Modellflieger der Gruppe „Kranich Simmerath“ wurden fast vom Winde verweht

Von: Max Stollenwerk
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Im Landeanflug: Hier versucht ein Pilot mit seinem Modellflugzeuges zu landen. Das gestaltet sich bei einigen Böen schwierig. Foto: Max Stollenwerk
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Auch die eine oder andere Reparatur gehört beim Modellfliegen dazu. Damit die Maschinen flugtauglich sind, muss ab und zu auch schon mal nachjustiert und geschraubt werden. Foto: Max Stollenwerk
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Sie haben trotz widriger Windverhältnisse alles sicher im Griff: Rund 25 Piloten zeigten ihr Können an den Miniatur-Flugzeugen. Foto: Max Stollenwerk

Simmerath/Huppenbroich. In circa 50 Metern Höhe drehte ein Bussard elegant seine Runden, und dazwischen segelten etliche Modellflugzeuge in luftigen Höhen von bis zu 250 Metern. Dieses Schauspiel war am Sonntag auf dem Modellflugplatz zwischen Simmerath und Huppenbroich zu beobachten. Denn die Modellfluggruppe „Kranich Simmerath“ hatte zum zehnten Schlepptreffen eingeladen.

Und dieses erfreute sich großer Beliebtheit, denn es kamen über 25 Piloten von befreundeten Vereinen aus Hürtgenwald, Würselen und auch den Niederlanden, um ein paar Runden mit ihren schicken Modellen zu drehen. „Wir machen das Segelschlepptreffen in diesem Jahr zum zehnten Mal, und damit ist es ja schon Tradition und Brauchtum“, sagte Burkhard Wilden, der 1. Vorsitzende der Modellfluggruppe Kranich Simmerath. Das „Schleppmeeting“, wie er es bezeichnete, findet jährlich Anfang September statt und sei immer wieder eine „gute Gelegenheit, Freunde zu treffen“.

„Der Schlepppilot fliegt voraus und befestigt ein Seil hinter der Tragfläche, während der Segler das Seil in der Rumpfnase der Maschine festzieht“, erklärte Wilden das Prozedere.

Burkhard Wilden war im August zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt worden, nachdem der langjährige Vorsitzende Stephan Braun im Mai überraschend gestorben war. Auch in Zukunft will die einzige Modellfluggruppe in den Kommunen Monschau, Simmerath und Roetgen, die seit dem Jahr 1970 existiert, an ihrem Konzept festhalten. „Auch nach dem Tod unseres langjährigen Vorsitzenden soll es genauso wie bisher weitergehen“, unterstrich der neue Vorsitzende. „Wir wollen unser Hobby auch in Zukunft in der schönen Eifel genießen, weiter in der Bandbreite existieren und verschiedene Aktivitäten anbieten und durchführen“, ergänzte Wilden. Zudem laufe die Jugendarbeit im Verein, der insgesamt um die 80 Mitglieder zählt, erfreulich gut, denn viele Jugendliche seien im Verein aktiv. Beim Segelschlepptreffen stand nun eindeutig der Spaß in entspannter Atmosphäre im Vordergrund.

Schlepper und Segler

Eine große Herausforderung sei das gemeinsame Aufsteigen von Schlepper und Segler beim Start, erklärte Wilden. Hier kommt es nämlich auf Präzision und das richtige Fluggefühl an. „Das Segelflugschleppen ist sozusagen die Königsdisziplin des Segelns. Denn die Piloten müssen gut steuern, sich gut abstimmen und sich die Landung richtig einteilen“, so Wilden. Der Aufstieg ging dann erstaunlich schnell vonstatten. „Aktuelle Höhe 100 Meter“, lautete eine Ansage aus einem Fernsteuergerät eines Piloten.

Regelmäßig wird so die aktuelle Flughöhe durchgegeben. Zunächst muss der Segelpilot dem Schlepper eine Zeit lang folgen, bis eine gewisse Höhe erreicht ist. „Dann koppelt er sich irgendwann ab, der Schlepper kommt auf direktem Wege wieder runter, während der Segler noch eine Runde dreht“, schilderte Wilden das Geschehen. Dabei sei es wichtig, dass die Segler Aufwindfelder fänden, um in der Luft zu bleiben, bevor dann bei der Landung die Landeklappen herausgefahren werden müssten, um eine sanfte Landung zu ermöglichen. Dies erwies sich jedoch als ziemlich schwierig, da die äußeren Bedingungen alles andere als optimal waren.

„Die Windverhältnisse heute sind schon extrem schwierig, denn es kommen immer wieder unberechenbare Böen auf“, erklärte Winfried Roder, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Daher sei es eine große Schwierigkeit, die Maschinen, die überwiegend durch Benzinmotoren angetrieben werden, sicher durch die Lüfte zu steuern, so Roder. Nach ein paar Runden in luftiger Höhe stand jeweils die Vorbereitung auf die Landung an. Diese gelang dem einen Piloten sanft und direkt vor den Füßen, anderen eher etwas holprig und etwas weiter weg.

„Alle Modelle beim Schlepptreffen sind originalgetreu nachgebaut“, verdeutlichte Burkhard Wilden. Zwischen den einzelnen Modellen gibt es jedoch markante Unterschiede. Die kleinen Modelle haben eine Spannweite von circa einem Meter und ein Gewicht von knapp zwei Kilogramm. Die größeren Modelle dagegen wiegen bis zu 25 Kilogramm und weisen eine Spannweite von bis zu sechs Metern auf. Im Modell-Flugbetrieb ist es zudem üblich, dass die Piloten ihre Modelle zu großen Teilen selber bauen, und das Ganze originalgetreu. „Viele der Piloten fliegen im Alltag auch richtige Segelflugzeuge, denn das Modellfliegen und das Segelfliegen sind sich in vielen Punkten sehr ähnlich“, erklärte Roder.

Modelle bis zu 25 Kilo schwer

Neben dem Segelschleppen gebe es verschiedene andere Möglichkeiten, in die Luft aufzusteigen. Beispielsweise gehe es auch mit Hilfe eines Gummiseils oder mit Seilwinden. „Dann schießen die Modelle schnell nach oben, fast wie beim Drachensteigen“, so Roder. Einen eigenen Motor besitzen die Segelflugzeuge in der Regel nicht.

Die Geschwindigkeiten der einzelnen Modelle können dabei zwischen circa 30 und maximal 300 Kilometern pro Stunde variieren. Dennoch sei Modellfliegen eine eher ruhigere Art des Fliegens, die für alle Altersklassen geeignet sei. „Trotzdem muss man sich die Landung richtig einteilen und gut steuern. Das ist hierbei die große Herausforderung“, betonte Wilden.

Während das Segelschlepptreffen eher ein freundschaftliches Zusammentreffen sei, nehme die Modellfluggruppe auch an verschiedenen Wettbewerben mit unterschiedlichen Disziplinen teil, schilderte Wilden. Mindestens ebenso wichtig sei es jedoch, regelmäßig auch zu befreundeten Vereinen zu fahren. „Denn das schweißt unheimlich zusammen“, unterstrich Wilden.

Während ein Schlepper und ein Segler sich gerade im Aufstieg befanden, waren am Himmel zwei Passagiermaschinen zu sehen. „Da oben die beiden werden aber jetzt nicht von uns gesteuert“, merkte Wilden schmunzelnd an.

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