Monschau - Monschau: Ausstellung mit gewaltigen Sandskulpturen

Monschau: Ausstellung mit gewaltigen Sandskulpturen

Von: Carmen Krämer
Letzte Aktualisierung:
Überlebensgroß, aus Sand und
Überlebensgroß, aus Sand und trotzdem unverkennbar: Für die nächsten zwei Jahre wird Silvio Berlusconi neben Angela Merkel Dauergast in der alten Tuchfabrik in Monschau sein. Foto: Carmen Krämer

Monschau. Messer, Gabel und Löffel dürfen derzeit in der alten Tuchfabrik an der Rur als Werkzeug auf keinen Fall fehlen. Und auch wenn das ein oder andere Werk zum Anbeißen schön ist, sind sie doch nur für das Auge genießbar.

Einfach atemberaubend und bezaubernd schön ist das, was derzeit hinter den alten Mauern über dem Handwerkermarkt am Burgau in Monschau entsteht.

Am 6. April öffnet dort die etwas andere Kunstausstellung „Sandskulpturen Monschau” unter dem Motto „Monschau als Mittelpunkt Europas”.

Wer schon mal bei einem Strandspaziergang auf Mallorca auf eine Sandskulptur gestoßen ist, kann sich vielleicht annähernd vorstellen, was die Besucher in Monschau denmächst erwartet.Ein sandiger Neptun oder überdimensionale Burgen, die bis ins kleinste Detail ausgebaut sind, wie man sie auf Mallorca findet, sind jedoch nichts gegen das, was gerade in Monschau entsteht: 1000 Tonnen Sand werden hier derzeit verarbeitet zu architektonischen Meisterwerken Europas, wie Eiffelturm, Schloss Neuschwanstein oder Sagrada Familia, zu landestypischen Figuren und zu herausragenden europäschen Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Papandreou oder Sarkozy.

„Geographisch gesehen liegt Monschau ja fast in der Mitte Europas - okay, ein bisschen tolerant muss man schon sein”, erklärt Sjef Konings, Manager des Monschauer Dauerevents. „Und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, in unserer Ausstellung in Monschau verschiedene Perlen Europas zu vereinen.”

Auch wenn die Arbeiten der 23, übrigens auch aus ganz Europa stammenden Künstler noch in vollem Gange sind, lässt sich jetzt bereits erkennen, dass es dem Eventmanager und Peter Meurders, Leiter des zuständigen Carving-Betriebs, gelingen wird, eine neue Attraktion für die Region zu schaffen.

„Carving” ist Englisch und bedeutet „schnitzen” oder „meißeln”. Und genau das machen die Künstler, die von Peter Meurders engagiert werden, mit Sand, Eis oder Mergelstein. In Monschau haben sich die Veranstalter für die Sandvariante entschieden. „Das Besondere an der Arbeit mit Sand ist für mich als Künstler, dass es sehr viel schneller geht als wenn man beispielsweise versucht, Marmor zu bearbeiten”, erklärt Roger Geraedts, der in Monschau Projektleiter ist.

Der 31-Jährige hat verschiedene Workshops besucht und schnell Spaß daran gefunden, als professioneller Sand-Carver zu arbeiten.

Nur die Treppe rauf

„Als Carving-Künstler muss man dreidimensional denken können und Erfahrungen sammeln, damit man weiß, wann etwas zum Beispiel einsturzgefährdet ist”, erklärt Peter Meurders, der neben organisatorischen auch selbst künstlerische Arbeiten übernimmt.

Einsturzgefährdet ist dieser spezielle Sand nach einer gewissen Zeit allerdings nicht mehr. „Der Sand besteht aus kleinen kantigen Steinchen, die nach dem Trocknen wie Beton aneinander kleben”, erklären die Künstler.

Vor vier Wochen wurde der Sand geliefert, eine Woche später wurden die Unterkonstruktionen aufgestellt und seitdem wird nun fleißig sechs Tage die Woche geschnitzt, damit die Kunstwerke bis zur Eröffnung am Karfreitag fertig sind. Ab dann sollen sie mindestens zwei Jahre in Monschau zu sehen sein und immer wieder durch aktuelle Themen ergänzt werden.

Zusätzlich wird ein Sandkasten vor Ort sein, in dem die Besucher selbst üben können. Wer diese Ausstellung besucht, sollte viel Zeit mitbringen, um auch die liebevoll gestalteten Details in Ruhe betrachten zu können. „Viele Besucher sind ja schon hier. Wir müssen sie nur die Treppe raufbekommen”, hofft Meurders, doch so viel sei verraten: Ein Besuch in Monschaus größtem Sandkasten ab 6. April wird sich definitiv lohnen.
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