Imgenbroich - Moderner Gottesdienst: Buntes Treiben in der Tapasbar

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Moderner Gottesdienst: Buntes Treiben in der Tapasbar

Von: aj
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Der Aufwand hat sich gelohnt: zahlreiche Jugendliche konnten die jungen Organisatoren (hinten) zum modernen Gottesdienst mit Jugendseelsorger Hardy Hawinkels (l.) begrüßen. Foto: Aline Jansen

Imgenbroich. Einen nicht alltäglichen Anblick bot die „Bodega“ in Imgenbroich am Freitagabend, denn schon vor der normalen Öffnungszeit um 18 Uhr herrschte in der Tapasbar ein buntes Treiben: Immer mehr Jugendliche strömten herein und innerhalb kürzester Zeit waren alle Tische und Barhocker besetzt.

An der Fensterfront standen zwölf Jugendliche, testeten Mikrofone, stimmten Instrumente und probten noch einmal ein paar Lieder. Doch das Ungewöhnlichste war sicherlich das geschmückte Holzkreuz, das mitten auf der Theke stand und ein kleiner Tisch in der Mitte des Raumes, der zu einer Art Mini-Altar umfunktioniert worden war.

Um 18 Uhr ging sie dann endlich los – eine Messe von Jugendlichen für Jugendliche in lockerer Atmosphäre unter dem Motto „Colourful fair – be yourself“ (Bunte Messe – sei du selbst), in die Katrin Nießen, Franziska und Johanna Kreitz, Alisa Hahn, Anna Prümmer, Jonas Call, Sascha Ungermann und Paul Zehnpfennig seit November des vergangenen Jahres viel Zeit und Arbeit investiert hatten. Zusammen mit der Gemeindereferentin der GdG Monschau, Monika Breuer, dem Pastoralreferenten, Georg Nilles, der Betreuerin Alice Klein und dem Jugendseelsorger für die Region Eifel, Hardy Hawinkels, hatten sie den Gottesdienst der etwas anderen Art auf die Beine gestellt.

Nun freuten sie sich sehr, dass sich die Arbeit bezahlt machte und sie so viele Jugendliche, aber auch Eltern und Großeltern, anlocken konnten. Auch Hawinkels war erfreut so viele Gäste in der ungewöhnlichen Umgebung begrüßen zu können: „Ich habe schon Messen in Festzelten oder auf dem Katschhof in Aachen gehalten, aber noch nie in einer Kneipe.“

Musikalische Begleiter fanden die Jugendlichen in Georg Nilles an der Gitarre und Christoph Goffart auf dem Keyboard. Außerdem hatten sie vor Kurzem noch vier weitere Jugendliche überzeugen können mitzumachen und so standen ihnen beim Gesang Luisa Schreiber, die auch auf ihrer Gitarre spielte, Hannah Strang und Heiko Valentin-Krebs zur Seite. Für den richtigen Rhythmus sorgte Martin Kirschfink mit einer Drum-Box.

Zum Einzug wurde der Klassiker „Oh happy Day“ gespielt, der die Versammelten sofort zum Mitklatschen animierte. Anschließend trugen Anna, Jonas, Sascha und Paul eine Einführung in das Thema und die Erklärung des Mottos vor.

Das folgende Tagesgebet war perfekt darauf abgestimmt, denn dort stellten Alisa und Franziska fest: „Wir sind eine bunte Mischung – das ist es, was das Leben spannend macht. Jede Farbe ist nötig, damit wir erkennen, wie vielfältig menschliches Leben ist. Colourful fair eben!“

Hawinkels las danach Psalm 139, ein Lied Davids, vor, den die Jugendlichen ausgewählt hatten. Egal wo wir sind oder was wir machen, Gott sei bei uns und hielte seine schützenden Hände über uns, war die Botschaft.

Die Idee zur „bunten Messe“ war den jungen Organisatoren durch ein Plakat mit Gewürzen gekommen und so griffen sie diese Idee auf. Auf den Tischen hatten sie im Vorfeld keine Säckchen mit verschiedenen Gewürzen verteilt, an denen jetzt gerochen und probiert wurde. Sie seien so verschieden wie die Menschen, erklärte Hawinkels. Außerdem bestehe zum Beispiel Curry aus vielen verschiedenen Gewürzen, die zusammen wieder etwas Neues ergäben. So wäre es auch bei den Menschen, jeder sei einzigartig, aber zusammen könnten sie „etwas Tolles auf die Beine stellen“.

Bevor Katrin und Johanna die Fürbitten vorlasen, sang die Gemeinschaft zum Glaubensbekenntnis „Jesus Christ, you are my life“. Auch die Fürbitten waren – passend zum Veranstaltungsort – etwas anderes gestaltet als sonst. „Es geht nicht darum, dass Sätze vorgelesen werden und dann nuschelt jeder ‚Wir bitten dich erhöre uns‘“, sagte Hawinkels und sorgte damit für ein zustimmendes Schmunzeln unter seinen Zuhörern. Deshalb wurde dieser Satz durch den Liedruf „Geh mit uns auf unserem Weg“ ersetzt.

Nachdem zum Hochgebet „Bless the Lord“ gesungen wurde, forderte Hawinkels alle auf, sich zu erheben und an den Händen zu fassen. So betete man gemeinsam das „Vater Unser“ und gab sich den Friedensgruß.

Nach der Kommunion und dem Segen war die zweite Jugendmesse in der „Bodega“ fast vorbei. Zum krönenden Abschluss sangen Luisa, Hannah und Heiko „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo und erhielten großen Beifall für ihr Können und ihren Mut. Auch die jugendlichen Organisatoren wurden mit Applaus für die gelungene Veranstaltung belohnt, die gezeigt hat, dass junge Leute und Kirche zusammenpassen können, wenn man die strengen Messabläufe und Rituale etwas offener, moderner und mit guter Musik gestaltet.

Der Ausklang des Abends fand, genau wie der Gottesdienst, in lockerer Atmosphäre statt. Viele der Besucher gingen noch nicht direkt nach Hause, sondern blieben in gemütlichen Runden an ihren Tischen sitzen.

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