Monschau-Touristik: Aus Fremdenverkehr wurde professioneller Tourismus

Von: Peter Stollenwerk
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Feierstunde zum 25-jährigen Bestehen der Monschau-Touristik: Florian Koltun und Xin Wang untermalten musikalisch die Jubiläumsfeier im Monschauer Aukloster. Foto: P. Stollenwerk
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Botschafterinnen der Region: Die Mitarbeiterinnern der „Monschau-Touristik“ feierten mit vielen anderen Gästen das 25-jährige Bestehen der Monschau-Touristik. Foto: P. Stollenwerk
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Wegbereiter des professionellen Tourismus in Monschau: Ehrenbürger Hans Georg Weiss (r.) mit Günter Poick von der Monschau-Touristik Mitte der 1990er Jahre. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Feriengäste waren in der Eifel nicht immer so willkommen wie sie es heute sind, sieht man einmal vom existenziellen Interesse der Gastwirte an diesen Besuchern ab. Es ist noch gar nicht so lange her, da sprach man hierzulande von Fremdenverkehr, und Ferienwohnungen hießen Fremdenzimmer. Anfang der 1990er Jahre spürte man auch in der Eifel, dass die Gäste nicht mehr von allein kommen und die Konkurrenz nicht schläft.

Aus dieser Erkenntnis heraus wurde im Jahr 1992 die Monschau-Touristik gegründet. Die Organisation sollte dazu dienen, den Tourismus im Stadtgebiet auf eine professionelle Basis zu stellen. Das ist längst gelungen: Das Team der Monschau-Touristik steht dem Gast heute an 365 Tagen im Jahr in seinen Räumen an der Stadtstraße zur Verfügung.

An diese Errungenschaft wurde am Montag im Monschauer Aukloster aus gegebenen Anlass erinnert, denn die Monschau-Touristik feierte dort ihr 25-jähriges Bestehen. In lockerem Rahmen begingen rund 40 Gäste das Silberjubiläum, musikalisch aufgewertet durch vierhändige Klavierstücke, dargeboten von Florian Koltun und Xin Wang. Die Mitarbeiterinnen der Monschau-Touristik wohnten komplett der Feierstunde bei. Die Telefonanlage war zur Eifel-Tourismus GmbH nach Prüm umgeleitet worden – so funktioniert Kooperation heute.

Mit einem „Blick nach vorn“ eröffnete Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter, seit zehn Jahren Geschäftsführerin der Monschau-Touristik, die Feststunde. Die mehrere Jahre nach der Gründung aufgenommene Kooperation als „vertrauensbildende Maßnahme“ mit den Nachbarkommunen Simmerath und Roetgen sei ein wesentlicher Schritt gewesen, die Vermarktung des Tourismus in der Region nach vorne zu bringen. Heute sei man als „Monschauer Land Touristik“ in Kooperation mit der Eifel-Touristik „gut aufgestellt“. Ohne diese Konstruktion hätte Monschau allein sicherlich heute an Bedeutung verloren.

Aber trotz der Entwicklung der zurückliegenden 25 Jahre sei die Monschauer-Land-Touristik oft noch „zu regional“ orientiert. Ein wichtiges Ziel für die Zukunft müsse es daher sein, sich breit aufzustellen. Fast vier Millionen Übernachtungen in den zurückliegenden Jahren in Monschau (in Betrieben über zehn Betten) sowie 43,5 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2015 unterstrichen die Effektivität der Monschau-Touristik. Es gelte aber, den Blick weiter nach vorne zu richten, „denn in der Wahrnehmung nach außen ist die Region längst zusammengewachsen“.

Wegbereiter für die Monschau-Touristik war der Gewerbe- und Verkehrsverein, der durch Günther Eichstädt und Marlene Moczigemba in der Gründungsphase der Monschau-Touristik vertreten wurde. Wichtige Motoren waren auch der Unternehmer und Ehrenbürger Hans Georg Weiss sowie Karl-Heinz Lambertz als erster Geschäftsführer.

Den Startschuss für die Bildung der Monschau-Touristik aber hatte Helmut Etschenberg, heutiger Städteregionsrat und damals Monschauer Stadtdirektor, gegeben. Im Aukloster konnte sich Etschenberg noch gut an den touristischen Neubeginn erinnern, wohl wissend, dass damals noch die Wunden der kommunalen Gebietsreform von 1972 nachgewirkt haben und es zwischen den einzelnen Orten noch häufig Vorbehalte gegeben hat. Die zeitgleich vom damaligen Verwaltungschef eingeführte Fremdenverkehrsabgabe, deren Einnahmen komplett in die touristische Infrastruktur flossen, wurde auch eher reserviert aufgenommen.

In der Gründungsphase sei die Dimension der heutigen touristischen Angebote noch nicht erkennbar gewesen. Weder der Eifelsteig noch der Nationalpark Eifel noch der Vennbahnweg seien damals ein Thema gewesen, sagte Etschenberg.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns aus Simmerath beglückwünschte in seiner Funktion als Vorsitzender der Monschauer-Land-Touristik die damals Verantwortlichen in Monschau zu ihrer vorausschauenden Entscheidung, den Tourismus auf ein professionelles Fundament zu stellen. Damit habe man auch eine gewisse Vorbildfunktion für Simmerath übernommen. Helmut Etschenberg und Hans Georg Weiss als zwei der Wegbereiter seien damals mit inspirierenden Ideen für die Zukunft „Glücksfälle“ für Monschau gewesen.

Dann ging man zum Smalltalk über, und die Mitarbeiterinnen der Monschau-Touristik wieder ihren Geschäften nach, damit der Gast sich auch am Jubiläumstag professionell umsorgt wissen durfte.

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