen hier raus.“

Die stete Zunahme von Flüchtlingen, auch das ließ Kaulen wissen, sei eine Herausforderung, der man sich stellen müsse. Dank großzügiger Spendenbereitschaft wäre man bisher gut über die Runden gekommen.

Auch Bürgermeisterin und Himo-Geschäftsführerin Margareta Ritter richtete einige Worte an die Gäste. Auch von ihr gab es ein dickes Lob „für eine vorzügliche Einrichtung“, die einem guten Zweck diene, bestens angenommen werde und viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zähle, die der Einrichtung zu einer „echten Erfolgsgeschichte“ verholfen hätten.

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