Monschau muss weiter auf schnelles Internet warten

Von: rpa
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Ist und bleibt vorerst ein zar
Ist und bleibt vorerst ein zartes Pflänzchen: der Ausbau des schnellen Internets in der Stadt Monschau. Foto: imago/INSADCO

Monschau. Mit dem „schnellen Internet” ist es in den Orten der Stadt Monschau nicht weit her. „Kein Anbieter ist bereit, eine Versorgung zu sichern”, bedauerte Bürgermeisterin Margareta Ritter nun im Wirtschaftsausschuss, der sich abermals mit dem Thema Breitbandversorgung befasste.

Das Problem: Die Anbieter sehen keine Chance, in der einwohner- und strukturschwachen Region Geld zu verdienen. Die Telekom und andere Anbieter sagen, „das lohnt sich nicht”, dies wird dann als „Marktversagen” bezeichnet. Daher müsse der Staat helfen, forderte Werner Krickel von den Grünen.

Die Stadt wird einen Förderantrag stellen, allerdings: In NRW gibt es noch keinen verabschiedeten Landeshaushalt, daher konnten bisher auch noch keine Bewilligungen ausgesprochen werden. Wer Zuschüsse erhält, wird später entschieden.

Nach der Förderrichtlinie können nur „unterversorgte Gebiete mit weniger als zwei Mbit/s Bandbreite gefördert werden. Das Problem dabei: Bei der Subvention geht es um Marktvorteile für den möglichen Anbieter, der Gewinne erzielen will. Nach dem Breitband-Atlas der Bundesregierung gibt es nur in Teilen von Kalterherberg und Höfen (vor allem in Alzen) und in Widdau eine Unterversorgung mit weniger als 2 Mbit. Nach der Darstellung in diesem Atlas sind Monschau, Mützenich, Imgenbroich, Konzen, Höfen (mit Ausnahme von Alzen) und Rohren mit mehr als zwei Mbit/s versorgt. In Aachen, so Werner Maaßen im Ausschuss, habe „jeder Student 100 Mbit” zur Verfügung.

Geht es um die „aktuelle Versorgungslage nur über leitungsgebundene Technologien”, dann gelten nach dem Breitbandatlas auch Bereiche in Höfen, Mützenich, Imgenbroich, Konzen und Rohren als unterversorgt. Peter Theißen/CDU forderte, die Stadt müsse „alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um eine vernünftige Breitbandversorgung zu erreichen”. Die Bürger könnten nicht verstehen, dass sie in einem „schönen Orten wohnen, aber vom Internet quasi abgeschnitten werden”.

Werner Krickel (Grüne) bezeichnete es als „Witz” über zwei Mbits zu reden, die großen Städte seien mit 50.000 Mbits versorgt. Der ländliche Raum, so sein Vorwurf, werde „bewusst abgehängt und vorgeführt”. Zudem gebe es im Grenzgebiet auch kein LTE, weil befürchtet werde, im benachbarten Belgien könnte der Fernsehempfang gestört werden. (LTE (Long-Term-Evolution) ist ein neuer Mobilfunkstandard und UMTS-Nachfolger, der mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde deutlich höhere Downloadraten erreichen kann).

Wenn aber der Förderantrag bewilligt werde, dann sei das „etwas mehr als Nichts”. Dennoch, so Werner Krickel weiter, auch in der Stadt seien „schnelle Leitungen” dringend erforderlich, wolle man Unternehmen für eine Ansiedlung gewinnen. Werner Krickel plädierte dafür, dass die „unterversorgten Gebiete gemeinsam kämpfen”, um die Versorgung zu verbessern.

Die „Lage” sei durchaus erkannt, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter: Im Datenbereich „bewegen wir uns nur auf sandgebundenen Wegen”. Der ländliche Raum aber habe keine Lobby, „da hier kein Geld zu verdienen” sei. Der Förderantrag aber sei ein erster Schritt, „auch wenn der nicht zufriedenstellend” sei. Gregor Mathar, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses gab das Ziel aller Bemühungen aus: Der ländliche Raum müsse bei der Breitbandversorgung den Städten angepasst werden.
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