Monschau - Monschauer Kirmes: „Übbes“ ist der König der Überraschungen

Monschauer Kirmes: „Übbes“ ist der König der Überraschungen

Von: Egl
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Auf dem Jubelzug durch die Monschauer Altstadt (v.l.n.r.): Vereinspräsident Georg Kaulen, Königin Ulrike (Meininghaus), Schützenkönig Ralf II. (Grefen) und der Geschäftsführer der Bürgerschützen Ralf Kaulen. Foto: H. Egerland

Monschau. „Einen Schützenanzug werde ich nie anlegen“, hatte man einst Ralf Grefen sagen hören. Das Monschauer Urgestein setzte lieber auf die Bierkönig-Gesellschaft und freute sich, 2010 dort durch einen gekonnten Steinwurf auf eine Bierflasche in der Rur die Königswürde erlangt zu haben.

Zwei Jahre später dann kam die erste große Überraschung: Ralf Grefen, in Monschau unter dem Namen „Übbes“ bekannt, wurde Mitglied des altehrwürdigen Schützenvereins. Am vergangenen Samstag nun folgten weitere Überraschungen, mit denen niemand gerechnet hatte: Grefen erschien nicht nur im Anzug und mit Schützenhut zum Schützenfest, er schoss auch mit auf den Königsvogel – und holte ihn in seinem ersten Anlauf herunter: Ralf II. (Grefen) ist Monschaus „König der Überraschungen“.

Am vergangenen Freitag hatten knapp 40 Bürgerschützen ihrer scheidenden Majestät Hermann I. (Weiß) noch einen prachtvollen Fackelzug durch die Altstadt geschenkt. Nach einer ausführlichen Runde marschierten die Monschauer in ihre zentral gelegene Markthalle, wo es einen Kirmesball für alle Bürger und Besucher gab. Bis tief in die Nacht feierte man dort gemeinsam bei Musik und Tanz.

Am Tag darauf wurde es ernst, denn eine neue Majestät für die Saison 2014/15 musste gefunden werden. Nach einem langen Marsch, angeführt vom Löschzug Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr Monschaus und den Cheerleader-Girls des TuRa Monschau und begleitet von den Musikern des Trommler- und Pfeiferkorps Imgenbroich sowie der Musikvereinigung Montjoie fanden sich die Schützen und ihr Publikum am Schießplatz Burgau ein, wo der starke Holzvogel in Position gebracht wurde.

Spannung lag in der Luft, denn schon im Vorfeld hatten mehrere Anwärter ihr Vorhaben bekundet, in diesem Jahr Schützenkönig der Altstadt werden zu wollen. Ralf Grefen hatte dabei aber niemand auf der Rechnung. „Heute Morgen hat er mir davon erzählt“, berichtet Ulrike Meininghaus. „Er sagte zu mir: Heute halte ich auf das Ding voll drauf!“ Und das tat er auch. Neben ihm hielten noch drei weitere Aspiranten wacker aus: Klaus Stollenwerk, Ralf Weishaupt-Ungermann und Bernd Maaßen kämpften standhaft, aber mit sportlicher Fairness über zwei Stunden mit dem zähen Vogel.

Mit dem 126. Schuss war der Wettkampf beendet und „Übbes“ die neue Majestät von Monschau. „Ich habe mir gedacht, wenn die anderen nicht treffen, dann hole ich eben das Ding runter“, bekannte er.

Der Jubelzug durch die Altstadt erfolgte auf Monschauer Art: Immer wieder musste der Zug stoppen, da Gastwirte mit vollen Tabletts kamen, um den neuen Schützenkönig und seine Königin Ulrike zu beglückwünschen sowie Erfrischungsgetränke zu reichen. Monschau-Besucher aus Neuss, selbst Mitglieder eines Schützenvereins, waren erstaunt über diese Monschauer Sitte, ebenso wie über die Tatsache, dass es hier noch statt Absprachen im Vorfeld einen echten Wettkampf um die Königswürde gibt und hier jeder König werden kann.

Die feierliche Inthronisation des neuen Herrschers fand im alten Kolpinghaus statt. Hier überreichte Vereinspräsident Georg Kaulen dem Sieger des Tages den Königsorden, eine wertvolle Replik eines Ordens aus dem Jahr 1785. Kaulen machte das Publikum auf eine historische Besonderheit aufmerksam: „Unser Übbes ist der erste Monschauer Schützenkönig, der auch einmal Bierkönig gewesen ist!“ Die frischgebackene Majestät bedankte sich mit einer humorvollen Rede: „Nachdem ich mir diesen Traum erfüllt habe, fehlt jetzt nur noch, dass Schalke Meister wird!“ Grefen bedankte sich bei allen mitwirkenden Ortsvereinen und endete mit einem deutlichen Appell: „Jetzt lasst uns die Sau durchs Dorf jagen!“

Doch schon am frühen Sonntagmorgen war der neue König beim Wecken der Monschauer Bürger dabei und zog mit den Musikern des Trommler- und Pfeiferkorps durch die Straßen, es folgte die Kirmesmesse mit anschließender Liberatus-Prozession.

Am Montag dann ermittelte die Bierkönig-Gesellschaft ihre eigene Majestät und freute sich über prominenten Besuch aus eigenen Reihen: Ralf Grefen, der Schützenkönig, der auch Bierkönig war.

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