Monschau-Marathon: Titelverteidiger sieht Herausforderung

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Kein Blick für die Naturidylle: Markus Werker will am Sonntag trotz Trainingsreduzierung alles aus sich herausholen. Foto: Thomas Rubel

Konzen. Einem Ingeniör ist nichts zu schwör: Nimmt man die Aussagen von Markus Werker ernst, ist ein Sieg am Sonntag beim 41. Monschau-Marathon (Start 8 Uhr in Konzen) das aber. Der Titelverteidiger und dreimalige Champion des Landschaftslaufes fühlt sich nicht gut genug vorbereitet, um in Konzen als Erster die Ziellinie zu überqueren.

Im Gespräch mit unserem Redakteur Bernd Schneiders erklärt der Maschinenbau-Ingenieur, seinen acht Kilo schweren Grund.

Die Favoritenbürde tut offensichtlich nicht allen gut. Letztes Jahr, beim Jubiläumslauf, sind Sie Christian Niessen davongelaufen, obwohl ihm eine bessere Form zugesagt wurde.

Werker: Ja, das stimmt. Aber so etwas ist sehr, sehr schwierig zu prognostizieren. Es hängt sehr stark von der Tagesform ab. Und wer mich damals auf der Höhe von Kalterherberg gesehen hat, hätte nicht einen Euro auf mich gesetzt.

Sie haben gewonnen, Niessen wurde Zweiter. Dieses Jahr ist ihr Teamkollege aber nicht am Start. Also müssen Sie das Kreuz des Favoriten tragen, oder?

Werker: Auf keinen Fall. Ich habe bereits bei meinem Sieg vor einem Jahr angekündigt, dass ich nicht in Bestform sein werde. Und so ist es auch. Ich musste mein Trainingspensum stark reduzieren. Zu den Favoriten gehöre ich sicherlich nicht dieses Jahr.

Der Grund ist ein Weihnachtsgeschenk . . .

Werker: Genau, mein Töchterchen wurde wie ausgerechnet am zweiten Weihnachtstag geboren. Und als Vater gehen erst mal andere Dinge vor, als jeden Abend, wenn man von der Arbeit kommt, die Schuhe zu schnüren.

Ist bei Thea denn bereits Ihr Talent zu erkennen?

Werker: Mit sieben Monaten fängt sie mal gerade an zu krabbeln. Wenn sie am Monschau-Marathon teilnehmen würde, wäre das nur bei einem noch zu installierenden Robben-Wettbewerb möglich. Aber da wäre sie sicherlich eine der Favoritinnen.

Wer also wird denn am Sonntag den Marathon-Lorbeer einheimsen?

Werker: Markus Mey ist zu beachten. Und wenn André Collet wirklich starten sollte, ist er immer ein Topkandidat auf den Sieg.

Und Sie zuckeln bei Ihrem ersten Vaterlauf hinterher?

Werker: Ich kann nicht gerade sagen, dass meine Trainingsleistung katastrophal schlecht ist. Auf jeden Fall werde ich so schnell wie möglich laufen.

Sind Sie denn ein Wettkampftyp, der gerne gegen seine Gegner läuft oder ist für Sie die Uhr am Wichtigsten?

Werker: Ich liebe den Wettkampf gegen jemanden. Es macht einfach mehr Spaß, einen Fight zu haben.

Gehören denn Marathonläufer nicht alle zu einer großen Familie?

Werker: Klar, die Beziehungen sind auch von großem Respekt geprägt.

Besonders vor dem unersättlichen André Collet?

Werker: Klar, der ist immer unglaublich stark. Und halt ein Typ. Mit dem habe ich auch schon die ersten 20, 30 Kilometer viel gequatscht. Aber dann . . .

Ging die Post ab. Könne sie als Eingeborener und Mitglied des Veranstalters und Ausrichters nicht ihre Ortskenntnisse in die Waagschale werfen?

Werker: Geboren bin ich in Aachen – im Krankenhaus. Aber am nächsten Tag war ich zurück in Konzen. Und natürlich kenne ich jeden Grashalm auf der Strecke persönlich. Es ist mein 14. Monschau-Marathon. Auch dieses Jahr habe ich mehrere Trainingseinheiten auf der Strecke durchgezogen. Das ist sicherlich ein Vorteil, und auch die Unterstützung durch die vielen Bekannten unter den Zuschauern.

Sie arbeiten als Ingenieur bei der Aachener Firma FEV. Gehen Sie Ihr Training und Ihre Läufe entsprechend wissenschaftlich an?

Werker: Dabei gehe ich schon strukturiert vor. Allerdings laufe ich zum Beispiel nie mit Pulsuhr. Da verlasse ich mich lieber auf mein Gefühl.

Also achten Sie auch nicht so sehr auf Zwischenzeiten?

Werker: Das ist bei einer Strecken mit den vielen Auf und Abs wie beim Monschau-Marathon schwierig – und manchmal auch gefährlich. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie André Collett einst gescheitert ist, als er unbedingt den Streckenrekord knacken wollte (2:33:12/Michael Reus).

Also wird er für die Ewigkeit bestehen?

Markus: Muss nicht. Er ist zu unterbieten, von einem Spitzenläufer etwa. Oder wenn man bewusst dahin trainiert.

Das wäre doch eine Option für Ihren 15. Monschau-Marathon, oder?

Werker: Das besprechen Sie besser erst mal mit Thea.

 

Kommt es zum Duell Collet mit Mey?

Christian Niessen wird doch laufen! Allerdings nur in der Staffel. Der Vorjahreszweite hat dieses Jahr den Berlin-Marathon als Höhepunkt auserkoren. Am Sonntag „teilt“ sich der Schmidter die Strecke mit seinem Kumpel Volker Jansen und seinem Sponsor Helmut Peters.

Immerhin aber übernimmt der „rasende“ Feuerwehrmann aber zwei Teilstrecken (1 und 2), bevor Jansen und Peters übernehmen. Auch Markus Mey gehört zum Peters Team. Und sein Chef ist fest davon überzeugt, dass der 42-Jährige dem Immer-Favoriten Collet Paroli bieten oder gar schlagen kann.

Eine Knieverletzung würde ihn dabei keineswegs beeinträchtigen. „Das fühlt er gar nicht.“

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