Monschauer Straße: Ausbau eine Nummer kleiner

Von: Werner Breuer
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Es muss nicht gleich vierspuri
Es muss nicht gleich vierspurig sein: Gaby Breuer (CDU) und Roland Jahn (Grüne) machen sich beim Ausbau der Monschauer Straße für eine abgespeckte Variante stark, bei der man auch ohne ungeliebte Lärmschutzwände in Lichtenbusch auskommen Foto: Harald Krömer

Aachen. Erfolgreich abgespeckt - diese Botschaft haben Vertreter der schwarz-grünen Ratsmehrheit jetzt in Lichtenbusch verkündet: Der Ausbau der Monschauer Straße fällt wohl etwas kleiner aus als noch Anfang des Jahres angenommen.

„Damals waren wir ziemlich entsetzt”, berichtet Roland Jahn (Grüne), der Vorsitzende des Mobilitätsausschusses. Pläne des Landesbetriebs Straßen NRW sahen seinerzeit vor, die Monschauer Straße zwischen dem Anschluss an die Autobahn 44 und der Einmündung in das Gewerbegebiet Pascalstraße vierspurig auszubauen. Von dort aus sollte es dann bis zur Himmelsleiter auf drei Fahrstreifen weitergehen.

Die Planungen waren ausgelöst worden durch den Verzicht auf eine Umgehungsstraße für Kornelimünster und Walheim. Statt eine Trasse durch das Indetal zu führen, sollte der Verkehr zwischen der Eifel und Aachen oder der Autobahn über die Monschauer Straße abgewickelt werden. Mit deren Beförderung zur Bundesstraße sah sich Straßen NRW wohl zu umfassenden Planungen berufen. „Der Landesbetrieb hat das für sich als Auftrag gesehen”, meint Jahn.

Glücklich machte das die Aachener Ratsmehrheit nicht wirklich. CDU-Verkehrspolitikerin Gaby Breuer verweist da nicht zuletzt auf Lärmschutzwände, die ein vierspuriger Ausbau in Lichtenbusch nach sich ziehen müsste. „Dann leben die Leute hier hinter den hohen Wänden”, so Breuer, „dafür sind sie doch nicht ins Grüne gezogen.” Zu beklagen sei zudem ein unnötiger Flächenverbrauch. „Es gibt da gar keine großen Engpässe”, meint Jahn. Und Gaby Breuer misstraut Prognosen, die der Monschauer Straße eine steigende Verkehrsbelastung von täglich bis zu 29 000 Fahrzeugen prophezeien. „Da wurde immer mit einem Wahnsinnszuwachs argumentiert”, so Breuer, „aber ich glaube eher, dass es zurückgeht.”

Und so machten die Aachener sich daran, dem Landesbetrieb die „überdimensionierten” Pläne (Jahn) auszureden - in Abstimmung mit den Kollegen aus der Städteregion, wo ebenfalls Schwarz-Grün das Sagen hat. Dabei wurden natürlich „Zielkonflikte” offenbar: Berufspendler aus der Eifel denken weniger an Lärmschutz und Flächenverbrauch, sondern eher an Staus und Traktoren, die sie bei ihren täglichen Touren zwischen dem Arbeitsplatz in der Stadt und dem Wohnort im Grünen ausbremsen. „Aber zu Stoßzeiten gibt es eben immer mal Staus”, sagt Gaby Breuer, „und wenn ein Traktor vor einem fährt, dann ist das eben so.”

„Neuralgische Punkte”

Für solche Belastungsspitzen müsse die Monschauer Straße nicht in dieser Form ausgebaut werden, darin waren sich laut Roland Jahn dann Vertreter von Stadt und Städteregion einig. Über die Aachener Verwaltung wurde dieses Meinungsbild an den Landesbetrieb herangetragen - und der will nun nach Auskunft von Breuer und Jahn seine Pläne entsprechend „anpassen”.

So soll der Ausbau in zwei Abschnitten angepackt werden. Zunächst soll das Teilstück zwischen Autobahn und Pascalstraße maximal dreispurig werden, um die ungeliebten Lärmschutzwände käme man dann wohl herum. Einige Einmündungen müssten sicher umgestaltet werden, Roland Jahn hält sie für „neuralgische Punkte”. Auch im zweiten Abschnitt zwischen Pascalstraße und Relais Königsberg müsste bei einigen Kreuzungsbereichen Hand anlegt werden. So sollte nach Ansicht von Jahn der Streckenverlauf von der Himmelsleiter auf die Monschauer Straße klar erkennbar sein.

Ansonsten aber sollte der zweite Abschnitt erst nach einer erneuten Prüfung in Angriff genommen werden. Der Grüne geht deshalb davon aus, dass „hier erstmal gar nichts passiert”. Das erste Stück könnten sich die Planer von Straßen NRW aber schon zügig vornehmen. Gaby Breuer hofft, dass Weihnachtsmarktbesucher aus der Eifel schon im kommenden Jahr über eine ausgebaute Monschauer Straße nach Aachen fahren können. Bis dahin müsste der Landesbetrieb erst einmal im Detail planen und auch die Kosten ermitteln. Ohne genaue Zahlen zu kennen gehen Breuer und Jahn aber davon aus, dass die abgespeckte Variante um Einiges billiger wird.
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