Monschauer Pfeifenrunde: Aufnahme nur unter dem Tisch

Von: Fabian Metzger
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In aller Ruhe: Horst Milczynski, Peter Jansen und Alfred Höner (v.l.n.r.) rauchen beim monatlichen Treffen im Klubhaus ihre Pfeifen. Foto: Fabian Metzger

Monschau. „Ich rauche immer, was es umsonst gibt”, erklärt Peter Jansen (71 Jahre). Er ist Mitglied der „Monschauer Pfeifenrunde”, einem der erfolg- und traditionsreichsten Pfeifenvereine auf der Welt. Bei dieser Runde geht es nicht nur darum, in gemütlichem Beisein Pfeife zu rauchen.

Was sich Jansen als Hobby ausgesucht hat, ist ein echter Wettkampf: Es wird um die Wette geraucht. Jeder Teilnehmer erhält genau drei Gramm vom selben Tabak und zwei Streichhölzer. Ziel ist es, die Pfeife möglichst lange zu rauchen. Der Tabak muss also möglichst langsam verbrennen.

Jansen ist „aus Spaß an der Freud” dabei. Außerdem entstehe so ein großes Gefühl von Kameradschaft und Zusammengehörigkeit. Mittlerweile sind alle fünf Mitglieder der Pfeifenrunde gute Freunde und verreisen auch privat zusammen. Insbesondere ein Aufenthalt in Lüttich ist Jansen gut im Gedächtnis geblieben. Weil in Belgien in Kneipen Rauchverbot herrscht, mussten sich die Freunde etwas einfallen lassen: „Dann haben wir zusammen auf einem Schiff geraucht. Tolles Gefühl.”

Jansen blickt bereits auf eine langjährige Erfahrung als Pfeifenraucher zurück, ist jedoch eher zufällig zum „Sportrauchen” gekommen. Der 71-Jährige hat früher als Busfahrer gearbeitet, und als er die Pfeifenraucher einmal zu einem Wettkampf in Oberfranken fuhr, kam eins zum anderen: „Es fehlte ein Teilnehmer, und weil ich so gut am Rauchen war, haben die mich einfach behalten.”

Dabei wurde ihm diese Leidenschaft schon in die Wiege gelegt: Sowohl sein Großvater als auch sein Vater waren in einem Pfeifenrauchverein. „Und wenn du als Kind gerne was zu nuckeln hattest, dann findest du Pfeife rauchen auch super”, behauptet Jansen.

Traurig findet er heute die Nachwuchssorgen des Vereins: „Die jungen Leute haben einfach kein Interesse dafür.” Vielleicht fürchte sich die Jugend aber auch einfach nur vor den Aufnahmeriten. Jeder Neuling muss unter einen Tisch mit langem Tischtuch kriechen und dort ausharren, während alle Mitglieder den ganzen Abend lang ihren Pfeifenrauch unter die Tischdecke pusten.

Jansen selbst ist privat zwar kein Pfeiferaucher, trainiert aber mit Zigarren: „Kleine, kurze Züge sind der Schlüssel zum Erfolg.” Weshalb er überhaupt Pfeife und nicht immer Zigarren rauche, erklärt er so: „Pfeife ist einfach gesund, also zumindest spür ich nichts, und der Geschmack ist auch toll”.

Das „Kampfrauchen” ist für ihn so seriös wie „Frikadellenweitwurf”. Und langsam verebbt auch bei Peter Jansen der Enthusiasmus, mit dem er in den vergangenen 30 Jahre noch an Turnieren teilgenommen hat: „Man wird ja auch nicht jünger, ne?!”

Das Wichtigste bleibt für ihn jedoch die Erfahrung: „Wenn du Pfeife rauchst, dann weißt du, wo du hingehörst.”
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