Monschau ehrt den Künstler Benno Werth

Von: jam
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Die Farbe Rot ist eines der Markenzeichen des Künstlers und Bildhauers Benno Werth. Anlässlich seines 85. Geburtstages ehrt die Stadt Monschau ihn mit einer Ausstellung. Foto: Archiv/Andreas Schmitter
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Laudatorinnen: (v.l.) Margareta Ritter, Professor Dr. Engeln-Müllges, Maritta Prätzel und Dr. Dagmar Preising. Foto: Jürgen Ammann

Monschau. Reges Treiben herrschte am Samstagnachmittag in Monschaus Straßen. Die Auslastung der Parkplätze deutete schon auf ein besonderes Ereignis hin. In der Tat, weit mehr als 500 Gäste hatten sich im Monschauer Aukloster zu Ehren des Künstlers Benno Werth eingefunden.

Mit einem Festakt würdigten die Stadt Monschau, Familienangehörige und zahlreiche Freunde und Anhänger seiner Kunst den weit über die Region hinaus bekannten Maler und Bildhauer und gratulierten ihm zu seinem 85. Geburtstag, den er am 4. April begehen konnte. Dieser Festakt war gleichzeitig die offizielle Eröffnung der Ausstellung „Malerei und Skulpturen“, die bis zum 4. Mai im Monschauer Aukloster zu sehen ist.

Prof. Dr. Gisela Engeln-Müllges, seit über 20 Jahren Vertraute und Lebensgefährtin von Benno Werth, begrüßte die Gäste und freute sich über die überwältigende Teilnahme. „Es ist eine große Ehre für Benno Werth, auch wenn er es selbst nicht erleben kann. Ich werde versuchen, es ihm begreiflich zu machen“, sagte sie und wies so unausgesprochen auf die schwere Krankheit ihres Partners hin, die die persönliche Anwesenheit des Künstlers nicht zuließ. Herzliche Worte richtete Engeln-Müllges an die Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter. „Dass Monschau das Potenzial hat, Kunst und Kultur eine Bühne zu geben, ein interessanter, aufgeschlossener Ort für Kreativität zu sein, das hat sich längst herumgesprochen“, lobte sie.

Bürgermeisterin Ritter erläuterte ihren persönlichen Zugang zu Benno Werth und seiner Kunst. Ihre Faszination unterstreicht sie dadurch, ein Triptychon des im sächsischen Riesa geborenen Künstlers in ihrem Amtszimmer zu haben. Die Zeugnisse des bedeutsamen Wirkens von Werth in Monschau zu haben, bezeichnete sie als Geschenk und weiteren kulturellen Höhepunkt für die Stadt.

Besondere Freunde von Benno Werth waren für die musikalische Umrahmung des Festaktes im Aukloster verantwortlich. Das Trio „Simone Helle and Friends“ fungierte durch die krankheitsbedingte Abwesenheit der Sängerin Simone Helle notgedrungen als Duo. Am Flügel Prof. Dr. Marcus Baumann, Rektor der Fachhochschule (FH) Aachen, wo Benno Werth einst lehrte, und Kalle Radermacher am Kontrabass verzauberten die Gäste mit ihren Melodien.

Riesa würdigt den Sohn der Stadt

Maritta Prätzel, Direktorin des Stadtmuseums Riesa mit Benno-Werth-Sammlung, hat die Strecke von 700 Kilometern nach Monschau nicht gescheut, um Benno Werth, den bekannten Künstler der Stadt Riesa, zu würdigen. In ihrer Laudatio überbrachte die Diplom-Museologin, die seit 20 Jahren das Riesaer Stadtmuseum leitet, die Grüße ihrer Stadt bevor sie über die besondere Beziehung zwischen Riesa und Benno Werth sprach. „Benno ist 1929 in Riesa geboren, hat dort einen Großteil seiner Kindheit und Jugend verbracht und seine ersten künstlerischen Erfahrungen gesammelt.

Nach dem Mauerfall ist er in seine Heimat zurückgekehrt und hat uns mit einer großen Ausstellung eine sehr große Freude bereitet“, führte Prätzel aus. Anlässlich des 80. Geburtstages sei eine Dauerausstellung mit Werken des Künstlers in Riesa eingerichtet worden.

Das Museum in Riesa trägt seit 2009 die Bezeichnung Stadtmuseum Riesa mit Benno-Werth-Sammlung. „Benno hatte immer eine sehr tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat, Riesa und seine Bürgerinnen und Bürger haben und werden Benno Werth nicht vergessen. Das von ihm Geschaffene wird fortbestehen und gerade zukünftigen Generationen Freude, Zuversicht und Kraft geben, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern“ so Maritta Prätzel.

Einführung in Benno Werths Kunst

Dr. Dagmar Preising, Leiterin des Couvenmuseums und Kuratorin am Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen hatte die Aufgabe übernommen, in die Kunst von Benno Werth einzuführen. „Benno Werth hat sein Leben der Kunst gewidmet“ so die Überschrift ihrer Ausführungen, bevor sie auf die Meilensteine seines Schaffens und Wirkens einging. Bereits 1946, während seines Studiums der Bildhauerei und Malerei in Düsseldorf, entstanden erste Arbeiten. Seit 1950 arbeitete er als Bildhauer und Maler, schuf künstlerische Kirchenausstattungen und Krankenhausgestaltungen, Straßen- und Platzgestaltungen, inklusive Brunnenanlagen.

1962 machte er seine bahnbrechende Erfindung des Negativ-Form- und Gussverfahrens für Metalle publik, welches komplizierte Hinterschneidungen in einem Guss ohne jede Schweißnaht möglich macht. Im Jahr 1986 wurde er zum Professor für plastisches Gestalten und Formgestaltung an den damaligen Fachbereich Design der der FH Aachen berufen. Von 1992 bis 1994 stand er dem Fachbereich als Dekan vor.

Seit 1995 ist er wieder als freier Bildhauer und Maler tätig. Seine Kunst beschrieb Dr. Preising als äußerst vielfältig. Sie äußere sich in der Gestaltung öffentlicher Plätze und Landschaften, von Kirchen und Rathäusern, Glasfenstern, Bildern, Skulpturen und Wandteppichen. Dabei ließ er sich immer von seinem Prinzip der Spontanität und Improvisation leiten, so die Kuratorin. Die Farbe „Rot“ stelle Werth zumeist prominent in den Vordergrund, seine Affinität zur Darstellung von Kontrasten bevorzugte die Farben Blau, Gelb und Rot.

Mehr als 140 Ausstellungen, davon 65 Einzelausstellungen im In- und Ausland (Wien, Paris Mexico, New York), belegen die Kreativität des national- und international sehr anerkannten Künstlers. „Wir blicken auf eine 70-jährige unglaubliche Lebensleistung, der wir großen Respekt schulden“ bilanzierte Dagmar Preising. Prof. Engeln- Müllges dankte allen Anwesenden für ihr Kommen. „Ich werde Benno für jede und jeden von Ihnen umarmen, die Wärme wird ihm ein Zeichen sein“, sagte sie sichtbar gerührt.

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