Kalterherberg - Moderne Version von Räuber und Gendarm: Vereinshalle bald Laser-Arena

Moderne Version von Räuber und Gendarm: Vereinshalle bald Laser-Arena

Von: P. St.
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Noch wirkt die Vereinshalle Kalterherberg wie eine Baustelle und bei Tageslicht sieht eine Laser-Tag-Arena eher recht nüchtern aus. Für die Brüder Patrick (li.) und Janick Paulus steht bis zur Eröffnung in etwa einem Monat noch viel Arbeit an. Foto: P. Stollenwerk

Kalterherberg. „Vell Spass er Kuhlejass“ steht in blaugeschwungenen Buchstaben über der Bühne in der Vereinshalle Kalterherberg. Doch der Spaßfaktor in der ehemaligen Fertigungshalle am Ortsrand hält sich in Grenzen, denn die Zahl der Veranstaltungen ist im Laufe eines Jahres inzwischen recht überschaubar geworden.

Für eine neue Belebung und anhaltenden Spaß könnte aber bald ein neues Angebot sorgen, das völlig im Gegensatz zu den bisherigen Angeboten wie Trödelmarkt, Kirmes oder Karneval steht. „Laser-Tag“ lautet das neue Angebot, das ab Mitte November ganz neue Zielgruppen ansprechen soll. Laser-Tag ist ein Spiel bzw. eine Funsportart, bei dem mehrere Spieler sich möglichst geschickt und unerkannt durch einen speziellen Parcours bewegen.

Ungefährlich, aber anstrengend

Das Spiel ist völlig ungefährlich, allerdings durchaus schweißtreibend. Rund 15 Minuten dauert das Match, das eine echte sportliche Note besitzt. Der in Deutschland noch recht unbekannte Freizeitspaß ist gewaltfrei und schmerzlos. Nur wer übertreibt und durch die Arena spurtet, riskiert einen Sturz. Aber dafür gibt es ja die „intelligenten Westen“, die dem Spieler nicht nur sagen, dass er einen Treffer gesetzt hat, sondern ihn auch ermahnen, wenn allzu oft Hindernisse touchiert werden.

Doch ehe sich die Spieler in Kalterherberg ins Laser-Tag-Abenteuer stürzen können, ist noch eine Menge Arbeit erforderlich, um den Parcours aufzubauen. Mit Unterstützung eines Fachunternehmens wird massenweise Holz verbaut.

An diese Investition herangewagt hat sich Hans Jürgen Paulus aus Kalterherberg, der mit zweien seiner Söhne davon überzeugt ist, dass das Experiment funktioniert. Ungewöhnliche Freizeitaktivitäten haben die Familie Paulus schon immer gereizt. Das beweisen auch die Segway-Touren in die Natur, die mit wachsendem Erfolg unter dem Namen „Ravelways“ angeboten werden.

„Das ist sicherlich ein Umgewöhnungsprozess bei der Nutzung der Vereinshalle“, sagt der 54-Jährige, und es gelte auch noch, Details des Mietvertrages mit dem Förderverein Vereinshalle abzuklären. Gesichert sei aber, dass die bisherigen Veranstaltungen, darunter auch die Abifeten, wie gewohnt stattfinden könnten. Die Laser-Tag-Kulisse könne bei Veranstaltungen problemlos abgebaut werden, beruhigt er alle Gemüter, die schon das Ende der Vereinshalle als Veranstaltungsstätte für das Dorf kommen sahen.

Die häufig leerstehende Vereinshalle und das völlig fehlende Indoor-Angebot in der Eifel hätten ihn zu der Idee bewogen, diese „moderne Variante von Räuber und Gendarm“ in der Region anzubieten, sagt Paulus. Erste eigene Erfahrungen mit dem Spiel hätten ihn zudem gleich fasziniert: „Im Freizeitbereich tickt die Welt eben heute anders.“ Er könne sich gut vorstellen, dass Laser-Tag nicht nur als touristische Attraktion, sondern auch für Junggesellenabschiede sowie Firmen- oder Vereinsfeiern eine interessante Alternative sein könne.

Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern wird der Parcours aufgebaut, der mit einer aufwendigen Technik ausgestattet ist.

„Das System muss erfassen, wer wen wie oft getroffen hat“, erläutert Patrick Paulus (22). Vor jedem Spiel gebe es eine kurze Einweisung für die Spieler. Dazu gehöre auch der Hinweis, dass die Laser-Lichtquelle immer mit zwei Händen angefasst werden müsse, damit das Infrarotsignal überhaupt auslöse. Maximal 20 Spieler können sich im Parcours bewegen. Die Ausrüstung gibt es vor Ort vom Anbieter, und im Gegensatz zu dem ebenfalls sehr populären Spiel Paintball erfordert Laser-Tag keine besondere Schutzkleidung und das Spiel ist vollkommen kontaktlos. Somit ist es auch für jüngere Spieler geeignet. 50 Prozent der Spieler sind zwischen zehn und 25 Jahren alt. „Das Spiel macht Spaß von Anfang an“, sagt Janick Paulus (20), „sofern man nicht gleich beim ersten Mal gegen einen erfahrenen Spieler antritt.“ Es gibt nicht nur unterschiedliche Spielarten, sondern auch unterschiedliche Schwierigkeitsstufen.

Sonderaktionen geplant

Zwischen sieben und acht Euro wird der Preis für eine Spielrunde kosten, wobei zahlreiche Sonderaktionen geplant sind und für den Fall, dass sich ein Laser-Tag-Verein gründet, würden dann günstigere Konditionen möglich sein.

Bis es aber so weit ist, muss in der Vereinshalle noch so mancher Kubikmeter Holz verbaut werden.

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