Monschau aus neuen Blickwinkeln sehen

Von: avl
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Versprechen für die kommende Ausstellung im KuK neue interessante Fakten über die ehemalige Feintuchmetropole Monschau (v.l.): Felix Herten, Hans Gerd Lauscher und Dr. Nina Mika-Helfmeier. Foto: van Londen

Monschau. Neben kostbaren Erstausgaben von Franz Kafka und Arbeiten von Isaac Newton entdeckte und erwarb der Kunstsammler Hans Gerd Lauscher kürzlich auch zwei echte Schätze für Monschau: Es handelt sich um zwei Tuschezeichnungen mit Ansichten der Tuchmacher-Stadt aus dem Jahre 1765.

Neben einer recht ungenauen Ansicht, die anlässlich der Eroberung Monschaus (1543) angefertigt wurde, sind dies bislang die ältesten bekannten bildlichen Darstellungen von Monschau überhaupt.

Die in einer Antiquariatsmesse in Ludwigsburg erworbenen fast 250 Jahre alten Zeichnungen sind nun Anlass einer weiteren Ausstellung zum Thema Einblicke in die Stadtgeschichte der einstigen Tuchmachermetropole im Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen (KuK) in Monschau.

Mit der Ausstellung „Monschau im Jahre 1765/66 in Zeichnungen des Josef Laub und Ansichten nachfolgender Künstler” startet das KuK am Samstag, 12. Februar, seine diesjährige Ausstellungsreihe mit Unterstützung des Geschichtsvereins Monschauer Land.

Sammler Hans Gerd Lauscher, der zusammen mit Dr. Toni Offermann, der KuK-Leiterin und Kulturbeauftragten der Städteregion, Dr. Nina Mika-Helfmeier sowie Felix Herten und Matthias Abdank vom Düsseldorfer Büro für Kommunikationsdesign Abdank und Milardovic die Ausstellung konzeptioniert hat, freut sich über den gelungenen Ankauf. „Alte Stadtansichten sind unentbehrliche Wegweiser durch die Ortsgeschichte, ihr Vergleich macht stadtgeschichtliche Entwicklungen sichtbar, veranschaulicht und ergänzt Erkenntnisse aus Schriftquellen.”

Spannende und neue Details

Die neuentdeckten Zeichnungen zeigen Monschau im Todesjahr von Johann Heinrich Scheibler (1765), der die Feintuchherstellung in Monschau zu einer ersten großen Blüte geführt hatte. Die beiden Panoramaansichten vom Rings- und Rahmenberg sind eminent wichtige Bildquellen, die zum ersten Mal die Topographie Monschaus aus verschiedenen Perspektiven festgehalten haben. Eindrucksvoll hat der Zeichner die Tuchrahmen auf dem Rahmenberg und die auf ihm aufgespannten bunten Tuche in Szene gesetzt. Eine wahre Neuentdeckung ist auch der in eine Tuchwalke umgenutzte Wehr- oder Wachturm am Rurufer gegenüber dem „Haus im Turm”.

Die beiden Zeichnungen des Josef Laub (auf der Burg Monschau seit 1762 als Kommandant der 2. Invalidenkompanie stationierter Artillerie-Hauptmann) wurden vom Kommunikationsdesign-Büro Abdank & Milardovic didaktisch aufbereitet. So wird es in der Ausstellung von den beiden Zeichnungen jeweils fünf Vergrößerungen geben, die einzelne Teilbereiche der Panoramen hervorheben. Eine Auswahl von 14 nachfolgenden Stadtansichten (Lithographien, Aquarellen, Ölbildern) unterschiedlicher Maler sollen die differenzierten Wahrnehmungen und künstlerischen Aneignungen Monschaus bewusst machen.

Begleitender Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, 12. Februar, 16 Uhr im KuK, gibt es einen begleitenden Katalog. Er wurde von den Autoren Hans Gerd Lauscher und Dr. Toni Offermann verfasst, mit zahlreichen Bildern illustriert und stellt grundlegende Forschungsergebnisse zur Biografie des bislang nur namentlich bekannten Zeichners vor.

Der Katalog ist zum Preis von 15 Euro im KuK und über den Geschichtsverein des Monschauer Landes, der mit seiner Unterstützung den Katalog in seiner vorliegenden Form erst ermöglicht hat, erhältlich. Auf der Vernissage und für Mitglieder des Geschichtsvereins kann der Katalog für 12 Euro erstanden werden. Die Ausstellung endet Sonntag, 3. April 2011.
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