Nordeifel - Moderne Häuser bieten keine Nischen für den Rotschwanz mehr

Moderne Häuser bieten keine Nischen für den Rotschwanz mehr

Von: gük
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Nordeifel. Zwei Arten der Rotschwänze wurden in den vergangenen 40 Jahren in unserer Region beobachtet: Garten- und Hausrotschwanz. Ursprünglich war dieser Vogel nur Brutvogel in offenen, felsigen Gebieten, und das Rheinland wurde wahrscheinlich erst im 19. Jahrhundert besiedelt.

Heute ist der Hausrotschwanz bei uns ein allgemein verbreiteter Brutvogel mit starker Bindung an Industriebereiche und Siedlungen und kommt in allen Dörfern und natürlich auch im Stadtgebiet von Monschau vor.

Allerdings ist in den letzten Jahren zu beobachten, dass die Anzahl der Brutpaare abnimmt, weil die alten Häuser fast alle restauriert und gründlich isoliert wurden, so dass nur noch selten Nischen für den Bau von Nestern vorhanden sind. Wer Hausrotschwänze während der Brutzeit an seinem Haus haben will, sollte sich im Fachhandel Nistkästen für diese Halbhöhlenbrüter kaufen oder selbst basteln und sie an windgeschützter und versteckter Stelle am Haus anbringen.

Hausrotschwänze sind in der Regel Kurz- und Mittelstreckenzieher, d.h. sie ziehen spät weg und kommen schon sehr früh im Jahr wieder zurück. Hauptüberwinterungsgebiete sind die Mittelmeerküste und die Inseln im Mittelmeer.

In den Jahren 1976 bis 1993 wurde in dreizehn Jahren die Erstankunft aus den Winterquartieren notiert. In acht Jahren kamen sie in der 2. Märzhälfte zurück, in fünf Jahren in der ersten Märzhälfte. Seit 1994 sind sie regelmäßig schon in der ersten Märzhälfte zurück, im Jahre 2000 sogar schon am 26. Februar, was wohl eine Folge der milden Winter ist.

Der Wegzug erfolgt um die Mitte des Oktobers, aber in den letzten Jahren werden häufiger auch Hausrotschwänze noch im November, ja sogar im Dezember gesichtet. Auf dem Herbstdurchzug kann man sie auch häufig auf Ackerflächen oder Wiesen mit Zäunen und Gebüschen beobachten. Weitaus seltener als der Hausrotschwanz ist der Gartenrotschwanz in unserer Heimat zu beobachten.

Ursprünglicher Lebensraum sind früher lichte und aufgelockerte Wälder mit viel Altholz, also Urwälder, gewesen, und insofern dürfte er hier auch anwesend gewesen sein, als noch keine oder nur wenig Menschen hier siedelten.

Heute brütet er vor allem an Waldrändern und Waldlichtungen, in Augehölzen, Parks, Friedhöfen, Grünflächen in Siedlungen, Obst- und Hausgärten, sofern zumindest ältere Bäume vorhanden sind, Alleen und Bergmischwäldern, jedoch nicht in geschlossenen Fichtenbeständen. Er legt seine Nester an in Nistkästen, Baumhöhlen, an Mauern, Ruinen, Spechthöhlen und ähnlichen Nischen.

Der Gartenrotschwanz ist Langstreckenzieher und überwintert südlich der Sahara in der Trocken- und Feuchtsavanne. Die Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten erfolgt bei uns in der 2. Aprilhälfte, eine Verschiebung der Ankunftszeiten ist nicht festgestellt worden.

Die Anzahl der Brutpaare in unserer Heimat schwankt - in manchen Jahren sind es verhältnismäßig viele, in anderen Jahren sieht und hört man sie kaum. Im Jahre 2002 z. B. sangen in Dedenborn drei Männchen während der ganzen Brutzeit, im folgenden Jahr war überhaupt keiner da. Im Jahre 2005 wurden mindestens 16 Brutpaare im Beobachtungsgebiet gefunden, die tatsächliche Anzahl dürfte natürlich etwas darüber liegen, weil nicht jeder Fleck in unserer weitläufigen Region abgesucht werden kann.
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