„Monschauer Erklärung“ nach 20 Jahren erneuert

Von: Simon Olk
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Alles, was in der regionalen Politik Rang und Namen hat, traf sich am Samstag in Monschau, wo anlässlich der Erneuerung der „Monschauer Erklärung“ zunächst das Gruppenbild vor dem Roten Haus auf der Tagesordnung stand. Foto: Simon Olk
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Alles, was in der regionalen Politik Rang und Namen hat, traf sich am Samstag in Monschau, wo anlässlich der Erneuerung der „Monschauer Erklärung“ zunächst das Gruppenbild vor dem Roten Haus auf der Tagesordnung stand. Foto: Simon Olk

Monschau. Auf den Tag genau nach 20 Jahren haben sich am Samstag erneut Bürgermeister und Vertreter der Städteregion sowie ihrer europäischen Partnerstädte und -kreise im Monschauer Roten Haus versammelt, um unter Schirmherrschaft von Europaparlamentspräsident Martin Schulz die Erklärung von Monschau feierlich zu erneuern.

In dem Dokument, das ursprünglich 1993 im Zuge der Umsetzung des europäischen Binnenmarktes verfasst worden war, fordern die 26 Unterzeichner ein Europa der Bürger und der Regionen, ein Europa mit sozialem Gewissen und einer gemeinsamen, friedlichen Zukunft. Ergänzt wurde Die Monschauer Erklärung nun anlässlich der gemeinsamen Bewerbung zur Kulturhauptstadt Maastricht & Euregio Maas-Rhein 2018 um den Zusatz „Für ein Europa der kulturellen Vielfalt“.

Vom Aufbruch nichts mehr übrig

Vom Aufbruch, den Schulz nach der Unterzeichnung vor 20 Jahren verspürte, scheint in der Zeit von Eurokrise und dem Erstarren der europäischen Integration wenig übrig zu sein. Der Parlamentspräsident, der im vergangenen Jahr stellvertretend für die EU den Friedensnobelpreis entgegengenommen hat, warnte daher davor, Kritiker als plumpe Euroskeptiker zu bezeichnen. Sie hätten schließlich Recht, die EU sei momentan in keinem guten Zustand und könne viel besser dastehen. Er forderte mehr Transparenz der europäischen Organe, insbesondere des Europäischen Rates, und Zurückhaltung bei der Einmischung in lokale Angelegenheiten. Europa müsse wieder seine Gemeinsamkeiten statt nationalstaatliche Interessen in den Vordergrund stellen. Schulz, seit 1994 Mitglied des Europaparlaments, sprach im Zusammenhang mit der Monschauer Erklärung von einem „positiven und ermutigenden Signal für ganz Europa“.

Die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter beschwor, der europäische Geist solle durch die Erklärung wach bleiben und lobte Schulz als unermüdlichen Streiter für ein vereintes Europa. Sie bedankte sich besonders bei ihrem Mitarbeiter Hermann Mertens, der, damals wie heute, gemeinsam mit Martin Schulz, zu der Zeit noch Bürgermeister von Würselen, und Städteregionsrat Helmut Etschenberg in seiner damaligen Funktion als Stadtdirektor von Monschau, Initiator des Begehrens war. Anhand der Probleme der Grenzgänger in der Region veranschaulichte der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien, Karl-Heinz Lamberts, dass die Erklärung auch heute noch aktuell sei.

Regierungspräsidentin Gisela Walsken betonte, unsere Sicht auf Europa habe sich in den vergangenen 20 Jahren verändert. Für viele Bürger seien Errungenschaften wie der Wegfall der Grenzen selbstverständlich geworden.

Politische Weitsicht

Städteregionsrat Helmut Etschenberg hob die politische Weitsicht der Erklärung hervor, die zu einer Zeit, als Europa noch aus zwölf Mitgliedsstaaten bestand, Kernpunkte der Erweiterung und Vertiefung Europas getroffen habe.

Die Menschen müssten bei der europäischen Integration im Vordergrund stehen, mahnte der aus dem polnischen Partnerkreises Jelenia Góra angereiste Landrat Jacek Wlodyga. Für die Stadt Maastricht und deren Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2018, die eine regionale Bewerbung der Euregio-Maas Rhein ist, warb der Beigeordnete für Kultur der Stadt Maastricht, Jacques Costongs, um Unterstützung.

Martin Schulz zeigte sich zuversichtlich, dass die Erklärung nicht auf den regionalen Rahmen begrenzt bleibe: „Ich lasse die Erklärung jedem meiner Parlamentskollegen zukommen. Wenn ich als Präsident des Europäischen Parlamentes eine solche Erklärung unterzeichne, dann wird das über die Grenzen hinaus in Europa wahrgenommen.“

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