Monschauer Festspiele: Ein klangvoller Schlusspunkt

Von: mon
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Einen schönen Abschluss der Monschau-Klassik bildete die Sopranistin Barbara Cramm in Begleitung von Gero Körner am Flügel und Band mit Chansons und Liedern von Edith Piaf über Cole Porter bis hin zu Antonio Jobim und Henry Mancini, mal sanft, mal jazzig. Foto: Vera Monterey

Monschau. Unten in der Altstadt, im Aukloster, begann die Monschau Klassik und dort endete sie auch: mit „Chansons und Liedern der Liebe“ in der Monschauer Markthalle, unter dem Titel „Mon Amour“ mit Barbara Cramm und Gero Körner und Ensemble.

„Ein toller Abschluss“, resümierte Bürgermeisterin Margareta Ritter und sprach damit dem Publikum, rund 250 Gästen, aus der Seele, die mit rauschendem Beifall und nach drei Zugaben den Erfolg des Abends und der diesjährigen Monschau-Klassik bestätigten. Das Konzert der Sopransängerin Cramm und des Eifeler Pianisten Körner in Begleitung von Jens Neufang, Grammy-Preisträger und Ensemblemitglied in der WDR Big Band (Klarinette, Saxofon und Querflöte), Stephan Langenberg (Akkordeon), Caspar van Meel (Kontrabass) und Geert Roermonds (Drums) glich einer musikalischen Reise durch verschiedenste Kontinente mit Chansons aus Frankreich und Deutschland, jazzigen Songs aus den USA und Tangos aus Südamerika. 

Spätestens bei „I love Paris“ von Cole Porter, eine Hommage an Ella Fitzgerald, hatte die Band die Herzen des Publikums erobert und die Flexibilität der Sopransängerin bestätigt. Ob mit „Bel Ami“, einem Medley von Theo Mackeben oder mit dem schnellen Stück „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“, bekannt geworden durch Gustav Gründgens – die Lieder sorgten für stetigen Applaus und positive Stimmen in der nachfolgenden Pause.

„Hier in der Halle habe man den vollen Genuss“ und die Stimme werde „nicht weggefegt“, mochte Ortsvorsteher Georg Kaulen sich nicht vorstellen, wie es bei dem windig-kalten Wetter an diesem Abend auf der Burg gewesen wäre, das dem Flügel und den Holzblasinstrumenten mächtig zugesetzt hätte. Zudem würde bei einem Schaden „keine Versicherung aufkommen“, so Dorit Schlieper, Vorsitzende des Fördervereins Monschau-Klassik und gemeinsam mit Helmut Lanio Geschäftsführerin der gemeinnützigen Festival GmbH. Damit ging ihr Dank auch an das gut eingespielte und langjährige „flexible Mitarbeiterteam“ der Klassik und an die Sponsoren. „Das hat sich gelohnt“, bestätigten auch die Techniker.

Für uns ist das etwas ganz Neues heute“, bekräftigten Konzertbesucher Hildegard und Wilfried Thorné, die aus Mohnheim am Rhein angereist waren, sonst höre man fast ausschließlich Opern. Sowohl die Atmosphäre in der Markthalle als auch die lockeren Ansagen zwischen den Liedvorträgen seien „hervorragend“. Damit fasste das Gästepaar zusammen, was diese Monschau-Klassik dieses Jahr so erfolgreich machte, nämlich sich trotz des meist regnerischen Wetters mit unterschiedlichsten Stilrichtungen zu präsentieren und mit „kleinen Veranstaltungen von den Mitstreitern abzuheben“, meinte Schlieper.

Wie Uschi Faust aus Steckenborn gehofft hatte, ging es nach der Pause mit Chansons „und Liedern, die ich kenne“ weiter. Eröffnet mit dem Tango „El Choclo“ von Ángel Villoldo, gefolgt von „Autumn Leaves“ von Josef Kosma und einer jazzigen Variante von „Fly me to the moon“ von Bart Howard. Ob „Girl from Ipanema“ und „The shadow of your smile“ von Antônio Jobim, alles Arrangements von Körner, der letztes Jahr schon bei der Monschau Klassik mitgespielt hatte, trafen den Geschmack des Publikums.

Das Konzert war faszinierend – ob Soloeinlagen der einzelnen Ensemblemitglieder oder das perfekte Zusammenspiel der Musiker, die nur einmal vorher zusammen geprobt hatten. Es sei Schliepers und Lanios Idee gewesen, das Duo Cramm und Körner miteinander bekannt zu machen und diesen abwechslungsreichen Abend zu kreieren. Die Zusammenstellung der Lieder selbst sei dann „in nur einer dreiviertel Stunde am Telefon“ geschehen, berichtete Körner und dankte der Stadt für den schönen Auftrittsort.

Mit „La Mer“ von Charles Trenet, dem legendären „Milord“, geschrieben von Georges Moustaki und drei populären Zugaben („Je ne regrette rien“, „Moon river“ und ein Gute-Nacht-Lied von Brahms) verabschiedete sich die Band mit der hervorragenden Sängerin. Dieses Repertoire und dieser Stil erfordere eine „ganz andere Hingabe“, meinte Barbara Cramm, die an der Musikhochschule Detmold Gesang studierte, „hier ist eine ganz andere Qualität gefragt“, so bei Stücken zum Träumen, die zum jazzigen überwechselten, von Chanson bis Tango. Mit großem Beifall des „tollen Publikums“ (Cramm) endete das letzte Konzert und dies – so wie es der Sänger und Musiker gern hat – „warm und trocken“.

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