Mit Waldtausch das Vennbad finanzieren?

Von: P. St.
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2000 Hektar Wald besitzt die Stadt Monschau. Ob sie sich im Rahmen eines Flächentausches mit Werteausgleich von einem kleinen Teil des Besitzes trennt, ist beabsichtigt aber noch nicht beschlossen. Foto: H. Schepp

Monschau. 2000 Hektar Wald befinden sich im Besitz der Stadt Monschau. Ein kleiner Teil davon, etwa 300 Hektar, könnte bald den Besitzer wechseln. Derzeit prüft die Verwaltung, ob ein Flächentausch verbunden mit einem Wertausgleich für die Stadt Monschau zustandekommt.

Aus „gut unterrichteten Kreisen” aus Höfen war zwar am Montag die Rede davon, dass die Stadt beabsichtige, 400 Hektar des Forstbetriebsbezirks Höfen an den Nationalpark Eifel zu verkaufen, aber diese Darstellung weist Bürgermeisterin Margareta Ritter klar zurück, wie auch die von Guido Jansen, einem ehemaligen SPD-Ratspolitiker ebenfalls aufgestellte Behauptung, dass mit dem Waldverkauf an den Nationalpark „Einschränkungen und Maßregelungen in erheblichem Maße ” für die Bürger verbunden seien. ”

Die Bürgermeisterin bestätigte am Montag auf Anfrage der Lokalredaktion, dass es Gespräche mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW gebe. Ziel dieser und auch anderer Verhandlungen sei es, die finanzielle Situation der Stadt Monschau zu verbessern. Einschränkungen für die Bürger sollten damit nicht verbunden sein. Auch bei einem Waldtausch bleibe die in Rede stehende Fläche weiterhin frei zugänglich, da lediglich eine forstwirtschaftliche Nutzung geplant sei. Im Gegenzug würde Monschau eine Waldfläche im Bereiche obere Rur erhalten.

Nachdem Ende 2008 das Vennbad in Monschau wegen baulicher Mängel geschlossen werden musste, hat sich der Rat der Stadt Monschau im Jahr 2009 einhellig dafür entschieden, diese für die gesamte Stadt, vor allem aber für den Schulsport überaus wichtige Einrichtung, unbedingt erhalten zu wollen.

Der Neubau bzw. die Totalsanierung an der Stelle des heutigen Bades werden auf ein Kostenvolumen von rund 6 Millionen Euro einschließlich Nebenkosten geschätzt. Bekanntlich konnte zur Finanzierung eine Landesförderung in Höhe von zwei Millionen Euro erreicht werden. Weitere zwei Millionen Euro stehen der Stadt Monschau zur Verfügung, weil die Städteregion Aachen ihre Dauerverpflichtung aus der Beteiligung am inzwischen aufgelösten Schwimmhallenzweckverband Monschau ablöst.

Margareta Ritter: „Die Verwaltung prüft zurzeit verschiedene Möglichkeiten, wie die verbleibenden zwei Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren sind. Dabei hat sie angesichts ihrer ohnehin angespannten finanziellen Lage und der für die Haushaltsjahre 2010 und 2011 zu erwartenden Zusatzbelastungen durch die aktuelle Wirtschaftslage vorrangig Möglichkeiten zu suchen, die Investition durch den Einsatz vorhandenen Vermögens zu finanzieren.”

Eine Möglichkeit könnte nun darin liegen, „städtischen Waldbesitz im Grenzbereich zum Nationalpark gegen bisher staatliche Waldflächen zu tauschen, an denen für die Stadt Monschau schon aus touristischer Sicht hohes Interesse besteht”. Der zu erwartende Wertausgleich könnte einen wesentlichen Beitrag leisten, den städtischen Anteil an der Investition in das Schwimmbad sicherzustellen.

Am 1. Februar habe es zu diesem Thema ein erstes Sondierungsgespräch mit Vertretern des Landesbetriebes Wald und Holz NRW und den betroffenen Forstämter gegeben.

In einem ersten Schritt würden nun die in Frage kommenden Flächen und ihre Werte ausgelotet.

Bürgermeisterin Margareta Ritter betont, dass es im Zuge der anstehenden Haushaltsberatungen eine wesentliche Aufgabe sei, in allen Orten nach Möglichkeiten zu suchen, beispielsweise durch Grundstücksverkäufe, die finanzielle Situation der Stadt Monschau zu verbessern.
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