Monschau - Mörderisches Syndikat in Monschau

Mörderisches Syndikat in Monschau

Von: V.M.
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Das Restaurant Schnabuleum in Monschau wurde Schauplatz kriminalistischer Kurzgeschichten. Die Autorin und Buchherausgeberin Angela Esser las zwischen den Gängen und sorgte für einen spannenden Abend. Foto: V. Monterey

Monschau. Ein wahrlich mörderisches Menü gab es am Donnerstag Abend im Restaurant Schnabuleum in Monschau. Im Rahmen der Criminale 2010, dem größten deutschsprachigen Krimi-Festival, fand in den urigen Räumen des alten Wohnhauses, einst zu einer alten Spinnerei gehörig, ein Krimidinner mit der Schriftstellerin und Herausgeberin Angela Eßer statt.

Dies ist nur ein Veranstaltungsort von vielen, in der das „Syndikat”, die Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur vom 8. bis zum 12. September in der Eifel sein Unwesen treibt. Rund 150 von 180 anwesenden Krimiautoren halten in diesen Tagen die Bevölkerung in Atem. Unter anderem Angela Eßer, die gemeinsam mit Andreas Izquierdo als Herausgeberin der Anthologie „München blutrot” mit dem Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde.

Die in Krefeld geborene Autorin und Buchherausgeberin studierte Theaterwissenschaft und war lange Zeit als pädagogische Mitarbeiterin der Volkshochschule München und am Theater tätig. Unter dem Titel „Mordshunger” gibt sie mörderische Kochseminare und ist nebenher als Organisatorin von Krimifestivals tätig.

Die Veranstaltung begann mit eintretender Dunkelheit im ausgebuchten Schnabuleum, unter den Gästen drei weitere Mitglieder des Syndikats, Beate Maxian, Arno Strobel und Rudolf Jagusch, mit einer kurzen Einführung von Ruth Breuer, Geschäftsführerin des Restaurants, und einem kleinen „Gruß aus der Küche”. Da sie als Geschäftsführerin kaum weggehen könne, hole sie sich „die schönen Sachen einfach ins Haus”, erzählt sie. Dazu gehören musikalische Veranstaltungen, besinnliche Lesungen, Märchenerzählungen für Erwachsene im Dezember oder Krimilesungen. So freute sie sich besonders, dass für diese Lesung ihr Haus ausgewählt worden war.

Wer bis dahin noch nicht auf den Geschmack gekommen war, der kam es spätestens mit den „Krimibaukästen” aus dem Buch „Wein & Leichen” und Waldpilzen an Wildkräuter-Bärlauchsahne im Strudelteigsäckchen. „Wir hoffen, dass der Koch am Leben bleibt”, meinte Dorothée Crolla, ein anwesender Gast aus Aachen, bevor es richtig spannend wurde mit „sechs Uhr dreiundzwanzig - Guten Morgen München” aus der Anthologie „München blutrot”, welche unter den 200 eingereichten Kurzgeschichten nominiert worden war.

„Weingehemnis” gelüftet

Daraufhin wurde mit der Kurzgeschichte von Kim Smorge das „Weingeheimnis” gelüftet mit der Feststellung, Tafelfreuden und Mord gehörten definitiv zusammen und folgendem Hauptgang aus feinstem Eifeler Hirschgulasch an altdeutscher Senfsauce mit Spätzle und Rosenköhlchen und einer raffinierten Preiselbeerbirne. Nach der Verspeisung „des Opfers” und der grotesken Kurzgeschichte „Nessum dorma” aus „Pizza, Pasta & Pistolen”, ein vergnügliches, italienisches Krimibuffett, in der ein Busfahrer zu Tode kommt, aufgefunden mit dem Kopf in der Pasta und „rundherum Tomatensoße” gab es für die Gäste ein Holunderblütenparfait mit heißen Blaubeeren, dessen Spuren nicht so schnell zu verwischen waren.

Mit einem Telefongespräch, einem klassischen Gespräch mit Muttern und einem unklassischen Ende aus dem Buch „Arsen und Kartöffelchen”, eine Zusammenstellung von zehn außergewöhnlichen köstlichen Kartoffelrezepten und dem mörderischen Kartoffel-Krimi-Rezept von Deutschlands Crime-Lady Ingrid Noll endete die gelungene Lesung.

Nach einem Espresso und einer originalen Monschauer Senfpraline sowie einer Verlosung dreier Buchpreise ließ sich kaum einer der gut gelaunten Zeugen die Möglichkeit entgehen, ein signiertes Buch zu erwerben. „Sehr phantasievoll und sehr lecker”, resümierte Doris Preuss.
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