Monschauer drehen ihren eigenen Film

Von: Andreas Gabbert
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Sie rufen alle Bürger der Stadt Monschau auf, sich mit eigenen Beiträgen an dem Filmprojekt zu beteiligen: Dirk Neuß (links) und Dirk Wallitzek. Foto: A. Gabbert

Monschau. Schon oft haben Filmteams die Stadt Monschau als Kulisse genutzt. Jetzt sind alle Bürger der Stadt aufgerufen, ihren eigenen Film zu drehen und sich einzubringen als Regisseur, Kameramann und als Darsteller. Am Ende soll unter dem Titel „Ein Tag in...Monschau“ eine Filmcollage über 24 Stunden rund um und in Monschau entstehen.

„Wir möchten dokumentieren, was alles an einem Tag in einem scheinbar verschlafenen Städtchen wie Monschau passiert“, erklärt Dirk Neuß, der die Idee zu diesem Projekte hatte. Ihm liegt es am Herzen, „Regionales zu fördern“. Zuletzt hatte er mit seinen Kollegen von der Playfour Media Group einen Film über Imgenbroich produziert. Bei der Arbeit an diesem Film hörte er „unglaubliche Geschichten“. „Wenn man ins Detail geht, entdeckt man viele spannende Dinge“, sagt Neuß.

Da der Imgenbroich-Film auch auf dem Monschauer Wirtschaftstag gezeigt werden soll, kam er auf die Idee, dort auch einen Film über die ganze Stadt zu präsentieren. Neu ist dieses Format allerdings nicht. Ein Vorbild ist zum Beispiel das WDR-Konzept „Ein Tag Leben in NRW“. Die Resonanz auf das Filmprojekt sei bislang sehr gut, sagt Neuß. Das habe eine erste Spontanumfrage auf Facebook ergeben. Dort haben Neuß und sein Kollege Dirk Wallitzek inzwischen auch eine eigene Gruppe mit dem Namen „Ein Tag in Monschau“ für das Vorhaben gegründet.

Die Dörfer einbinden

In dem Dokumentarfilm soll aber nicht nur die Altstadt im Mittelpunkt stehen. Die Dörfer sollen ebenso eingebunden werden. Aus jedem Ort soll es einen längeren Beitrag geben. „Um die dramaturgische Abfolge zu stützen und Kleinteiligkeit zu vermeiden, werden verschiedene Erzählstränge wie ‚rote Fäden‘ durch den Film laufen. Dabei werden unterschiedliche Aktionen begleitet, die sich über den betreffenden Tag ziehen. Ideal wäre es mindestens eine Aktivität je Stadtteil zu haben“, erklärt Neuß.

Angedacht sei zum Beispiel zu zeigen, wie in der Lokalredaktion in Imgenbroich die Zeitung gemacht wird, wie Monschauer Musiker in Mützenich im Tonstudio einen Song aufnehmen oder wie eine Künstlerin ein Kunstwerk fertigstellt. „Schön wäre es auch, beim Bäcker, Kaffeeröster, Senfmüller oder Großbauern vorbei zu schauen“, ergänzt Wallitzek. Andere längere Szenen könnten auch eine Wanderung oder Radtour rund um Monschau zum Thema haben. Den Briefträger bei seiner Arbeit zu begleiten wäre eine weitere Möglichkeit. Diese Sequenzen sollen technisch entsprechend begleitet werden, sei es durch ein kleines Filmteam oder auch stationäre Kameras, die Zeitrafferaufnahmen erstellen.

Jeder Einzelne, ob Einwohner oder Besucher, hat aber auch die Gelegenheit mit dem Smartphone oder der Digitalkamera seinen Beitrag zu leisten und kurze Videoclips (maximal drei Minuten Länge) zu drehen. „Am besten lässt man sich von anderen Filmen, damit man auch die Person sieht“, rät Wallitzek. Es zählen Aufnahmen des gesamten Tages, also von 0 bis 24 Uhr. „Gefilmt werden darf alles, was im Stadtgebiet Monschau passiert, also auch in den umliegenden Städteteilen, Exklaven und Ländereien.

Besonders interessant sind natürlich ‚menschliche Perspektiven‘ aus dem Lebensalltag, Beruf, Familie und Freizeit. Es zählen aber auch all die Dinge, die das Leben in Monschau auszeichnen oder überraschende Einblicke gewähren. Es muss auch nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein“, sagt Neuß. „Jede Idee, jeder einzelne Beitrag zählt“, unterstreicht Wallitzek.

Interessant finden die Initiatoren von Playfour, zu denen auch Markus Lauscher und Ralf Theißen gehören, unter anderem auch die Darstellung von „Parallelwelten“. „Während in Kalterherberg morgens um 6 Uhr der Nebenerwerbslandwirt seine Kühe melkt, läuft gleichzeitig in Imgenbroich die Industrieproduktion an“, erläutert Neuß.

Das Material soll dann bis zum 6. September auf CD oder DVD gebrannt und an die Playfour Media Group gesendet werden.

30 bis 90 Minuten

Wie lang der Film werden soll, steht noch nicht fest. Fest steht nur, dass es mindestens 30 und maximal 90 Minuten werden sollen. „Wenn es gut läuft, haben wir Stunden an Material. Das Sichten und Schneiden der Beiträge wird dann wohl die meiste Arbeit“, sagt Wallitzek.

Die Initiatoren haben auch einen kleinen Trailer produziert, der die Aktion erklärt und zum Mitmachen aufruft. Eine Internetseite gibt es ebenfalls. Unter www.ein-tag-in-monschau.de sind viele Informationen rund um das Projekt zu finden. Wer noch keine Idee hat, findet dort auch einige Anregungen. „Wir haben uns ein paar Themen ausgesucht, die recht typisch sind für Monschau und deshalb sicherlich in einer netten kleinen Collage gut rüberkommen werden“, schreiben die Initiatoren auf ihrer Internetseite. Dazu gehören „Monschau trinkt Kaffee“, „Monschau mäht“ und „Monschau weltweit“.

Als Schirmherrin für das Projektkonnte Bürgermeisterin Margareta Ritter gewonnen werden.

Simmerath und Roetgen

„Mögliche Kooperationen mit Werbepartnern, Institutionen und ähnlichem können ebenso in Betracht gezogen werden wie Projekte in Schulen“, sagt Neuß. Aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Idee gehe es im ersten Ansatz nun um die Frage, ob es gelingt, ein solches Projekt im regionalem Raum umzusetzen. „Gleichzeitig dürfte dies aber auch auf entsprechende Aufmerksamkeit stoßen. Ein Ziel wäre es demnach, Sponsoren für die Weiterführung dieses Projektes zu finden, um danach auch in anderen Kommunen wie Simmerath oder Roetgen ähnliche Projekte anzustoßen“, sagt Neuß.

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