Monschau-Marathon: Die Sportler schätzen die besondere Atmosphäre

Von: Max Stollenwerk
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Auch das Kopfsteinpflaster gehört zu den Besonderheiten des Monschau-Marathons: Neben der Monschauer Altstadt passieren die Läufer auf der Strecke viele weitere landschaftliche Höhepunkte. Foto: Heiner Schepp
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Auch das Kopfsteinpflaster gehört zu den Besonderheiten des Monschau-Marathons: Neben der Monschauer Altstadt passieren die Läufer auf der Strecke viele weitere landschaftliche Höhepunkte.
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Auch das Kopfsteinpflaster gehört zu den Besonderheiten des Monschau-Marathons: Neben der Monschauer Altstadt passieren die Läufer auf der Strecke viele weitere landschaftliche Höhepunkte.
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Auch das Kopfsteinpflaster gehört zu den Besonderheiten des Monschau-Marathons: Neben der Monschauer Altstadt passieren die Läufer auf der Strecke viele weitere landschaftliche Höhepunkte.

Konzen. Die Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio widmen sich am Tag des 40. Monschau-Marathons „nur“ den 100- und 400-Meter-Disziplinen, während die Läuferschar in der Nordeifel die „Königsdisziplin“ von 42,195 Kilometern bewältigen muss.

Am Sonntag, 14. August, geht der traditionsreiche Monschau-Marathon (MoMa) in seine bereits 40. Auflage. Die weithin bekannte Großveranstaltung, die vom TV Konzen ausgerichtet wird, gilt als einer der ältesten und wohl auch schönsten Landschaftsläufe des Landes.

Im Jahr 1977 fiel der Startschuss für den ersten Monschau-Marathon, wie er noch bis heute existiert. „Beim ersten Monschau-Marathon 1977, der für alle Beteiligten natürlich Neuland darstellte, konnten wir 160 Teilnehmer begrüßen“, wie Roland Schreiber vom Organisationsteam verrät.

Der Grundgedanke der Gründerväter war unter anderem, „dass es in der hiesigen Region noch nicht viele bekannte Laufveranstaltungen gab, die Nordeifel jedoch eine solche brauchte“. Zudem gab es in Deutschland Ende der 1970er Jahre und Anfang der 1980er Jahre eine „Laufbewegung“, „die dann ebenfalls als Startsignal für den Monschau-Marathon genutzt wurde“, sagt Roland Schreiber.

Auch die Organisation war damals noch etwas anders geregelt als heute. „Die Laufzeiten jedes einzelnen Teilnehmers mussten noch per Hand gestoppt werden und auch die Verpflegung auf der Strecke war noch nicht so ausgedehnt wie heute“, betont Schreiber. Dennoch war zu jeder Zeit Verlass auf das große Team von ehrenamtlichen Helfern.

Dass der Lauf im nun 40. Jahr weiterhin so gut angenommen wird und dieses Jahr wiederum ein neuer Teilnehmerrekord erreicht wird, hatten die Gründerväter zu diesem Zeitpunkt wohl kaum auf der Rechnung.

Auf der Strecke erwartet die Läufer aus der Region, aber auch aus Belgien, den Niederlanden oder sogar Skandinavien und Dubai ein Rundkurs durch die Eifeldörfer – Konzen, die Altstadt von Monschau, Widdau, Kalterherberg und Mützenich–, bevor sie wieder im Ziel nahe der Konzener Kirche erwartet und dort von den Zuschauern empfangen werden.

Der Ultra-Marathon über 56 Kilometer, der in diesem Jahr zum fünften Mal stattfindet, erfreut sich ebenfalls stetig steigender Beliebtheit, so dass sich auch hier bereits circa 300 Teilnehmer angemeldet haben. Bei diesem Lauf ist zusätzlich zu der Marathon-Strecke noch eine 14 Kilometer lange Schleife am Rande des Hohen Venns zu absolvieren.

Überaus stolz ist Schreiber darauf, dass „der Ultralauf ab 2017 in den Europacup-Ultramarathon aufgenommen wird“. An diesem Wettbewerb sind sieben Länder beteiligt, unter anderem Österreich und Tschechien, in denen jeweils Wettkämpfe stattfinden, die in diese Wertung einfließen. Vorausgesetzt wird eine bestimmte Teilnehmerzahl, die der Ultra-Lauf beim Monschau-Marathon inzwischen erreicht.

