Mitmachzirkus „Soluna”: Aus Kindern werden richtige kleine Artisten

Von: Alissa Bauer
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Das Tellerdrehen sieht einfach
Das Tellerdrehen sieht einfach aus, erfordert aber eine Menge Geschicklichkeit. Anderenfalls muss man sich ziemlich oft bücken. Foto: Alissa Bauer

Konzen. „Am Anfang gab es nur ein Werbevideo von einem Mitmachzirkus aus einer anderen Region und die Idee, Kindern ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten.” Das klingt simpel, doch aus dieser Idee machte Ralf Pauli vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion Aachen etwas ganz Besonderes.

Er setzte sich dafür ein, dass die Kinder der Gemeinden Simmerath, Roetgen und Monschau die Chance bekommen, an solch einem Mitmachzirkus teilzunehmen.

Mit Erfolg, denn 2008 konnte das Projekt mit Hilfe von mehreren Sponsoren erstmalig in der Eifel realisiert werden. Zunächst war die Veranstaltung als eine einmalige Aktion geplant, doch die Resonanz war so positiv, dass im Jahr darauf erneut ein Mitmachzirkus stattfinden konnte. Ralf Pauli erinnert sich: „Ich wurde ja praktisch dazu gedrängt, den Zirkus noch einmal in die Region zu holen. Die Familien waren so begeistert, da wollte ich den Kindern natürlich nicht die Möglichkeit nehmen, die unvergessliche Woche ein zweites Mal zu erleben!”

Die Beliebtheit des Projektes hat bis heute nicht abgenommen und so findet der Mitmachzirkus „Soluna” nun schon zum fünften Mal statt. Dass der Zirkus so beliebt ist, liegt nicht zuletzt an dem großen Engagement der Ehrenamtler, denn wie so oft steht oder fällt alles mit ihnen. Sie helfen bei den Workshops, wo von Trapezkünsten, Akrobatik und Tellerdrehen bis hin zu Einradfahren und einer Feuershow alles fleißig geübt wird, und sind da, wenn hier und da mal eine kleines Problem ansteht.

Mit viel Spaß und Freude motivieren sie die Kleinen, am Ball zu bleiben und wieder aufzustehen, auch wenn sie schon mal hinfallen. Außerdem kümmern sie sich zusammen mit anderen Freiwilligen um den Aufbau und nach den Vorstellungen auch wieder um den Abbau des Zeltes, was einiges an Kraft und Logistik erfordert.

Ist erst einmal alles aufgebaut, bleibt wenig Zeit zum Ausruhen. Dann beginnt auch schon eine vollgepackte Woche für alle Beteiligten, denn es sind ja nicht viele Tage bis zur ersten Aufführung. Da täglich vormittags und nachmittags je zehn verschiedene Workshops angeboten werden, haben die Organisatoren alle Hände voll zu tun.

Montags könnten die Kinder sich alles anschauen und dann entscheiden, welchen Vor- und welchen Nachmittagskurs sie besuchen möchten, erklärt Ralf Pauli. Erst am Mittwoch ist die Routine im Training, und dann kann man die Fortschritte wirklich sehen: Die ersten Choreografien sind eingeübt und die Jungs und Mädels lernen immer schwierigere Tricks, egal ob mit oder ohne Gerät.

Und danach geht es in die heiße Phase, denn freitags steht die Generalprobe an. Die Spannung steigt bis es zum ersten Mal, wenn auch noch ohne Publikum, heißt: „Manege frei für unsere Stars!” Sollte hier etwas nicht ganz rund laufen, ist der Ehrgeiz geweckt, es so oft zu üben, bis es ganz ohne Fehler klappt. „Mama und Papa sollen ja sehen, das ich eine richtige Zirkustänzerin geworden bin”, bemerkt eine kleine Akrobatin.

Doch bevor samstags der erste Auftritt für das kunterbunte Ensemble ansteht, gibt es noch eine Show nur für die Kinder - und zwar von den Betreuern. Am Freitagabend geben die Helfer ihre eigenen Talente zum Besten und erleichtern den Kindern damit ihren ersten Auftritt vor Publikum, denn für die Kinder gilt: „Was die können, das schaffen wir auch!” Obwohl, 300 Leute, die nur auf die Manege gucken, viel sind für Kinder, die nie auf der Bühne stehen. Bis zum wohlverdienten Applaus vergehen Minuten der Anspannung, in denen die kleinen Akteure alles zeigen, was sie gelernt haben. Das erfordert ganz schön viel Mut, und den haben die Nachwuchs-Artisten allemal.

In der gesamten Woche lernen die Kinder zudem, in Teams zu arbeiten, anderen zu vertrauen und gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Das stärkt die Kleinen weit über die Woche hinaus, und die durchweg positiven Resonanzen sprechen für sich. „Wenn die Kinder glücklich sind und sagen, dass sie richtig Spaß hatten, ist das mehr als Entschädigung für die ganze Arbeit, die wir hier hinein stecken”, erzählt einer der Helfer. Und dieser Eindruck bestätigt sich, wenn man die Kinder sieht, wie sie mit Feuereifer bei der Sache sind, egal ob alles glatt läuft oder eben manchmal nicht.

Allerdings können nicht alle Anmeldungen angenommen werden, und jedes Jahr gehen Kinder leer aus. „Das Projekt soll für möglichst viele Kinder der Gemeinden ermöglicht werden, und dank unserer Sponsoren können wir die Kosten gering halten. Es gibt ein warmes Mittagessen und rund um die Uhr Verpflegung zur Stärkung zwischendurch, dazu die geschulten Helfer, also eine Alternative auch für die Familien, die nicht jedes Jahr einen Sommerurlaub finanzieren können. Es ist schade genug, dass wir die Teilnehmeranzahl auf ungefähr 150 Kinder beschränken müssen, aber sonst würde man einfach den Überblick verlieren”, erläutert Pauli.

Seit das Projekt vor fünf Jahren in die Eifel kam, haben sich ähnliche Projekte auch in anderen Gemeinden, beispielsweise im Schleidener Raum, gegründet, so dass viele Kinder die Möglichkeit haben, einmal Teil eines einzigartigen Unternehmens zu sein. Wenn man diese Chance hat, sollte man sie auf jeden Fall nutzen, denn bei dieser Aktion lernt jeder noch etwas dazu und findet etwas, was ihm oder ihr Spaß macht. So eine Woche ist spannender und interessanter als zu Hause zu sitzen. Informationen zum Mitmachzirkus

Informationen zum Projekt findet man unter (Aktuelles) und Näheres zum Zirkus „Soluna” unter .
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