Kesternich - Mit Wehmut von den Patienten Abschied genommen

Mit Wehmut von den Patienten Abschied genommen

Von: P. St.
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Dem Abschied folgt ein Neubeginn: Nach insgesamt 32-jähriger medizinischer Tätigkeit in der Nordeifel geht Dr. Ulrich Albert (li.) in den Ruhestand. Im April wird sein Nachfolger Dr. Jens Backe die Praxis für innere Medizin in Kesternich und auch das Mitarbeiterinnenteam übernehmen. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich. Er weiß um die Befindlichkeit der Eifeler Bevölkerung wie kaum ein zweiter: Dr. Ulrich Albert, in Kesternich praktizierender Arzt für Innere Medizin, kennt so manchen Patienten besser als dieser sich selbst.

Nach jahrzehntelanger Tätigkeit ist jetzt für den 65-jähriger Mediziner die Zeit des Abschieds gekommen. Zum 1. April 2010 schließt er die Tür seiner Praxis, um sie sie seinem Nachfolger zu öffnen. Dass das der Betrieb in gute und kompetente Hände übergeben wird, war für Dr. Albert ein großes Anliegen. Mit Dr. Jens Backe, der am 6. April seine Arbeit aufnimmt, ist der reibungslose Übergang geglückt.

Zum Ausklang seiner beruflichen Karriere hatte Dr. Ulrich Albert jetzt die Kollegen aus der Nordeifel, die Ärzteschaft des Krankenhauses und die Apotheker in die Caritas-Pflegestation des Simmerather Krankenhauses zu einem Empfang eingeladen. „Wo sind die 25 Jahre geblieben?”, fragte sich der Mediziner, der 1986 als Nachfolger von Dr. Esser die Praxis in Kesternich übernahm. Der Lockruf in die Eifel erfolgte aber schon früher. 1978 erreichte den damaligen Assistenzarzt am Krankenhaus in Bardenberg ein überzeugendes Angebot von Dr. Theo Schwonzen, dem damaligen Chefarzt des Simmerather Krankenhauses.

Nach acht Jahren an St. Brigida erfolgte dann der Schritt in die Selbstständigkeit. Mit „Wehmut” habe er sich in diesen Tagen von seinen Patienten verabschiedet, berichtete Dr. Albert, für den ganz im Stile des klassischen Landarztes Hausbesuche zur täglichen Arbeit der Praxis gehörten.

Über Jahrzehnte und Generationen wurden diese Kontakte gepflegt, und da blieb es nicht aus, dass der Hausarzt auch in die Details der gesamten Familiengeschichte eingeweiht wurde. In einem Vierteljahrhundert Praxistätigkeit kam die stolze Zahl von rund 25.000 Patientenkontakten zustande, und so mancher Patient unterstrich auch seinerseits die Verbundenheit zum Hausarzt mit 25 bis 30 Besuchen pro Quartal in der Praxis, erzählt Dr. Albert.

Er habe einen „einzigartigen Beruf mit hoher Intimität und Verantwortung” ergriffen, bilanzierte er seine Arbeit, wozu medizinische Erfolge, Sternstunden aber auch Fehldiagnosen gehört hätten. Heute seien die Patienten kritischer geworden, die Veränderungen im Gesundheitswesen hätten die Freude am Beruf nicht gesteigert, und die Ärzte seien längst keine „Halbgötter in Weiß” mehr. Dennoch sei er immer gerne in die Praxis gekommen, bedankte sich Dr. Albert bei seinem fünfköpfigen Mitarbeiterinnen-Team, den niedergelassenen Kollegen und den Krankenhaus-Ärzten. „Ohne unser Krankenhaus würde es schlecht aussehen in der Region”, sagte er abschließend und wünschte sich, dass ein runder Tisch mit allen Kollegen und dem Krankenhaus die Kooperation noch verbessern möge.

Der Abschied war aber auch die gleichzeitig ein Neubeginn, und so nutzte Dr. Albert die Gelegenheit mit Dr. Jens Backe (40) seinen Nachfolger zu präsentieren, der in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Patienten und die Praxis kennengelernt hat. Dr. Jens Backe war zuletzt an den Städt. Kliniken in Mönchengladbach tätig, doch der Arzt für für Innere Medizin, Kardiologie und internistische Intensivmedizin folgte dem Ruf aufs Land, zumal er mit seiner Familie in Niederforstbach lebt, in Aachen studiert hat und die Eifel von zahlreichen touristischen Aufenthalten schätzen gelernt hat. „Sehr offen und freundlich” sei er empfangen worden. Sein Ziel sei die optimale Versorgung der Patienten, wozu er auch eine konziliare Kooperation mit dem Krankenhaus gehöre.

Nach dem Motto Niemals geht man so ganz wird Dr. Albert zumindest einen Teil der Patienten nicht aus den Augen verlieren, wenn er bei Bedarf seinen Nachfolger vertritt.
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