Monschau-Festival: 94 Handtücher liegen hinter der Bühne

Von: P. St.
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An alles muss gedacht werden: Die Gäste beim Monschau-Festival sollen die 1147 Tribünensitze im Hof der Burg Monschau schließlich sauber vorfinden. Foto: P. Stollenwerk
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Es gibt noch Karten: Vicky Leandros lädt für Samstag, 26. August, auf die Burg Monschau ein.

Monschau. Das wird eng. Nur in Zentimeterschritten geht es aufwärts. Mehrere Tontechniker versuchen, ein Mischpult unbeschadet auf den Bergfried zu transportieren. Nur über die Bruchsteinstufen einer schmalen Wendeltreppe ist der markante viereckige Turm auf dem Monschauer Burggelände zugänglich.

Geschafft: Hier, hoch über den Dächern der historischen Altstadt, residiert in den kommenden 14 Tagen die Licht- und Tonzentrale des Monschau-Festivals.

Die Technikabteilung wird man in den kommenden Tagen aber noch häufiger mit Mischpulten antreffen, die treppauf und treppab geschleppt werden müssen, denn inzwischen bringt fast jeder Musikkünstler sein eigenes Licht- und Tonprogramm mit.

Alles muss durchs Eselstor

Diese Szene ist symptomatisch für das Monschau-Festival, das vom 18. bis 27. August stattfindet und auch bei seiner 18. Auflage wieder außergewöhnliche logistische Herausforderungen an das gesamte Team stellt. Jeder Scheinwerfer, jeder der 1147 Tribünensitze, der graue Teppich für den Gastronomiebereich, jede Abdeckplane und jede Metallstütze muss durch den engen Eselsturm und dann durch den noch engeren Wehrturm in den Burghof gebracht werden.

Die Abwicklung dieses Plans läuft inzwischen routiniert ab, auch wenn der Blick des Laien inmitten von Bergen Materials am Mittwoch kritisch ausfällt, ob denn am Freitagabend auch alles an seinem Platz ist, wenn die legendäre „Manfred Mann‘s Earthband“ bzw. im Vorprogramm ab 19.45 Uhr „Knock on Wood aus Bad Münstereifel“ das Festival eröffnen.

Es wird wohl auch diesmal wieder klappen, wenn „das beste Programm seit Jahren“, das finden jedenfalls die Programmmacher Helmut Lanio und Dorit Schlieper von der Monschu Festival GmbH als Veranstalter, mit insgesamt neun Veranstaltungen über die Bühne geht.

Daran ändert auch Weltstar Patricia Kaas nichts, die am Sonntag auftritt und den Veranstalter mit dem Wunsch überraschte, dass die Technik auf der linken Bühnenseite und nicht wie sonst üblich im überdachten Orchesterzelt aufgebaut werden muss. „Auch das werden wir schaffen“, sagt Helmut Lanio, während Dorit Schlieper sich um andere Details kümmern darf.

Zu den Extrawünschen der Künstlerin gehören nicht nur verschiedene frisch gepresste Obstsäfte, das Team hat auch exakt 94 Handtücher auf der Wunschliste notiert, die im Backstagebereich bereit liegen sollen. „Das klingt sauber und gesund“, sagt Lanio anerkennend, während Dorit Schlieper erleichtert darüber ist, „dass uns nicht auch noch die Farbe der Handtücher vorgeschrieben wurde“. So kann sie schon einmal beruhigt auf die 50 schwarzen Handtücher, die Ex-Smokie-Sänger Chris Norman im vorigen Jahr verlangte, zurückgreifen.

Solche Extratouren werden Helmut Lanio aber nicht in seinem Bestreben hindern, Patricia Kaas ins Café Kaulard zu einem Himbeertörtchen einzuladen. Das hat er sich fest vorgenommen. „Ich hoffe, auf eine entspannte Patricia Kaas in Monschau“, lautet sein bescheidener Wunsch. Vielleicht legt er ja noch ein Handtuch mehr hinter die Bühne, um das Eis zu brechen. Die Veranstalter nehmen die kleinen Extravaganzen der Stars im übrigen mit Humor, „denn insgesamt gesehen halten sich die Sonderwünsche in Grenzen“.

Einmal aber gerieten die Organisatoren für kurze Zeit in Turbulenzen, als die Fluggesellschaft Air Berlin plötzlich ihren Insolvenzantrag stellte, was auch Auswirkungen auf die Anreise einiger Künstler nach Monschau hätte haben können.

Die Musiker um Angelo Branduardi beispielsweise reisen aus fünf unterschiedlichen Richtungen an. Glücklicherweise hat sich sich der Sturm um die zahlungsunfähige Fluggesellschaft inzwischen gelegt.

Keine Mühen scheuen die Veranstalter auch, um ein goldenes Klavier im Burghof zu platzieren. Sie hoffen, dass der eine oder andere Künstler hier spontan in die Kasten greift und sich inszeniert.

Der klassische Part gerät beim Programm 2017 ein wenig ins Hintertreffen, aber im kommenden Jahr soll unbedingt wieder eine Oper gespielt werden.

Noch Kartenkontingente

Zunächst aber konzentriert sich der Blick auf die kommenden beiden Wochen. Die Konzerte mit Manfred Mann, den Höhnern und Patricia Kaas sind ausverkauft; für Angelo Branduardi gibt es noch Restkarten. Größere Kontingente sind noch verfügbar für Vicky Leandros („Die sollte man nicht unterschätzen. Das wird ein schöner Abend“, sagt Helmut Lanio) sowie für die Johnny Cash-Roadshow (2. August) und das Märchen-Musical „Rapunzel“ (22. August).

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