Mittelalterliches Marktspektakel in Imgenbroich

Von: ame
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Beim mittelalterlichen Marktsp
Beim mittelalterlichen Marktspektakel im einstigen Tuchmacherdorf wurde der Weg der Wolle vom Scheren der Schafe (Bild) bis zum Spinnen und Weben anschaulich Foto: Alfred Mertens, Heiner Schepp

Imgenbroich. Nach dem Festabend aus Anlaß der 650-Jahr-Feier Imgenbroichs fanden die Feierlichkeiten tags darauf in und am Bürger Casino sowie auf der Wiese hinter dem Geschäft Kaulard ihre Fortsetzung. Beim großen Marktspektakel auf der Wiese unweit des „Stammhauses” sorgten rund 30 Aussteller für mittelalterliches Flair.

Die Feierlichkeiten begannen mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef mit anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal. Zum Frühschoppen im Festzelt am Bürger Casino spielten der Musikverein Harmonie und das Trommler- und Pfeiferkorps auf.

„Wir wollen versuchen, das Leben von damals so echt wie möglich darzustellen. Das uns dies im Verhältnis 1:1 nicht gelingen kann, versteht sich von selbst. Doch an unserer Darstellung, als Söldner aus dem 11. bzw. 12. Jahrhundert hervorzugehen, halten wir fest. Wir halten das Lagerleben von damals aufrecht. Unsere Freikampfdarstellung bezieht sich lediglich auf einen Teilkontakt. Auf der anderen Seite soll der Schwertkampf aber auch kein Schaukampf sein, sondern schon echt wirken”, wusste Marc Lang vom Verein „Freier Haufen zu Krinvelde” mit Sitz in Krefeld zu berichten.

Den Mitgliedern des Vereins war es beim Festabend am Vorabend auch gelungen, Ortsvorsteher Bernd Neuß zu entführen und mit zwei Kästen - neuzeitlichem - Bier und zwei Flaschen Wein wieder freizukaufen.

Die Krefelder Mittelalter-Freunde haben sich an das Leben im Zelt gewöhnt. „Einladungen befreundeter Gruppen nehmen wir gerne an. Auf Eigeninitiative gehen wir zu Veranstaltungen, um den Kontakt zu anderen Gruppierungen aufrecht zu erhalten. Wir werden auch am kommenden Pfingstwochenende bei den Ritterfestspielen auf Burg Satzvey zugegen sein”.

Das vom Verein für Heimatgeschichte liebevoll zusammengestellte Programm des mittelalterlichen Markttreibens lockte den ganzen Tag über große Besucherscharen an. Und die Gastgeber, allen voran Heimatvereins-Geschäftsführer Otto Drosson, schienen einen guten Drah „nach oben” zu haben, zogen die heftigen Unwetter doch hübsch nördlich und südlich an Imgenbroich und am Festtreiben vorbei. Erst als am Abend alle Marktstände einpackten, plätscherte es auch im Jubeldorf.

Besenbinder und Korbflechter demonstrierten ihr altes Handwerk. Eine kreative Betätigung für die Kinder bestand in vielerlei Hinsicht. Das Kennenlernen historischer Spiele wurde im Besonderen angenommen. In der Knappenschule konnten kleine Ritter selbst zum Schwert greifen oder mit Pfeil und Bogen schießen, und die Märchenhexe erzählte in ihrem Zelt spannende Geschichten.

Gedanken zum Tuchmacherdorf Imgenbroich hatten sich die Kinder der 3. und 4. Klasse der Grundschule gemacht. Ihre Ideen zu diesem Thema waren im Inneren des Bürger Casinos ausgestellt.

Vor dem Festzelt hatte der Kindergarten seinen Stand aufgebaut; Weben aller Art (z.B. Bänder weben) und Flechten gehörten unter anderem zu den Aktivitäten. Ihre Geschicklichkeit beim Werfen auf Figuren konnten die Kinder beim Stand der Offenen Ganztagsschule beweisen.

Hufeisen und Balkensägen

Über die Bevölkerungszahlen Imgenbroichs von 1815 bis heute konnten sich interessierte Besucher im Inneren des Bürger Casinos überzeugen. Der Heimatverein verkaufte Bücher (Imgenbroicher Notizen I, II und III), Postkarten von Imgenbroich sowie die aktuelle CD mit dem Ösele Song der beiden „Ömmscher Jonge”.

Die von Otto Drosson beim Festabend erwähnte Urkunde Imgenbroichs, die sich im Düsseldorfer Landesarchiv befindet, lag im Bürger Casino kopiert zur Einsichtnahme aus. Der Erlös der Caféteria dort kam der Monschauer Tafel zugute. Der Weinstand aus dem befreundeten Eschbach in der Pfalz war ein Dankeschön der Imgenbroicher für das Vorbild der werbewirksamen Kunst-Esel, die seit Monaten für das Dorfjubiläum geworben hatten.

Weitere Stände mit handgemachten Seifen und Badezubehör, Edelsteinen, Glaskollagen, Spiegeln, Webereien rustikaler Körbe, verschiedenen Variationen aus Sockenwolle sowie Dekorationen für Haus und Garten wurden von den Besuchern unter die Lupe genommen. Die Kreisjägerschaft Aachen brachte den Kindern und den Erwachsenen die heimische Tierwelt näher. Ein Mützenicher Erntedankclub sägte Balken und Baumstämme wie früher; einem Schmied konnte man beim Beschlagen der Hufe eines Pferdes aufmerksam zusehen.
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