Monschau-Marathon: Trotz Regens laufen Hunderte mit

Von: Siegfried Malinowski
Letzte Aktualisierung:
marathon_bu1
Bürgermeisterin Margareta Ritter hat den Startschuss gegeben, die Sportler machen sich auf den Weg. Bei Regen und zwölf Grad geht es ins Gelände. Foto: Siegfried Malinowski

Monschau. Um vier Uhr am Sonntagmorgen brach Oliver Krings seinen Schlaf ab. Das hatte mehrere Gründe. Er musste von Konzen noch nach Monschau runter. Zwei kanadische Marathon-Läuferinnen aus dem Hotel abholen, die drei Wochen Europa-Urlaub machen.

Aber der junge Chef des TV Konzen, der mit seinem Riesen-Mitarbeiter-Stab den 34. Monschau-Marathon souverän gestemmt hatte, wurde auch von einem Magengrummeln geweckt. Der klatschende Regen „hat mir doch ein paar Sorgen bereitet”, räumte Krings ein.

400 Leute hatten seit vergangenem Montag daran gearbeitet, dem Wettbewerben ein organisatorisch einwandfreies und adrettes Kleid zu schneidern. Das gelang, aber mit klatschenden Fontänen von oben, mit Nieselregen und gerade mal zwölf Temperaturgraden hatte man nun doch nicht unbedingt kalkuliert. „Ironie” des Wetters: Gegen 10.30 Uhr, kurz vorm Einlauf des Siegers André Collet (ATG) brach die Wolkendecke auf.

Aber auch die Zuschauer verloren ihre Contenance zu diesem Zeitpunkt und jubelten, was das Zeug hielt. Schließlich hatte Collet seinem Widersacher Jörg Achten im Schlussspurt auf den letzten drei Kilometern nur noch die Fersen gezeigt.

Und das, obwohl der fünfmalige Seriensieger nach 16 Kilometern Aufgabegedanken hegte. „Mein Bein hat so was von geschmerzt, ich konnte nicht mal mehr richtig gehen und hab´s dann mit Joggen probiert. Das ist mein schönster Sieg”, gestand der glückliche Sieger, der mindestens hundertmal geherzt, gedrückt, fotografiert und beglückwünscht wurde.

Den Neffen anfeuern

Als Collet sich mit 700 weiteren Männern und Frauen, mit 130 Staffeln und nochmal 130 Walkern auf die Strecke machte, hatten die beiden Oberbrandmeister Thomas Palm und Harald Roder von der Konzener Feuerwehr schon fast drei Stunden Ordnungsdienst geschoben. Nett, freundlich und hilfsbereit.

„Wenn ich hiermit durch bin, gehe ich mit meiner Tochter Franziska ins Kino”, zeigte Harald Roder sein Alternativprogramm zum Sport auf. „Hanni und Nanni” für die neunjährige Franziska.

Thomas Palm hingegen machte sich nach der Wachablösung direkt nach Kalterherberg auf. „Mein 15-jähriger Neffe Marco läuft in der Staffel mit” und der Onkel wollte ihn anfeuern.

Aber am Dorfplatz in Kalterherberg waren die Wetterunbillen auch ein bisschen stärker spürbar. Gegen 10 Uhr, als die Spitze der Sportler einlief, hatten das Trommler- und Pfeiferkorps des Dorfes, die Bierschänker und all die anderen noch nicht so viele Gäste wie sonst.

Die Musiker hielten sich bis zu ihrem großen Auftritt mit gegenseitigem Klatschen warm, Organisatorin Ulrike Dickmann labte sich am heißen Kaffee. Wie ihr Kollege Jochen Roder hoffte Dickmann immer noch auf den großen Zulauf.

Eine halbe Stunde vorher hatte man im kleinen Widdau mächtig Rabbatz gemacht. Es „plästerte” zwar immer noch, aber die Stimmung im Dorf unterhalb von Rohren schwappte bis oben hinauf. Eine Fahrgemeinschaft hatten in Widdau die beiden Staffelläufer Markus Slomka aus Würselen und der Frankenberger DJKler Hans Waack gegründet. Ihnen machte der Regen so gut wie gar nichts. „Du musst zwar im Pratsch aufpassen, dass du nicht ausrutschst, aber zwölf Grad und Regen sind ideal”, hatte Hans Waack „Spaß hoch drei”.

Zunächst ruhiger Job


Einen ruhigen Job schoben derweil im Konzener Zieleinlauf die jungen Fußballerinnen des TV. 150 bis 200 Getränkebecher warteten als erste Marge auf ihre Entleerer. „Gegen halb zwölf wird man uns die aus der Hand reißen”, lagen Meike Giesen, Sarah Müller, Saskia Meyer und Mareike Huppertz mit ihrer Vermutung goldrichtig. Refresher, Wasser oder so genannte Ultra Buffer und Obststückchen hatten die attraktiven Damen im Sekundentakt ausgegeben.

Gegeben wurde einige Meter weiter auch für andere soziale und karitative Zwecke. Der TV spendete an mehrere Institutionen. Für den kleinen herzkranken Yannick, fürs Agnesheim des Sozialdienstes katholischer Frauen und für eine Integrative Tagesstätte. Sie haben halt ein großes Herz, die Krings, Wergens, Schreibers, Steffens, Aretz und, und, und...
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert