Monschauer Bürgermeisterin seit 100 Tagen im Amt

Von: P. St.
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Die Zukunft der Stadt Monschau im Blick: Bürgermeisterin Margareta Ritter (Mi.,li.) mit Ingrid Feuerstack-Seidel aus dem Vorzimmer, ihrem Stellvertreter Hermann Mertens (re.) und dem neuen Kämmerer Franz-Karl Boden, zieht nach 100 Tagen im neuen Amt eine erste Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Es hat sich einiges verändert in der Monschauer Stadtverwaltung: Gut 100 Tage ist die neue Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter jetzt im Amt, und auch das Umfeld auf der ersten Etage des Rathauses hat ein neues Gesicht erhalten.

Eine veränderte Aufteilung der Räume und eine sichtbar heller gewordene Ausstattung sind äußere Anzeichen dafür, dass in der Verwaltung ein neues Kapitel begonnen hat.

Margareta Ritter ist Monschaus erste Bürgermeisterin, und selbstverständlich wird sie in diesen Tagen häufiger auf ihre persönliche Bilanz der ersten 100 Tagen, die man neuen Amtsinhabern ja gewöhnlich als so genannte Schonfrist gewährt, angesprochen.

Als „Schonfrist” aber hat die Bürgermeisterin die Startphase nach ihrer Vereidigung am 26. Oktober 2009 ganz und gar nicht empfunden. Der Übergang vom Amt der Beigeordneten zur Bürgermeisterin sei „leicht und entspannt” gewesen, zumal sie nach der zurückliegenden Anspannung des Wahlkampfes inhaltlich habe nach vorne schauen” können.

Der fachlichen Herausforderung des neuen Amtes stellte sich die erfahrene Verwaltungsfachkraft gerne, doch gewöhnungsbedürftig ist für sie nach wie vor die andere Seite des Amtes, „denn als Bürgermeisterin bin ich jetzt eine öffentliche Person, und die Bürger erwarten vor mir auch, dass ich die Repräsentantin ihrer Stadt bin.”

Die Aufgaben sind vielfältiger geworden und die Zeit ist manchmal knapp, aber für Margareta Ritter muss ein Bürgermeisteramt so ausgefüllt sein, „dass man auch der Familie gerecht werden kann, sonst macht man etwas falsch.”

Für die ersten drei Monate ihrer Amtszeit hatte sich die Bürgermeisterin auf einer 10 Punkte-Liste ihre Prioritäten für die Startphase notiert. Ganz wichtig war ihr dabei das zügige Vorankommen bei der Sanierung der Schwimmhalle („2010 muss der Bagger kommen”), die Neuaufstellung des Schulentwicklungsplans, die derzeit auf Hochtouren läuft, und die Besetzung des Bürgermeister-Stellvertreter-Postens mit Hermann Mertens und die Position des neuen Kämmerers mit Franz-Karl Boden (die im Rat jeweils ohne Gegenstimme erfolgte).

Eine Aufgabe, die über den Tag hinausgeht, sieht Margareta Ritter darin, „die Gebührenlast dem Bürger transparent zu machen.” Bewährt habe sich dabei das beim neuen Müllsystem abgewendete Verfahren, die Bürger verantwortlich in den Prozess einzubinden. Ritter: „Das dauert zwar länger, aber dadurch schafft man Transparenz und der Bürger versteht es.” Die Bürgermeisterin möchte „den Bürgern nichts aufzwingen”, stattdessen wünscht sie sich konstruktive und auch kontroverse Diskussionen, „denn Reibung erzeugt Wärme und Diskussion bringt Fortschritt.” Als aktuelles Beispiel nennt sie Biotonne, gegen deren Einführung sich die Stadt Monschau im Sinne der Bürger zur Wehr gesetzt habe.

Bürgernähe ist für die Bürgermeisterin ein wesentlicher Teil ihres Handlungsprinzips. Im Eingangsbereich des Rathauses soll ein Bürgerbereich eingerichtet werden, auf Einladung der Ortsvorsteher und der Bürgermeisterin sollen regelmäßig überparteiliche Informationsveranstaltungen in den einzelnen Orten stattfinden, und auch der Bauhof wird sich künftig zu Abstimmungsgesprächen mit den Ortsvorstehern regelmäßig vor Ort treffen.

Margareta Ritter weiß, dass es die kleinen Dinge sind, die den Bürger ärgern, „seien es Scherben in der Wartehalle, die kaputte Straßenlampe oder klappernde Kanaldeckel. Darum müssen wir uns kümmern.”

Ein schwieriges Thema der nächsten Monate wird die Konsolidierung des Haushaltes sein. Auch in diesem Punkt gelte es, das Verständnis der Bürger zu gewinnen, denn die Bürgermeisterin liegt sicherlich nicht falsch mit ihrer Vorahnung, „dass es Diskussionen geben wird, wenn wir über die künftige Erfüllung der Pflichtaufgaben reden müssen und darüber, was die Stadt von ihrem Grundbesitz verkaufen kann.” Bei dieser Abwägung „wird viel Solidarität einzufordern sein.” In diesem Zusammenhang werde auch die Frage zu erörtern sein, wo man Synergieeffekte mit den anderen Kommunen erzielen könne.

Die Maßgabe für den Monschauer Haushalt 2010 werde sein, keine neuen Kredite für den investiven Bereich aufzunehmen.

Mit „Kreativität Perspektiven für Monschau schaffen”, beschreibt Margareta Ritter ihre Herausforderung zum Wohle der Stadt. Diese Aufgabe geht die Bürgermeisterin mit Freude und Optimismus an, denn mit Wehklagen allein lässt sich erfahrungsgemäß nichts bewegen. Getreu dem Motto, dass das Amt auch Spaß machen soll, freut sich Margareta Ritter auch auf den Karneval, wenn am Fettdonnerstag das Rathaus vorübergehend von den Narren in Besitz genommen wird.
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