Monschau wartet auf das schnelle Internet

Von: Heiner Schepp
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Surfen im Schneckentempo soll im Raum Monschau bald der Vergangenheit angehören. Die Nutzer mobiler Geräte können seit Ende Oktober Dank der neuen UMTS-Antenne an der Trierer Straße in Imgenbroich (Bild) schon jetzt mit deutlich höherer Geschwindigkeit ins Internet. Foto: H. Schepp

Monschau. Laptop- und iPhone-Besitzer, die in Imgenbroich und Umgebung ins Internet gehen, haben es längst bemerkt: Seit einigen Wochen hat man hier sogenannten 3G-Empfang, kann also wesentlich schneller via Antenne und ohne Anschluss ans DSL-Netz surfen.

Ein neuer UMTS-Funkmast der Deutschen Telekom auf dem Gebäude neben der Imgenbroicher Tankstelle macht es möglich.

Auch ein schnelles Internet „aus der Dose”, also über den Telefonanschluss, scheint in den Monschauer Stadtteilen nun etwas näher zu rücken. Nachdem sich seit einer Präsentation der Telekom im Monschauer Stadtrat (2008) nichts mehr getan habe, komme nun Bewegung in den Ausbau der Breitbandversorgung, berichtete Bürgermeisterin Margareta Ritter unlängst im Wirtschaftsausschuss.

Möglich machen soll dies die Breitbandförderung im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes”, kurz GAK. Dieses Programm von Bund und Ländern dient der Verbesserung der Breitbandanbindung insbesondere von Haushalten, Gewerbetreibenden und Unternehmen in ländlichen Räumen, die bisher unzureichend, das heißt mit weniger als 2 Mbit/s (im Download), angebunden sind. Hiermit sollen sowohl die Wettbewerbsfähigkeit land- und forstwirtschaftlicher Unternehmen gestärkt als auch die Attraktivität ländlicher Gebiete als Wirtschafts- und Wohnstandort verbessert werden.

Die Förderung kann allerdings nur dort gewährt werden, „wo der Markt selbst keine Versorgung zu marktkonformen Entgelten bereitstellen kann”, wie es in den Richtlinien heißt. Dies bedeutet, dass der Förderantrag nur dann gestellt werden kann, wenn kein Versorgungsunternehmen ein Angebot auf die Ausschreibung zum Ausbau des Netzes abgibt.

Zwar habe es im Falle Monschaus nach der Markterkundung einen Tag vor Ablauf der Frist eine Bewerbung gegeben, so Ritter, doch sei fraglich, ob der Anbieter den von der Stadt geforderten Ausbau des Breitbandnetzes in allen Stadtteilen und vor allem in der vorgegeben Zeit bis Juni 2011 bewerkstelligen könne.

Geringe Eigenmittel

Weist der Rat nach Prüfung die Bewerbung zurück, wäre der Weg frei für den Förderantrag. Nach dem Wunsch der Stadt Monschau soll über den Ausbau des Glasfasernetzes in den Stadtteilen Konzen, Imgenbroich, Mützenich, Höfen, Kalterherberg und Rohren/Widdau eine Bandbreite von mindestens sechs Mbit/s erreicht werden. Dabei soll der im ländlichen Raum sehr aufwendige Netzausbau mit „möglichst geringen eigenen Mitteln” erfolgen, wie es in der Ausschreibung heißt.

Die Stadt wird ihrerseits dafür einen Ansatz im Haushalt 2011 einstellen. Laut den Förderrichtlinien der GAK wird der Netzausbau mit bis zu 90 Prozent von Bund und Land bezuschusst werden, der Eigenanteil der Stadt oder Gemeinden liegt demnach bei mindestens zehn Prozent. Der gesamte Zuschuss von Bund, Land und Gemeinde ist ab 2010 auf 500.000 Euro pro Einzelvorhaben beschränkt.

Die „Aufrüstung” des vorhandenen Sendemastes in Imgenbroich um eine UMTS-Antenne wertet André Hofmann, Telekomsprecher für die Region West, zumindest als „Übergangslösung bzw. denkbare Alternative zum kabelgebundenen DSL” im Raum Monschau. Die Ende Oktober installierte Anlage ermöglicht internetfähigen Handys oder Laptops mit Internet-Empfangssticks Surfgeschwindigkeiten bis zu 7,2 Mbit/s.

„Allerdings ist die Geschwindigkeit abhängig davon, wie viele Nutzer gerade über die Anlage ins Internet gehen”, schränkt Hofmann ein. Und: Da das Signal per Strahlung über die Antenne kommt, wird der Empfang in Kellerräumen, Tallagen und größerer Entfernung zum Standort Imgenbroich schwächer.

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