Mittelweg als neue Variante für Kesternichs Ortsumgehung

Von: P. St.
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Tendenz steigend: Das Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße in Kesternich (Foto) und der Straucher Straße wird aller Wahrscheinlichkeit nach ansteigen. Die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße ist bei der überwiegenden Anzahl der Kesternicher Bürger außer Zweifel. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich. Die Frage, ob die Verkehrsproblematik in Kesternich dauerhaft gelöst werden kann, nähert sich der Beantwortung. In der nächsten Sitzung des Simmerather Bauausschusses soll eine weitere Trassen-Variante für die Ortsumgehung vorgestellt werden.

Sie berücksichtigt als Mittelweg zwischen den beiden bisher zur Diskussion stehenden Lösungsvorschlägen die unterschiedlichen Interessen.

Mit den beteiligten Behörden und Entscheidungsträgern seien zuletzt „intensive Gespräche” geführt worden, berichtet Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns von der Simmerather Verwaltung. Ziel der Verhandlungen sei eine Lösung, „die für alle Kesternicher Bürger verträglich und vertretbar” sei.

Diese Voraussetzungen soll eine neue dritte Variante für die Ortsumgehung erfüllen, die in der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses am 17. Februar zur Diskussion gestellt wird. Diese dritte Variante, so viel zeichnet sich bereits ab, soll sich in etwa 100 Meter Entfernung zur Ortsbebauung befinden.

Keine Chance auf Verwirklichung gibt es mehr für die anfangs vorgestellte ortsferne Variante mit einem das Weidenbachtal überspannenden Brückenbauwerk von 270 Meter Länge. Hier sind die Hürden des Landschaftsschutzes einfach nicht zu überwinden. Ebenso wenig umsetzbar ist auch die ortsnahe Variante, wo die Umgehung auf bis zu 45 Meter an die vorhandene Bebauung heranrücken würde.

Bei der nun in Rede stehenden Mittellösung stehe man in regem Austausch mit dem Landesbetrieb Straßenbau und dem Bundesverkehrsministerium in Person von Staatssekretär Achim Großmann, erläutert Karl-Heinz Hermanns, der hofft, dass mit der weiteren Alternative die ohne Zweifel starke Verkehrsbelastung für die Anwohner der Bundesstraße und der Straucher reduziert werde. Der Simmerather Beigeordnete setzt auf breiten Konsens und darauf, dass die Chance genutzt wird. Sollte nämlich jetzt Akte geschlossen werden, „dann wird es mit Sicherheit auf Jahrzehnte keine Ortsumgehung Kesternich mehr geben.”

Dass die Ortsumgehung Kesternich realisiert wird, ist auch das Interesse von Mony und Christoph Keischgens, die die „Bewegung” Umgehungsstraße Kesternich vertreten. Die beiden Anwohner der Bundesstraße haben an etwa 240 Haushalte im Ort in der vorigen Woche ein Flugblatt verteilt, worin sie die „verkehrsgeplagten” Kesternicher Haushalte an der Bundesstraße und Straucher Straße ansprechen und die Mitbürger dazu auffordern, ihre Meinung zu einer Umgehungsstraße schriftlich zum Ausdruck zu bringen. Die eingegangenen Anregungen wolle man dann dem Bürgermeister überreichen.

„Es ist an der Zeit, dass für die Umgehungsstraße gekämpft wird”, fordern die Absender des Rundbriefes die Mitbürger auf, Flagge zu zeigen. Auch größere Aktionen wie eine öffentliche Kundgebung „analog zur Krankenhausdemo” wolle man nicht ausschließen.

Die Rückantworten der Bürger auf das emotionshaltige Schreiben sind bislang überschaubar, räumt Christoph Keischgens ein. Ich hatte mehr Reaktionen erwartete”, sagt er; Allerdings wolle man noch bis nde Februar abwarten. Ihm gehe es vor allem darum, „dass die Bürger wachgerüttelt werden.” Denn offenbar sei das Thema Umgehungsstraße im Moment „leider wieder eingeschlafen.”

„Dorfgemeinschaft gefährdet”

Zumindest eine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Umgehend erreichte die Kesternicher Bürger ein Offener Brief, der sich an Monika und Christoph Keischgens wendet und von den beiden direkt gewählten Ratsvertretern „aller Kesternicher”, Ortsvorsteher Ulrich Offermann und Bernd Goffart, unterzeichnet ist. Sie erkennen in der Hauswurfsendung vor allem „Vermutungen, Falschaussagen, und reißerischen Sprachgebrauch.” Die Art und Weise eines solchen Schreiben „gefährdet unsere hervorragende Dorfgemeinschaft.”

In dem offenen Brief legen die beiden Ratsvertreter Wert auf die Feststellung, dass „nichts eingeschlafen” sei, sondern eine dritte Variante für eine Ortsumgehung mit Nachdruck geprüft werde. Man rät den Briefschreibern dringend davon ab, eine Demo zum Thema Umgehungsstraße zu organisieren. Damit würde man Kesternich „in zwei Lager spalten und das gesamte Dorfleben zerstören.”

Stattdessen ergeht die Aufforderung an die Verfasser des Briefes, „konstruktiv an der Realisierung der Umgehungsstraße mitzuarbeiten.”
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