Modernste Technik ersetzt das Steuerrad

Von: Andreas Gabbert
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Diskutieren die Details des weiteren Ausbaus: Rainer Ritzdorf (Konstrukteur), Franz-Josef Heuken (Gesellschafter der Rurseeschifffahrt) und Rudolf Baum (Kapitän und Oberseeleiter) (v.l.). Foto: A. Gabbert

Einruhr. Kabel hängen von der Decke, Plastikrohre liegen in Kisten bereit, Eimer mit Farbe stehen herum –an Bord des neuen Schiffes der Rurseeflotte riecht es förmlich nach Arbeit. Mitten in der Baustelle stehen Franz-Josef Heuken (Gesellschafter der Rurseeschifffahrt), Rainer Ritzdorf (Konstrukteur) und Rudolf Baum (Kapitän und Oberseeleiter) und diskutieren noch einige Details.

Wo genau sollen die Trennwände gezogen werden? Wo kommt die Theke hin? Wie viele Lichter sollen über den Tischen strahlen?

Im Oktober war das Schiff in zwei Teilen mit Schwertransportern in Rurberg angeliefert, zusammengesetzt und von dort schließlich über den Obersee nach Einruhr geschleppt worden, wo der weitere Ausbau erfolgt. Inzwischen ist das Schiff komplett isoliert und die Fenster und Türen sind eingebaut.

Beginn der Schreinerarbeiten

Zurzeit sind Installateure dabei, die Wasserleitungen zu verlegen. Ende der Woche sollen die Schreinerarbeiten beginnen. Dazu gehören u.a. die Verkleidungen, Decken und die Theke. Als nächstes sind dann die Elektriker an der Reihe, die die beiden Elektromotoren und die Batterien anklemmen werden. „Das wird alles in den nächsten 14 Tagen in Angriff genommen“, sagt Rudolf Baum, während er den Blick durch den Raum schweifen lässt. Vor der großen Panoramascheibe am Bug hängen die meisten Kabel von der Decke. Hier laufen alle Drähte zusammen, hier wird später Baums Arbeitsplatz sein, hier entsteht der Ruderstand. Rechts davon werden später die Fahrräder der Gäste Platz finden.

Joysticks und i-Pads

Rudolf Baum und seine Schiffsführer-Kollegen Uwe Gramann, Felix Stollenwerk und Ralf Keppler sind in die Arbeiten an dem neuen Schiff eingebunden. Baum ist gelernter Maler und Lackierer, Gramann ist Elektriker, Stollenwerk ist Metallbauer und Keppler ist Kaufmann. „Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich das Schiff, das ich einmal fahren werde, mit zusammenbaue. Das schafft schon eine gewisse Bindung“, sagt Gramann.

Ein großes Steuerrad wie die Vorgängerin – die St. Nikolaus – wird das neue Schiff nicht mehr haben. Stattdessen wird das Schiff mit zwei Joysticks gesteuert. Außerdem gibt es zwei i-Pads, eines davon fest am Ruderstand installiert, mit der die komplette Technik des Schiffs via drahtlosem Netzwerk gesteuert werden kann. „Das sind wir ganz jeck drauf“, sagt Heuken. Für die Kapitäne bedeutet das eine große Umstellung. „Das ist halt alles modernste Technik und nicht mehr so wie vor 60 Jahren“, sagt Baum.

Möglichst wenig Kunststoff

Gramann verschwindet währenddessen in einer der viereckigen Bodenöffnungen, von wo aus Leitern in den Bauch des Schiffes führen, um sich der Beleuchtung zu widmen. Dort unten befinden sich auch die Maschinenräume, wo die Motoren ( 2 x 20 KW), die Batterien (96 Volt bei 900 Amperestunden) und die Rudermaschinen untergebracht sind.

Wo es geht, wird beim Innenausbau auf Kunststoff verzichtet, die Rurseeschifffahrt setzt lieber auf Holz. So auch auf dem Oberdeck. Dort sollen Holzbänke einmal 160 Fahrgästen Platz bieten. Insgesamt hat das Schiff Platz für 250 Personen und im Gegensatz zur alten Nikolaus auch Toiletten an Bord. „Die größere Kapazität und die Toiletten waren wichtige Gründe für die Anschaffung“, erklärt Baum. Bis zur geplanten Jungfernfahrt am 4. April bleibt noch viel zu tun an Bord der „Seensucht“, aber Baum ist zuversichtlich: „Noch fünf bis sechs Wochen, dann sind wir hier schon eine ganze Ecke weiter.“

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