Monschauer Stadtwald wirft weiter satten Gewinn ab

Von: hes
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Dem Stadtwald Monschau kommt seit Jahren der hohe Fichtenanteil zugute, wie Betriebsleiter Joachim Knoth jetzt im Monschauer Umweltausschuss lobte. Der Preis für Nadelholz ist anhaltend hoch, während Laubholz im Kurs eher rückläufig ist. Foto: Heiner Schepp

Monschau. „Zum Glück haben wir den Stadtwald damals nicht verkauft, als er zur Disposition stand.“ Roland Krökel (SPD) erinnerte jetzt im Umweltausschuss an Zeiten, als die Stadt Monschau aufgrund ihrer Finanzmisere ernsthaft in Erwägung zog, den Stadtwald zu verkaufen. Damals, in den 90er-Jahren, wurde der städtische Wald manches Jahr mit einem Jahresdefizit bewirtschaftet, teils Kalamitäten, also Schädlingsbefall und Wetterereignissen geschuldet. Das aber ist seit Jahren anders.

Mindestens seit dem Jahr 2008 bringt der Wald Jahr für Jahr mindestens 150.000 Euro Gewinn für die klamme Kasse – so auch voraussichtlich im kommenden Jahr: 182.870 Euro Gewinn hat die Aufstellung des Forstwirtschaftsplans für 2017 ergeben, der jetzt im Monschauer Umweltausschuss beraten wurde.

„Wir betreiben hier in Monschau mit gutem Personal Waldwirtschaft auf hohem Niveau“, lobte Forstdirektor Joachim Knoth vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde die Arbeit von Klaus-Jürgen Schmitz und seiner Mannschaft. „Dabei spielt uns natürlich seit Jahren der gute Holzpreis in die Karten“, sagte der Forstdirektor und machte auch den hohen Fichtenanteil im Stadtwald für die guten Zahlen verantwortlich. Bei aller Wirtschaftlichkeit lege die Forsteinrichtung aber auch weiterhin großen Wert auf Nachhaltigkeit im Bezug auf den Erholungswert des Waldes, den Forst als Trinkwasserquelle sowie beim Biotop- und Artenschutz.

Der Vorrat wächst

Deutlich wird die nachhaltige Bewirtschaftung aber auch am Holzbestand: Ausgehend von einem laufenden Zuwachs von derzeit 15.239 Festmetern pro Jahr, einer objektiven jährlichen Nutzungsmöglichkeit von 10.825 Festmetern und dem neu festgesetzten Hiebsatz von gut 9000 Festmetern Fichten-, Douglasien- und Lärchenholz werde der Holzvorrat auch im Forstwirtschaftsjahr 2017 weiter ausgebaut, wie die Verwaltung berichtete.

Auch wenn Schädlinge und Unwetter dem Stadtwald 2016 bisher fern blieben, so stellten doch die überdurchschnittlichen Regenmengen eine besondere Herausforderung für den Holzeinschlag und insbesondere für das Rücken dar. „Die gute Zusammenarbeit zwischen Forstbetrieb und regionalen Unternehmern machte es aber dennoch möglich, den vor einem Jahr aufgestellten Zeit- und Hauungsplan einzuhalten“, heißt es im Vorbericht. Stand heute werde daher der Haushaltsansatz für die Erlöse aus Holzverkäufen in Höhe von 526.000 Euro im Jahr 2016 mit erwarteten 624.000 Euro „mindestens erreicht“, wahrscheinlich aber, wie in den Vorjahren, überschritten. „Der Forstbetrieb leistet damit auch weiterhin einen nachhaltigen Beitrag zum Haushaltsausgleich“, so der Bericht.

In etwa gleich bleiben bei erwarteten Gesamterlösen von 765.990 Euro die anderen Einnahmeposten: gut 94.000 Euro aus Mieten und Pachten, 40.000 Euro Erträge aus Internen Leistungsbeziehungen und 7500 Euro Erstattungen aus anderen Bereichen.

Bei den Aufwendungen von gesamt 583.120 Euro machen die Personalaufwendungen mit gut 300.000 Euro den Hauptanteil aus, dazu kommen vor allem Versicherungen und Genossenschaft sowie die Unterhaltung von Grundstücken, Gebäuden und Fahrzeugen.

Natürlich ist im Stadtwald für 2017 nicht nur Einschlag geplant, sondern auch Bestandsbegründung. Laut Kulturplan sollen vor allem Weißtanne (7000 Stück auf 42 Hektar) und Douglasie (2400 Stück auf sieben Hektar) neu- bzw. nachgepflanzt werden, weil sie mit dem sich verändernden Klima – Stichwort globale Erwärmung – besser klar kommen als die vorherrschenden Baumarten Buche und Fichte. Der Vorbericht zum Forstwirtschaftsplan 2017 zeichnete hier ein fast schon dramatisches Bild, wie sich die fortschreitende Erwärmung nachteilig auf den Eifeler Wald auswirken werde.

Auch im Waldschutz wird man 2017 aktiv sein. Auf einer Fläche von rund 35 Hektar sollen dann junge Buchen, Douglasien, Weißtannen, Eschen, Roteichen und Fichten im Spritzverfahren und alternativ mit Schafwolle gegen Wildverbiss geschützt werden. Denn, auch das macht der Bericht deutlich, „nach wie vor stellen die hohe Wildpopulation und die von ihr versuchten Schäden ein nicht zu leugnendes Problem für den Forstbetrieb dar“.

Der Forstwirtschaftsplan 2017 wurde dem Rat für seine Sitzung im November vom Umweltausschuss einstimmig zur Beschlussfassung empfohlen. „Man merkt einfach, dass hier Fachleute am Werk sind“, lobte Waltraud Haake (CDU) und Roland Krökel findet den Forstbericht „immer wieder erfreulich“.

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