Mohamed Lalah ist ein Star an seiner Schule

Von: luc
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Noch Praktikant, bald schon Mitarbeiter der Firma Schwartz in Simmerath: Still und stolz freut sich Mohamed Lahlah über seinen baldigen Einstieg in das Foto: Lucas Lamberty

Simmerath. Unwohl blickt sich Mohamed Lahlah um. Verlegen betrachtet er seine kräftigen Hände. Schüchtern rutscht er auf seinem Stuhl hin und her. Als ein „ruhiger Vertreter” wird er beschrieben, eine treffende Formulierung, wirkt er doch still und in sich gekehrt.

Gänzlich anders verhält sich das in seiner Schule. Denn dort ist der 19-jährige fast schon ein „Star”. Mohamed besucht die Regenbogenschule in Stolberg, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung.

Den Status des Stars erlangte er im vergangenen Dezember. Damals wurde bekannt, dass er ab dem Sommer eine Festanstellung bei der Firma Schwartz in Simmerath erhalten wird. Mohamed ist damit der erste Schüler der Regenbogenschule, der sich erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt beworben hat.

„Es ging wie ein Lauffeuer durch die Schule” erinnert sich seine Klassenlehrerin, Dana Sabeti. Die Schule sei stolz auf den jungen Mann, schließlich sei es schon „etwas besonderes”.

Sabeti spricht vom „Idealziel”, welches behinderte Kinder und Jugendliche in der Regenbogenschule erreichen könnten. Denn die Stolberger Schule vermittelt neben den üblichen Fächern Mathematik und Deutsch auch lebenspraktische Erfahrungen, wobei besonders soziale Fähigkeiten und die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit im Vordergrund stehen. Damit sollen die Schüler auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden.

Mohamed ist im letzten Jahr seiner Schullaufbahn, der so genannten Berufspraxisstufe, in welcher praktische Erfahrungen in Werkstätten zur unmittelbaren Berufsvorbereitung erworben werden können. Im Rahmen dieser Abschlussstufe absolviert er zurzeit ein dreiwöchiges Praktikum bei der Firma Schwartz, bei der er bereits zuvor regelmäßig in den Ferien und an Wochenenden gearbeitet hat.

Doch ab dem 1. August wird sich dieses Arbeitsverhältnis grundlegend ändern, der Schüler aus Rurberg wird dann wie seine zukünftigen Kollegen in einer 40-Stunden-Woche bei der Firma arbeiten.

Leichte Entscheidung

Auch dort freut man sich auf Mohamed. „Wir wissen wie er ist, was er kann” zeigt sich Christiane Marx von der Schwartz GmbH optimistisch. Auch Werkstattleiter Bernhard Vegelahn ist zuversichtlich. An Mohamed hat ihn besonders dessen Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit überzeugt: „Wenn er eine Arbeit beginnt, macht er sie auch fertig” erklärt Vegelahn.

Als im vergangenen Winter Mohameds Vater, der ebenfalls bei der Firma angestellt ist, anfragte, ob sein Sohn nicht auch langfristig übernommen werden könne, fiel die Entscheidung daher vergleichsweise leicht. „Wenn man jemand schon vier Jahre da hat, ist das nahe liegend,” erklärt Vegelahn die Entscheidung. Um den Arbeitsplatz dabei möglichst behindertengerecht zu gestalten, wird die Zusammenarbeit zusätzlich vom Arbeitsamt und dem Integrationsfachdienst finanziell unterstützt.

Bei der Firma Schwartz, die hauptsächlich Wärmebehandlungsanlagen herstellt, wird sich der neue Mitarbeiter in Zukunft vor allem um das Lackieren von Werkstoffen und das Pflegen der Außenanlagen kümmern.

Tätigkeiten, die ihm seine Klassenlehrerin Sabeti ohne weiteres zutraut: „Als bei uns ein Tisch gebrochen ist, ist er direkt losgesprungen,” erzählt Sabeti. Sie berichtet, dass Mohamed sich im handwerklichen Bereich immer durch kreative Ideen und das passende Geschick ausgezeichnet habe.

Insgesamt kann sie sich ihren Schüler gut in der Arbeitswelt vorstellen: „Wenn wir ihn gefragt haben, was er am Wochenende gemacht hat, hat er uns immer erzählt, er habe gearbeitet”. Etwas selber basteln um dann das fertige Ergebnis bewundern zu können, erklärt sie, dass sei seine Leidenschaft. Auch der sonst so zurückhaltende Mohamed nickt eifrig. Seine strahlenden Augen sagen mehr als Worte.
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