Neben dem klassischen Marathon und dem Ultra-Lauf besteht zusätzlich die Möglichkeit, sich die Strecke aufzuteilen und in Form einer Staffel zu bewältigen. Auch hier sind bereits über 80 Anmeldungen zu verzeichnen. Die Läufer können das Flair der Marathon-Strecke durch das gefürchtete Holderbachtal bei Rohren und den kräftezehrenden Aufstieg aus dem Leyloch, soweit es ihnen möglich ist, auch in diesem Wettbewerb genießen.

Ein besonderes Augenmerk legt das Organisations-Team des Monschau-Marathons neben den sportlichen Leistungen auf die familiäre Atmosphäre. So gibt es neben den zwölf offiziellen Verpflegungsstationen „unzählige weitere Verpflegungsstationen an der Strecke“, die von ehrenamtlichen Helfern sowie Anwohnern organisiert werden. Zahlreiche Anwohner würden die Verpflegungsstände bereits in der zweiten Generation betreiben, wie Roland Schreiber erfreut erzählt.

Viele der Starter schätzen den Monschau-Marathon aufgrund der familiären Atmosphäre und der ausgiebigen Verpflegung entlang der Strecke. Einige laufen auch deshalb ihren ersten Marathon in Monschau. Der Eindruck ist oft so positiv, dass etliche „Wiederholungstäter“ beim nächsten Mal wieder dabei sind.

Eine Besonderheit beim diesjährigen Marathon ist, dass eine Befragung des Instituts für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung der Deutschen Sporthochschule Köln unter der Leitung von Dr. Hans Stollenwerk und Dr. Karen Petry stattfindet. Diese soll dazu dienen, den Qualitätsstandard der Veranstaltung stetig zu verbessern.

Sie ist anonym und dient laut der Beschreibung der Sporthochschule Köln einerseits „wissenschaftlichen Zwecken, andererseits den Marathon-Organisatoren, ihre Läuferinnen und Läufer besser kennenzulernen, zur Verbesserung ihrer Arbeit und des Services für sie“. Zudem sollen Informationen über die Starter gewonnen werden, beispielsweise, wie viele bereits mehrmals gestartet sind. Die Befragung läuft während der Ausgabe der Startunterlagen.

Des Weiteren haben sich die Organisatoren weitere Besonderheiten für die 40. Auflage überlegt. Zum Beispiel erhalten Teilnehmer, die zehn oder mehr Starts beim Monschau-Marathon aufweisen können, einen Freistart als kleines Dankeschön. Dies sind in diesem Jahr mit über130 eine beachtliche Anzahl. Zudem hat sich das Organisationsteam eigens für dieses Jahr ein besonderes Design für das T-Shirt überlegt, das jeder Läufer im Ziel erhält.

Im Vorfeld des Marathons hat der TV Konzen am 17. und 31. Juli ein Training über jeweils 30 Kilometer angeboten, das rege genutzt wurde. Die Gefahr, dass sich am 14. August ein Teilnehmer auf der Strecke verläuft, dürfte dadurch eher gering sein. Es bleibt abzuwarten, ob es beim Jubiläumslauf erneut ein Duell der Lokalmatadoren Christian Niessen aus Schmidt und Markus Werker aus Konzen geben wird, ob der siebenmalige Sieger André Collet ins Geschehen eingreifen kann oder ob andere Teilnehmer sich in den Vordergrund laufen können.

Trotz der großen sportlichen Herausforderung auf dem anspruchsvollen Rundkurs dürften die Athleten dennoch ein Auge für die reizvolle Landschaft haben und dabei die wunderschönen Aussichten genießen, bevor sie im Ziel ihre verdiente Medaille sowie das bereits erwähnte T-Shirt erhalten und anschließend eine erfrischende Dusche in Zielnähe auf sie wartet.

Nachmeldungen sind am Vortag des Marathons, Samstag, 13. August, ab 16 Uhr und am Tag selbst, Sonntag, 14. August, ab 4.45 Uhr morgens noch möglich.

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