Monschau - Monschau Klassik: Tragische Geschichte über das Leben der Eva Perón

Monschau Klassik: Tragische Geschichte über das Leben der Eva Perón

Von: ale
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Auf dem Sarg der toten Eva Per
Auf dem Sarg der toten Eva Perón singt Che (Matthias Stockinger) sein zynisches Lied über „Evita”. Fotos: Anneliese Lauscher 15: Evita wickelt alle Männer um ihren Finger, auch den Tenor Augustín Magaldi (Svetislav Stojanovic). Foto: Anneliese Lauscher 28: 10: Tenor Svetislav Stojanovic und Kristina Stanek.

Monschau. Über „Evita”, die Geschichte der Eva Perón, argentinische Präsidentengattin, Glamourgirl, verehrt und verachtet, hat Andrew Lloyd Webber ein Musical geschrieben, das weltweit ungezählte Erfolge gefeiert worden ist und zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Am Sonntag präsentierte das Theater Trier das Erfolgsmusical auf der Bühne der Burg Monschau im Rahmen des Festivals 2012.

Schon am Nachmittag herrschte reger Betrieb in Monschau, Parkplätze wurden knapp. Sicher nutzte manch ein Festival-Besucher den Anlass, auch einen Rundgang durchs Städtchen zu machen.

Sogar in der Außengastronomie war einiges zu tun; man ist bescheiden geworden und findet 15 Grad ganz gut, wenn es wenigstens trocken bleibt. Nachdem sich dann die Besucherströme in Richtung Burg begeben hatten, stellte sich heraus dass „Evita” eine echte Attraktion war, alle Plätze wurden besetzt.

Gerhard Weber, der Intendant des Theaters Trier, sprach herzliche Begrüßungsworte; sein Team fühle sich sehr wohl in Monschau. Angetan von der einmaligen Atmosphäre und dem freundlichen Publikum, wünsche er sich, die gute Zusammenarbeit in den nächsten Jahren fortzusetzen.

Das Musical beginnt mit einer Tangoszene, in welche die Todesnachricht von Eva Perón platzt. In einem Trauerzug von Männern und Frauen ganz in Schwarz wird der Sarg auf die Bühne gebracht. Che tritt auf, zu rhythmischen Latino-Klängen singt er ein zynisches Lied über das Leben der Eva Perón. Ihm ist keine Trauer anzumerken, er bezeichnet das ganze Spektakel als Show. In Wirklichkeit habe Eva jede Chance genutzt, nach oben zu kommen. „Sie hat gar nichts getan”, lautet sein vernichtendes Urteil.

Das Ensemble zeigt den Weg der Eva Duarte, die es zur Präsidentengattin bringt, von ganz unten (aus dem vierten Stand) emporsteigt zu Macht und Einfluss. Nur sie ist in farbige, schillernde Garderobe gekleidet; die Frauen des Volkes tragen weiter Schwarz und wirken - wie die uniformierten Männer - oft bedrohlich.

Auch die Musik klingt oft schräg; wenn Eva die Männer einen nach dem anderen um den Finger wickelt, hört man schrille Töne. Kurzerhand wirft sie die Geliebte Peróns aus dem Haus; das klagende Lied der Mistress geht zu Herzen: „Du nimmst den Koffer wieder in die Hand.” Hierfür bekam Minja Anusic spontanen Applaus.

Als Gattin des Präsidenten wird Eva zu dessen Beraterin, er nennt sie zärtlich „Evita” (kleine Eva), ihr soziales Engagement macht sie beim Volk beliebt. Das berühmteste Lied des Musicals „Weine nicht um mich, Argentinien” trug Kristina Stanek anrührend vor, die ganze Zerrissenheit der Frau, die Freiheit, Ruhm und dabei Geborgenheit suchte, kam hier zum Ausdruck. Evita stirbt mit nur 33 Jahren.

Für die leidenschaftliche, ungeheuer kraftvolle Beherrschung ihrer anstrengenden und facettenreichen Rolle bekam Kristina Stanek donnernden Applaus, auch Matthias Stockinger in der Rolle des Che wurde ein Liebling des Publikums. Standing Ovations gab es, als das gesamte Ensemble sich wieder und wieder verbeugte, und auch dem Orchester wurde für eine bravouröse Leistung gedankt.
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