Monschau Klassik: Mann aus dem Norden sorgt für guten Ton

Von: Christoph Hahn
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Sorgt bei der Monschau-Klassik auf der Burg für einen gepflegten Klang: Jan-Oliver Malonn am Yamaha-CL5-Steuerpult in der Kommandozentrale auf dem Bergfried. Foto: Christoph Hahn

Monschau. Jan-Oliver Malonn stapelt tief. „Wenn die Menschen nicht bemerken, dass wir da sind, haben wir etwas richtig gemacht“, bemerkt der 34-Jährige aus Schleswig-Holstein. Zusammen mit seinem Kollegen Florian Montebaur von der Koblenzer Firma Starline Showservice und dem Frankfurter Licht-Experten Gordon Wagner sorgt der gelernte Industrieanlagen-Elektroniker bei den Vorstellungen der Monschau Klassik auf der Burg („ein sehr schöner Arbeitsort“) für den guten Ton.

Darin hat der Veranstaltungstechniker aus dem Dorf Mözen in der Nähe der Winnetou-Festspiele-Stadt Bad Segeberg auch schon ziemlich viel Erfahrung. Und das hat wieder mit seinem Vater zu tun, selbst Freizeit-Musiker und auf Gitarre und Keyboard wie als Sänger gleichermaßen versiert. Einmal mit dem musikalischen Virus infiziert, wurde Malonn dann bald auch zum Techniker – auch durch das Schultheater, dessen Aufführungen der Mann aus dem Norden entsprechend unterstützte.

Da war es nicht mehr weit zur Professionalisierung: Nachdem er seine Lehre erfolgreich beendet hatte, machte sich Malonn selbstständig. Was er bisher am Wochenende nebenbei praktizierte, machte der bekennende Hardrock-Fan mit dem sorgsam modellierten Klang zu seinem Brotberuf.

Die Entscheidung und die damit einhergehende Spezialisierung auf einen bestimmten Teil der Veranstaltungstechnik ist dem verheirateten Vater von drei Kindern leicht gefallen: „Ich habe früh gemerkt, dass Bühne und Licht nicht meins sind.“ Einen wesentlichen Teil auf dem Weg zu diesem Standpunkt bildeten die Kurse bei verschiedenen Anbietern von Steuerpulten und ähnlichem Gerät, bei denen Malonn sein Wissen von einem zum anderen Lehrgang vermehrt hat.

So wurde der Fachmann Schritt für Schritt fit für die Arbeit an so ausgefeilten Apparaten wie dem Yamaha CL5 mit einem Warenwert von schlappen 40.000 Euro, mit dem der Sound in der Festspiel-Arena an der Burg reguliert wird. Mittelbar hat das Yamaha-Steuerpult damit zu tun, dass Malonn, der 2012 seinen Einstand in der Eifel gegeben hat, den Weg zum Klassik-Festival gefunden hat.

Denn das zentnerschwere Geräte gehört Starline-lShowservice-Chef Uli Lyding, der als technischer Dienstleister die Arena mit Scheinwerfern, Lampen, Lichtern und allerlei Technik ausstattet. Der kannte Malonn, der seit 15 Jahren im gesamten Bundesgebiet arbeitet, schon vorher und vertraut ihm – so sehr, dass er dem ausgewiesenen Experten den Weg nach Monschau gebahnt hat.

Malonn wiederum, der bei jeder Aufführung die Partitur oder den Klavierauszug neben sich liegen hat, hat im vergangenen Jahr seinen Arbeitsort in der Nordeifel lieben gelernt und freut sich, im Jahr 2013 diese Liebe noch weiter vertiefen zu können.

„Sprachverständlichkeit an jedem Platz ist mir sehr wichtig“, skizziert er den wesentlichen Teil seiner Qualitätsphilosophie und kommt auf die besonderen Herausforderungen in Monschau zu sprechen: „Da sorgt die Anordnung der Tribünen, die nicht genau im 90-Grad-Winkel zu einander stehen, für Probleme.“

Doch mit einem ausgefeilten Lautsprecher-Management, meistert „Janosch“ Malonn das ebenso wie er einen weiteren Umstand meistert: „Das Orchester sitzt hier nicht da, wo es normalerweise sitzt – nicht vorne unten im Graben, sondern seitwärts von der Bühne.“

So genannte Stützlautsprecher gleichen das aus. Auch wenn die Luftfeuchtigkeit oder die Temperaturen für veränderte physikalische Voraussetzungen sorgen sollten, können Malonn und seine beiden anderen auf dem Bergfried postierten Kollegen Montebaur und Wagner damit zurechtkommen.

Denn zum Steuerpult gehört zusätzlich auch noch eine kleine Wetterwarte mit Hygro- und Thermometer – damit auch wirklich nichts dem Zufall überlassen bleibt.

Den Gast aus dem hohen Norden, der wie auch seine Mitstreiter die Unterkunft und gute Verpflegung auf der Burg zu schätzen weiß, kann freilich nichts verdrießen, komme es wie es auch immer kommen mag: „Diese Besonderheiten nehme ich gerne auf mich, weil man selten die Möglichkeit hat, an so einem Ort ein hochwertiges Festival zu begleiten.“

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