Mittelzentrum: Simmerath möchte eine Stufe höher

Von: P. St.
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Simmerath. 396 politisch selbstständige Städte und Gemeinden gibt es in Nordrhein-Westfalen. 192 davon sind derzeit im Landesentwicklungsplan (LEP) von NRW als Mittelzentren ausgewiesen. Monschau gehört dazu, auch Schleiden, Simmerath aber nicht. Geht es nach dem Wunsch der Gemeinde Simmerath, soll sich das bald ändern.

Der neue Landesentwicklungsplan befindet sich gerade in der Endphase der Fortschreibung für die kommenden 15 Jahre. Da möchte Simmerath die Chance nutzen, künftig ebenfalls als Mittelzentrum und nicht länger als Grund- bzw. Unterzentrum im neuen LEP eingestuft zu werden. In einem umfangreichen Schreiben an die Landesregierung bezieht die Verwaltung Stellung zum neuen LEP-Entwurf und listet eine Vielzahl von Argumenten auf, die ihr den Weg zum Mittelzentrum ebnen sollen.

Bei der Einteilung der Kommunen in Grund- Mittel- und Oberzentren geht es nicht um Titel sondern um bare Münze. Als Mittelzentrum ist die Ausgangslage, um an bestimmten Förderprogrammen teilhaben zu können, wesentlicher größer. Auch bei der Raumplanung werden andere Maßstäbe angelegt.

Aus Sicht der Verwaltung ist die Ausweisung als Mittelzentrum längst überfällig, „da im Hinblick auf die jetzt schon in der Gemeinde Simmerath vorgehaltenen Infrastrukturangebote diese weit über das Angebot eines Unterzentrums hinausgehen“. Der dauerhafte Erhalt dieser Infrastruktur könne langfristig nur sichergestellt werden, wenn die Gemeinde Simmerath ebenfalls als Mittelzentrum eingestuft werde, betont Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns weiterhin.

„Von der gesamten Versorgungsstruktur her ist dieser Schritt erforderlich“, meinte auch CDU-Landtagsabgeordneter Axel Wirtz bei einem Arbeitsbesuch in der Simmerather Verwaltung, wohl wissend, dass das Land sich derzeit äußerst reserviert bei der Einstufung neuer Zentren gibt.

Man wolle das Thema nicht mehr „auf die lange Bank schieben“, unterstreicht Karl-Heinz Hermanns. „Simmerath erfüllt schon längst die Voraussetzungen für ein Mittelzentrum.“ Dies gelte um so mehr mit Blick auf die benachbarten Mittelzentren Monschau und Schleiden. Simmerath übertreffe die beiden Städte allein schon bei der Bevölkerungszahl um 3200 bzw. 2200 Einwohner. Entgegen dem allgemeinen Trend sei zudem die Bevölkerungsentwicklung in Simmerath positiv.

Im gleichen Atemzug betont Hermanns aber auch, dass es nicht darum gehe, den Nachbarkommunen den Status als Mittelzentrum abzuerkennen: Man möchte lediglich auf der gleichen Stufe stehen.

In ihrer Stellungnahme zählt die Simmerather Verwaltung eine Reihe von Aspekten auf, die sie als Mittelzentrum qualifizieren würden: Die Rede ist von der vielfältigen Schullandschaft, wobei besonders die weiterführenden Schulen normalerweise nicht in Unterzentren vorgehalten würden. 14 Kindergärten, zwölf Kirchen, Gemeindebücherei, Bushof und Polizeistation werden als weitere Argumente angeführt. Das gewichtigste Argument aber dürfte sich bei der medizinischen Versorgung finden in Form des Simmerather Krankenhauses mit seinen 125 Betten und 360 Beschäftigten.

Eine lange Liste bilden auch die aufgeführten Fachärzte sowie der Dienstleistungsbereich mit beispielsweise 13 Ingenieurbüros, zehn Steuerberatungsbüros und zwölf Architekten. Als weitere bedeutende Arbeitgeber werden die Firmen Junker (450 Beschäftigte) Schwartz (110) und Thelen (80) aufgeführt. Auch das umfangreiche Angebot an Sportstätten, die Versorgung durch Einzelhandelsbetriebe und nicht zuletzt den gestiegenen touristischen Stellenwert Simmeraths wirft man in die Waagschale.

Die Anregung, Simmerath als Mittelzentrum einzustufen, wird übrigens zum Teil von den Nachbarkommunen unterstützt. In ihrer ersten Stellungnahme zum LEP-Entwurf hatte die Gemeinde Hürtgenwald bereits das Ansinnen Simmeraths unterstützt.

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