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Monschau soll Windparkpläne aufgeben

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
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Damit der Schwarzstorch weiterhin zu seinen Nahrungshabitaten pendeln kann, soll die Stadt Monschau ihre Pläne für den Windpark bei Höfen aufgeben. Das fordert der Beirat des Nationalparks Eifel. Montage: ZVA

Nordeifel. Die Stadt Monschau soll ihre Planungen zum Windpark im Stadtwald bei Höfen aufgeben. Das fordert der Beirat des Nationalparks Eifel in einem Positionspapier, weil er durch den Bau von Windkraftanlagen negative Auswirkungen auf den Nationalpark befürchtet.

Zu den weiteren Forderungen gehört eine erneute Prüfung der Planung des Windparks „Hellenthal“. Außerdem sollen keine weiteren Windkraftanlagen in der Nationalparkregion ohne Berücksichtigung der spezifischen Schutzziele des Nationalparks genehmigt werden.

Hinzu kommt die Forderung nach einer Pufferzone rund um den Nationalpark (Vorschlag 1000 Meter), in der zukünftig keine Windräder mehr aufgestellt und vorhandene nach und nach zurückgebaut werden sollen.

Negative Effekte auf die Lebensgemeinschaft des Nationalparks seien oftmals außerhalb der Nationalparkgrenzen begründet, heißt es in dem Positionspapier. Daraus folge, dass der Schutz von Tierarten mit Migrationsverhalten (wandernde Fischarten, Zugvögel), mit verhältnismäßig geringen Populationsdichten oder mit großen Aktionsradien im Nationalpark allein nicht gesichert werden könne. „Um den nachhaltigen Schutz dieser Arten zu gewährleisten, muss die Nationalparkumgebung bei der Umsetzung der Schutzziele des Nationalparks Eifel unbedingt berücksichtigt werden.“

Darüber hinaus diene ein Nationalpark auch der Erholung. Dabei sei die Natürlichkeit und Schönheit einer vom Menschen wenig beeinflussten Landschaft ein wesentlicher Aspekt. Auch daraus ergebe sich, dass die Umgebung des Nationalparks mit einbezogen werden müsse. Generell sei die Verringerung des CO2-Ausstoßes durch Windparks zwar zu begrüßen, in der Landesplanung stelle ein Nationalpark aber ein Vorranggebiet für den Naturschutz dar und habe damit „eine besondere Verantwortung für alle in ihm vorhandenen Lebensräume und Arten“.

Im Spannungsfeld zwischen Windkraftanlagen und dem Schutzgut des Nationalparks seien vornehmlich Großvogelarten und seltene Fledermausarten betroffen, die regelmäßig den Nationalpark verlassen. „Der nachhaltige Schutz ist nur gewährleistet, wenn negative Auswirkungen der Windkraftanlagen im gesamten Aktionsraum dieser Arten, also auch in der Umgebung des Nationalparks, ausgeschlossen werden können“, heißt es in dem Positionspapier.

Zu den betroffenen Vogelarten werden Rotmilan, Schwarzmilan, Schwarzstorch, Uhu und Kolkrabe gezählt, bei den Fledermäusen mehrere seltene und gefährdete Arten.

Pendelnder Schwarzstorch

Die Gefährdung von Großvogelarten wird in dem Papier anschließend anhand des Schwarzstorches und des geplanten Windparks im Stadtwald bei Höfen dargestellt. Im angrenzenden Nationalpark Eifel sei die Lebensraumkapazität mit ein bis drei Paaren erschöpft. Allerdings seien selbst diese wenigen Brutpaare von Nahrungshabitaten außerhalb des Nationalparks abhängig, heißt es.

Essenzielle und nicht ersetzbare Nahrungshabitate würden durch den Bau des Windparks für den Schwarzstorch verloren gehen. Die artenschutzrechtliche Prüfung beinhalte aus Sicht des Nationalpark-Beirates insbesondere Mängel bei der Bewertung des Schwarzstorches. „Die Raumnutzungserfassung des Schwarzstorches ist aussagekräftig und für ein artenschutzrechtliches Gutachten angemessen. Die Interpretation der Daten ist jedoch fachlich nicht haltbar und die Raumnutzungsanalyse ist somit unzureichend“, hält der Beirat fest.

Der Schwarzstorch pendele regelmäßig zwischen Brut- und Nahrungshabitaten durch das Plangebiet und die vorhandene Flugachse sei der einzig verbleibende Korridor zwischen den bereits bestehenden Windkraftanlagen. Eine Barrierewirkung durch den Bau des geplanten Windparks mit dem Wegfall essentieller Nahrungshabitate insbesondere im Perlenbach-/Fuhrtsbachtal werde auch in der „Speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung“ nicht ausgeschlossen. Rein rechtlich müsse der Verlust der Nahrungshabitate ausgeglichen werden.

Der Nationalpark-Beirat kommt aber zu dem Schluss, dass andere Bachtäler im Umfeld des Windparks wie das Kluckbach- oder das Rurtal überhaupt nicht mit dem Fließgewässersystem insbesondere des Fuhrtsbaches vergleichbar seien. „Den Verlust eines kompletten naturnahen Bachtalsystems als Nahrungshabitat für den Schwarzstorch auszugleichen, ist nicht möglich“, sagt der Beirat. Darüber hinaus wären auch weitere Habitate wie Teile des Holderbachtals betroffen. Außerdem setzten sich die Habitate des Storchs auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn fort.

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